Die 11 des Spieltags (16)

The Avengers

Das Superteam der Bayern dominiert sich durch das Jahr 2013 und verschenkt zu Weihnachten rein gar nichts. Derweil stehen in Augsburg die Tickets für Europa auf dem Wunschzettel. Hatte einen Glühwein zu viel - unsere 11 des Spieltags

imago

Die Bayern
Tja, was soll man über diese Bayern noch sagen? Auch das Spiel gegen tapfere Hamburger wurde gewonnen, was bedeutet, dass der FCB im gesamten Kalenderjahr 2013 nicht ein einziges Ligaspiel verloren hat. Was für eine Ansage. Diejenigen unter uns, für die die Bayern ein schuhplattlernder, lederbehoster Mia-san-Mia-Dorn im Auge sind, mag diese Dominanz schmerzen, Anerkennung verdient sie allemal. Einen Einzelnen für unsere heutige 11 zu nominieren, wäre allerdings unfair, weil gegen den HSV einerseits niemand so richtig herausragte und der Erfolg der Bayern andererseits sowieso mehr Gesichter hat als Jim Carrey. Trainerfeingeist Pep Guardiola, der Mensch gewordene mahnende Zeigefinger Matthias Sammer, Sparfuchs und Anlegeprofi Uli Hoeneß oder überhaupt eigentlich jeder aus dem The-Avengers-haften Superteam der Münchner - sie seien hiermit alle nominiert. Wahrscheinlich kann sogar die Putzkraft an der Säbener Straße Dinge am Ball, von denen wir schmalzbäuchigen Hobbykicker, die wir schon schwitzen, wenn wir nur das Wort »Treppe« schreiben müssen, nur träumen können. Das Jahr ist für die Bayern in der Liga seit Samstag gelaufen, nun steht die Klub-WM an, für die wir ihnen viel Glück wünschen. Sammer ist übrigens nicht mit nach Marokko geflogen. Er bleibt in München und versucht wie jedes Jahr, das Weihnachtsfest zu stehlen.

Marcelo
Ein wirklich wundervolles Tor, wenn auch ins eigene Netz, wäre der Fast-Treffer von Hannovers Marcelo gewesen. Im Spiel gegen Nürnberg strauchelte der Verteidiger wenige Meter vor der eigenen Linie in eine Hereingabe von Kiyotake, der Ball trudelte gen Tor, Marcelo hinterher, stolperte, rutschte dann per Bauchplatscher knapp hinter dem Ball her und drohte, ihn liegenderweise mit dem Kopf über die Linie zu kicken. Und während die Schadenfreude-Zentren in unseren Hirnen bereits wohlige Dopamin-Schauer vorbereiteten, prallte der Ball gegen den Pfosten und Marcelo rutschte hauchdünn an einem Jahrhunderteigentor vorbei. Glück für Marcelo, wirklich schade für uns.

Mame Diouf
Hätte Marcelo sein Fantasie-Eigentor nicht knapp an den Pfosten gesetzt, wäre das Spiel wahrscheinlich anders verlaufen. So aber nahm der Wahnsinn seinen Lauf und der Glubb unterstrich erneut, dass und warum er a Depp is. Zum Vollstrecker dieser allseits bekannten Wahrheit wurde am Samstag Hannovers Mame Diouf, der zwei Tore zum in letzter Minute erbolzten 3:3 beisteuerte. Dass er bei seinem ersten Tor weiter im Abseits stand als Gina-Lisa auf der Weihnachtsfeier der »Emma«-Redaktion, wird ihn nicht weiter gestört haben. Bei den Nürnbergern wird das anders gewesen sein, das Echo von Raphael Schäfers Wutschreien soll die Bewohner rund um die Hannoveraner Arena immer noch wachhalten.

Martin Stranzl
Das »11FREUNDE-Graciano-Rocchigiani-Matschnasenbein in chirurgischem Hartplastik« möchten wir diese Woche feierlich an Gladbachs Martin Stranzl vergeben. Der österreichische Haudegen und Abwehrveteran unterstrich im Spiel gegen Mainz am Samstag einmal mehr seine hollerbachige Haudegigkeit, als er in der Mauer stehend einen Freistoß mit dem Gesicht abwehrte. Nie in der Geschichte der Schmerzen wurde ein Freistoß jemals mannhafter abgewehrt. Stranzl war anschließend ein wenig benommen, konnte aber nach einer kurzen Pause weiterspielen. Like a Boss. Gerüchten zufolge bekommt er seit Samstag übrigens Fanpost von Axel Schulz.

Jannik Vestergaard
Wenn wir schon bei schmerzhaften Volltreffern sind, möchten wir an dieser Stelle auch Hoffenheims Jannik Vestergaard kondolieren. Der Sinsheimer Innenverteidiger bekam im Spiel gegen Dortmund einen Schuss von Marco Reus aus kürzester Distanz so derart in den Schritt, dass ihm seine Hoden womöglich aus dem Hintern wieder herausgekommen sind. Eine ganz unschöne Szene war das, ein Tiefschuss, bei dem selbst die Jungs von Jackass mitfühlend und mit Tränen in den Augen den Kopf geschüttelt hätten. Wie auch Stranzl konnte Vestergaard übrigens weiterspielen – nachdem die Betreuer seine Hoden hinter der Werbebande wiedergefunden hatten.

Jens Grahl
Der eigentliche Pechvogel im Spiel war allerdings Hoffenheims Keeper Jens Grahl. Das Spiel hatten die Sinsheimer eigentlich so gut wie im Sack, als Grahl kurz vor der Pause eine harmlose Ecke hinfallen ließ und die TSG dadurch den Anschluss durch einen Abstauber von Aubameyang schlucken musste. Ein Szene, in der Grahl so ungeschickt aussah, dass er nun zuhause das Geschirr nicht mehr unbeaufsichtigt in den Schrank räumen darf. Laut »Bild« hat Grahl nach dem Spiel übrigens seine Torwarthandschuhe weggeworfen. Vielleicht sind sie ihm aber auch einfach hingefallen, wir wissen es nicht.

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