Die 11 des Spieltags (17)

Nico, Rosi und die Saunaschönheiten

Schalke rutscht ab, Bayern rollt weiter und Freiburg tingelt in Richtung Europapokal. Der Abschluss der Hinrunde erzählte mehr Geschichten als weiland Astrid Lindgren. Hier kommen unsere elf Spieler des 17. Spieltags.

www.jan-rosenthal.de & Imago

Christoph Metzelder
Eigentlich bereits als Altlast abgeschrieben, wurde Christoph Metzelder am Samstag Abend durch die letzte Wutreaktion seines Trainers Huub Stevens doch noch Teil des Schalker-Totalversagens. Nachdem Schalkes rechter Verteidiger Atsuto Uchida zum sechsten Mal in Folge von seinem Freiburger Gegenspieler überrannt wurde, nahm ihn Stevens stinksauer vom Feld und brachte Metzelder. Doch auch der Altmeister der Innenverteidung konnte dem kopflosen Schalker Haufen keine Sicherheit mehr geben, das dritte Gegentor muss er sich sogar ankreiden lassen. Nach dem Abpfiff bewies Metze dann aber, dass selbst in Zeiten des Jugenwahns Erfahrung ein wichtiges Gut sein kann und analysierte präzise: »Man merkt, dass wir in einer Scheißphase sind.« Stimmt!

Timo
Gebhart
Zu seinen Zeiten beim VfB Stuttgart galt Gebhart lange als Rohdiamant – leider schaffte es bisher kein Trainer, ihn bis zur Vollendung zu schleifen. Mittlerweile ist er in Nürnberg gelandet und mausert sich im Frankenland immer mehr zum zentralen Spieler. Gegen Bremen atzte Gebhart unermüdlich über das Feld, erzielte sogar zwischenzeitlich das 1:0 für den Club. Als er sich dann auch noch zum Hahnenkampf mit dem zwei Köpfe größeren Marco Arnautovic aufbaute, hatte Gebhart endgültig unser Herz erobert. Lässiger Kommentar von Sportschau-Mann Schlömer: »»Sie haben zwar den gleichen Frisurengeschmack, aber ansonsten gar nichts gemeinsam.« Spricht das jetzt für Gebhart? Egal.

Jan Rosenthal
Wem wirklich langweilig ist, der sollte einmal die Homepage von Freiburgs Offensivallrounder Jan Rosenthal besuchen und auf den Bereich Privat gehen. Da zeigt sich der smarte Blonde mit ein paar Bikinischönheiten in der heimischen Sauna, fährt man mit dem Mauszeiger über sein Handtuch lüftet sich das Frotteestück ein wenig. In dieser Saison hingegen lüftet auch Rosenthal  sein leicht angestaubtes Image des schlampigen Genies. Seine zwei Tore gegen Schalke 04 waren der Tintentrockner unter der Kündigung von Schalke-Coach Huub Stevens. Durch seine überragende Form hat »Rosi« entscheidenden Anteil am Höhenflug der Freiburger. Doch damit nicht genug, mit einem Topspeed von 35.39 Km/h ist Rosenthal auch noch der schnellste Spieler der Hinrunde. Mehr geht nicht.

Josué
Der kleine, aber kantige Brasilianer Josué (VfL Wolfsburg) empfahl sich durch sein Kantigkeit für die Elf des Spieltags. Die Beweisführung lieferte er in der 16. Minute via Fuß. Genauer gesagt: Mit der offenen Sohle des selben in die Familienjuwelen von Frankfurt-Stürmer Olivier Occean, der zum Glück überlebte (Suspensorium?). Wolfsburg lag zu diesem Zeitpunkt schon mit 1:0 hinten, den Motivationsüberschuss von Josué belohnte Schiedsrichter Peter Gagelmann mit einer roten Karte. Besonders unerfreulich für die Wolfsburg-Fans: Als die Wölfe noch wegen der roten Karte lautstark aufheulten, führte Frankfurt den anschließenden Freistoß schnell aus und Takashi Inui traf zum 2:0. Zwei Tore Rückstand, 74 Minuten Unterzahl: Danke Josué, das sind ausreichend Argumente für einen Platz in der Elf des Spieltags.

Nicolai Müller
Nico Müller ist einer jener Spieler, die 99 Prozent der Fußballfans nicht auf der Straße erkennen würden. Was durchaus von Vorteil sein kann, wenn er mal ungeduscht und im dreckigen Jogginganzug einen Liter Milch einkaufen muss. Und auch in den Defensivreihen der Bundesliga scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben, dass Müller ein richtig guter Stürmer ist. Uns so machte Müller in der Hinrunde fünf Tore, bereitete vier weitere Treffer vor und ist eines der Gesichter des Mainzer Höhenflugs. Wenn das so weiter geht, muss Müller bald auch im Supermarkt den Maßanzug anziehen müssen. Er wird es verkraften können.

Kevin Großkreutz
Kevin Großkreutz hat es in dieser Hinrunde bisher nicht besonders leicht. International fegen die Dortmunder um Götze, Reus & Co. durch Europa und werden dabei von der Presse gefeiert. Der Dortmunder Kultfigur war bis dato jedoch keine der Hauptrollen vergönnt. Zu stark ist die Konkurrenz im Mittelfeld, sodass schon über einen Wechsel in die Premier League spekuliert wird. In Hoffenheim durfte er mal wieder von Beginn an ran und erzielte am 17. Spieltag sein erstes Saisontor. Ob das als Aushängeschild für den FC Liverpool oder doch eher für den 1. FC Köln reicht?

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