28.01.2013

Die 11 des Spieltags (19)

Tiki-Tacker

Thorben Marx ist härter als Django, Dennis Aogo so erfolgreich wie seit 2899 Tagen nicht mehr, Tim Wiese bekommt schon Lobeshymnen aus Hamburg – unsere 11 des Spieltags!

Text:
Benjamin Kuhlhoff und Alex Raack
Bild:
Imago

Tim Wiese

Es kommt dieser Tage nicht häufig vor, dass Tim Wiese Lob erfährt. Beim Nordderby zwischen Werder und dem HSV hörte man dann aber doch etwas Nettes. »Ohne Wiese habt ihr keine Chance!«, johlten die Hamburger und meinten das halb ernst und halb mit Hohn und Spott. Da musste Wiese, der ja inzwischen für die TSG Hoffenheim spielt, schon wieder seine Wunden lecken. Erst die öffentliche Degradierung von Manager Andreas Müller (»Wenn Starke hier noch spielen würde, stünde er auch im Tor!«), dann der Fehler beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt: Einen Eckball berechnete Wiese so präzise wie ein angetrunkener Mathematik-Nachhilfeschüler, die Frankfurter bedankten sich mit dem entscheidenden zweiten Tor.

Dennis Aogo

Den 19. Februar 2005 wird sich Hamburgs Außenverteidiger Dennis Aogo sicherlich ganz genau gemerkt haben. Damals trug Aogo noch das Trikot des SC Freiburg und erzielte in der 80. Minute die 2:1-Führung für die Breisgauer gegen den VfL Bochum. Seitdem ruhte sein Bundesliga-Torkonto so selig wie derzeit die Nichtabstiegsuhr im Hamburger Volkspark. Gestern, sagenhafte 2899 Tage später, nahm sich Aogo im Nordderby gegen Werder erst ein Herz, dann den Oberarm zur Hilfe und erzielte den zweiten Bundesligatreffer seiner Karriere. Glückwunsch!



Sebastien Pocognoli

Am Mittwoch kam der Belgier Sebastien Pocognoli von Standard Lüttich zu Hannover 96 und wurde fortan als stabilisierendes Element für die brüchige Defensive der Leinestädter angepriesen. Den Beweis seiner Fähigkeiten konnte Pocognoli allerdings nur 35 Minuten erbringen, dann trat er Wolfsburgs Fagner mit einem unschönen Tritt kurzzeitig aus dem Leben. Pocognoli sah Rot und hat nun ausreichend Zeit sich erstmal seine Wohnung einzurichten.






Thorben Marx


Hart, härter, Marx – Diese Komparation ist dieser Tage in Gladbach allgegenwärtig. Im Derby gegen Düsseldorf ließ sich der Mittelfeldabräumer nach einem Zusammenstoß mit einer Platzwunde nicht etwa auswechseln, sondern direkt am Spielfeldrand tackern. Sämtliche übertragende Sender zeigten die Szene natürlich in herrlichen Großaufnahmen und in mancher Kneipe sollen begeisterte Zuschauer sogar lauthals mitgezählt haben: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs Klammern trug Marx bis zum Spielende in seiner Stirn.



Cristian Molinaro

Es sei erstaunlich, raunte Sky-Kommentator Wolff Fuss seinem Assistenten Harald Schmidt ins Ohr, wie gelassen und souverän dieser Cristian Molinaro auf der linken Stuttgarter Abwehrseite agiere. Und tatsächlich tat der Italiener genau das in der ersten Halbzeit: Mit der Ruhe eines sibirischen Arbeitspferdes ließ er die Angriffsversuche von Philipp Lahm und Thomas Müller immer wieder abprallen. Dann war Pause und irgendwer muss in diesen 15 Minuten den Stecker bei Molinaro gezogen haben. In der 50. Minute nämlich, Molinaro hatte soeben einen harmlosen Bayern-Pass abgelaufen und in etwa so viel Platz wie ein handelsübliches sibirisches Arbeitspferd, versuchte er den Ball zurück zu seinem Torwart zu spielen. Mit dem Außenrist. Ohne zu gucken. Mario Mandzukic kam vor Sven Ulreich an das Spielgerät und schoss das 1:0.

 
 
 
 
 
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