Die 11 des Spieltags (21)

Na dann viel Spaß

In Hamburg übernimmt Mirko Slomka, in Bremen wird wieder gebaslert und in Dortmund purzeln die Geschwindigkeitsrekorde. Sitzt träge wie immer auf dem Sofa: unsere 11 des Spieltags.

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Karim Bellarabi
Der formschöne sowie praktische »11FREUNDE-Bierdeckel zum Gegner-drauf-Rundmachen« geht diese Woche an Braunschweigs Karim Bellarabi, denn was der Deutsch-Marokkaner in der Nachspielzeit mit der Hamburger Defensive veranstaltete, hätte eine eigene Nummer im Zirkus Roncalli verdient gehabt. Zunächst vernaschte Bellarabi den heillos überforderten Heiko Westermann, anschließend durfte auch der bedauernswerte Tolgay Arslan eine Runde auf dem lustigen Bellarabi-Karussell drehen, bevor dieser dann in die Mitte querlegte, wo Jan Hochscheidt locker zum 4:2 einschob. Wie die Fernsehbilder zweifelsfrei belegten, setzte sich Bellarabi während seines Tänzchens noch eine Clownsnase auf, jonglierte ein paar brennende Lotto King Karl-CDs und verpasste Heiko Westermann anschließend einen Nasenring, an dem er den Nationalspieler nach Abpfiff ein paar Ehrenrunden über die Tartanbahn führte. Spektakulär.

Domi Kumbela
Matchwinner in Braunschweig war neben dem starken Bellarabi vor allem Domi Kumbela, der nach seiner Einwechslung einfach mal drei Tore schoss. Wobei man fairerweise sagen muss, dass ihm zwei der drei Tore von Hamburgs Keeper René Adler mit freundlicher Geste vor die Füße gelegt wurden, und Tore gegen den HSV zu schießen zurzeit in etwa so schwierig ist wie den Boden zu treffen, wenn man etwas fallen lässt. Was aber natürlich nicht heißen soll, dass wir uns nicht mit Domi Kumbela freuen.

Mirko Slomka
Wir freuen uns auch mit Mirko Slomka, der wieder in Lohn und Brot steht und sich wahrscheinlich just in diesem Moment im heimischen Hannover seinen Cowboyhut aufsetzt und die Chaps über die Anzugshose streift, um sich voller Elan auf den unbequemen Rodeobullen zu schwingen, der der HSV-Cheftrainerposten geworden ist. Den völlig am Boden liegenden HSV reanimieren zu wollen, erfordert eine im Grenzbereich des Irrsinns liegende Portion Mut, die uns den allerhöchsten Respekt abnötigt. Wenn selbst Felix Magath die Medizinbälle wieder wegpackt und fluchtartig die Stadt verlässt, um demnächst doch lieber im Londoner Abstiegskampf als in Hamburg Spieler auf Trainingsplätze erbrechen zu lassen, dann muss irgendwas faul sein. Andererseits: Eine ordentliche Abfindung ist in Hamburg ja immer drin. Wir wünschen Slomka auf jeden Fall viel Erfolg.

Pierre-Emerick Aubameyang
Es gibt eine Szene in dem Animationsfilm »Ab durch die Hecke«, in der sich Hammy, das Hochgeschwindigkeits-Eichhörnchen durch den Nachbarsgarten bewegt und die Welt um sich herum in Zeitlupe wahrnimmt, weil es derart schnell ist. So in etwa stellen wir uns Pierre-Emerick Aubameyangs Leben vor, der am Samstag mal wieder eine gegnerische Abwehrreihe filetierte und beim 4:0 gegen Frankfurt doppelt traf. In der Tat ist Aubameyang derart schnell unterwegs, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit scheint, bis er auf die Idee kommt, Flanken zu schlagen, in den Strafraum zu rennen und die Dinger einfach selber reinzuköpfen.

Milos Jojic
Ebenfalls sehr schnell unterwegs, nur auf eine andere Art und Weise war am Samstag Dortmunds Neuzugang Milos Jojic. Der Serbe wurde in der 68. Minute eingewechselt und musste ganze 17 Sekunden warten, bis er frei vor Kevin Trapp stand und mit seiner ersten Ballberührung direkt sein erstes Tor erzielte – der schnellste Treffer eines Debütanten in der Geschichte der Bundesliga. In 17 Sekunden schaffen wir es gerade mal, unsere Namen auszusprechen ohne uns zu verhaspeln, und der Mann trägt sich so mir nichts dir nichts in die Geschichtsbücher ein. Respekt.

Felipe Santana
Auch wirklich schnell unterwegs, nur auf eine noch ganz andere Art und Weise, war am Samstagabend Schalkes Felipe Santana. Zunächst rettete der Brasilianer spektakulär per Kopf für den bereits geschlagenen Ralf Fährmann auf der Linie, den anschließenden Eckball holzte sich Santana dann aber glatt selbst ins Netz – ganze 23 Sekunden später. Ein wohliger Dopaminschauer in den Schadenfreude-Zentren unserer Hirne war die Folge, für Schalke hatte Santanas Aussetzer keine negativen Konsequenzen. Gegen ungefährliche Leverkusener kann man sich die Dinger derzeit auch selber reinkloppen, Bayer gewinnt trotzdem nicht. 

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