Die 11 des Spieltags (15)

Orkan Franck

Kaum ist Orkan Xaver überstanden, fegt Orkan Franck durch die Bremer Tiefebene und zerlegt das Weserstadion, die Bremer Defensive und die Moral aller Nicht-Bayernfans. Deckt sich mit Konserven ein und vernagelt die Fenster: Unsere 11 des Spieltags.

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Die Weser
Den Auftakt der heutigen 11 des Spieltags macht die Weser, denn alleine sie hätte die hässliche 0:7-Heimpeitsche der Bremer verhindern können. Noch am Freitag war unklar, ob das Spiel im Weserstadion würde stattfinden können, denn die Weser war von Orkan Xaver so aufgeschwemmt wie Boris Beckers Gesicht von was auch immer er so macht. Wie dem auch sei, lediglich 30 Zentimeter fehlten zum Wasserstand von 5,5 Metern, bei dem der Fluss über die Ufer tritt und das Weserstadion überschwemmt - ein Szenario, das Werder-Präsi Klaus-Dieter Fischer besorgt als eine »Katastrophe« bezeichnete und sich anschließend »erleichtert« gab, dass gespielt werden konnte. Wir haben Fischer während und nach dem Spiel leider nicht fragen können. Ob seine Einschätzung von Katastrophe und Erleichterung immer noch die gleiche war, darf allerdings leise bezweifelt werden. Und dass Orkan Xaver exakt nur so viel stürmte, dass gerade noch gespielt werden kann, passt auch irgendwie ins Bild. Schließlich trägt er einen bayrischen Namen. 

Orkan Franck
Kaum war Orkan Xaver weg und das Spiel in Bremen konnte angepfiffen werden, fegte ein anderer Orkan über das Weserstadion hinweg. Und das mit einer apokalyptischen Kraft, dass wir panisch die Fenster und Türen der Redaktion vernagelten und schonmal Streichhölzchen zogen, wen wir, nach den Praktikanten, zuerst essen würden, sollte Orkan Franck auch bis nach Berlin reichen und uns mit all seiner Wucht über Wochen hier einschließen. Dankenswerterweise beließ es der französische Sahnefuß mit dem Gesicht einer Schlechtwetterfront dabei, lediglich die Bremer Defensive in Schutt und Asche zu legen und seine stürmische, Gegnermoral pulverisierende Kraft nicht auch noch auf andere Teile des Landes auszuweiten. Einzig in Stuttgart sollte man vielleicht schon mal die Sandsäcke bereitstellen und die Stadiontore vernageln, denn laut Spielplan bzw. Wettervorhersage geht Orkan Franck am siebzehnten Spieltag über dem Ländle nieder.

Ailton / Johan Micoud / Ivan Klasnic
Der Klassenunterschied zwischen den Galakto-Bayern und biederen Bremern war am Samstag wirklich erstaunlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es nicht allzu lange her ist, dass Werder der größte Widersacher der Münchner war. Zu sehen war davon am Samstag nichts mehr, weshalb wir alle Bremer Fans an dieser Stelle mit einer 3-in-1-Nostalgie-Nominierung ermuntern wollen. Also, Freunde, sucht euch einen aus oder nehmt sie alle drei: den vom krabbelnden Kahn verfolgten Abstauber-Klasnic, Micouds mit der Würde eines Staatsmannes ausgeführter Lupfer oder Ailtons torschützenkönig-tastischer Schlenzer zur Meisterschaft. Auch wenn euch die Bayern anno 2013 schäbiger vermöbeln als die Halbstarken auf dem Freimarkt – den Triumph von 2004 nimmt euch auch das 0:7 nicht. 

Raul Bobadilla
Seit Samstag hat die Büffelherde, die der Augsburger Angriff ist, endgültig Zuwachs bekommen: Raul Bobadilla, oder »der Argentinische Sascha Mölders«, wie wir ihn nennen, schoss gegen den blassen HSV sein erstes Bundesligator für den FCA. Nach seiner langen, ärgerlichen Verletzungspause ist Bobadilla nun anscheinend wieder voll da, was Coach Markus Weinzierl neben Mölders und Arkadiusz Milik eine weitere, bullige Sturmoption bietet. Wir stellen uns derweil die Frage: Was machen die Augsburger Stürmer wohl unter der Woche? Ob sie Glocken um den Hals tragend auf schwäbischen Almen weiden, ab und an balzend mit den Köpfen gegeneinander rennen und sich in den satten Wiesen um Augsburg auf das Wochenende vorbereiten? Vielleicht. Und was wohl passiert, wenn man sie im Spiel alle gleichzeitig auflaufen lässt? Die erste Stampede der Bundesligageschichte? Auch da: Vielleicht. 

Mike Frantz
»Mein Name verpflichtet«, dachte sich am Freitag wohl Nürnbergs Mike Frantz und mähte seinen Mainzer Gegenspieler Joo-Ho Park derart übel um, dass Frantz’ Fast-Namensvetter in Berlin wahrscheinlich mit einem Schrei der Begeisterung vom Sofa aufsprang, um seinen Wandschrank aus der Verankerung zu grätschen. Tatsächlich war Frantz’ Grätsche, für die er eine läppische Gelbe Karte sah, so dirkschusterhaft, dass wir unser vergangene Woche an Gonzalo Castro verliehenes »gestrecktes 11FREUNDE-Dirk-Schuster-Gedächtnisbein in Gold« wieder zurückfordern müssen, denn Frantz hat diese Auszeichnung mehr verdient. Vielleicht machen wir aber auch einen Wanderpokal draus. Mal abwarten, wem nächstes Wochenende der innere Reifen platzt. 

Petar Sliskovic
Die Rote Karte, um die Frantz so beidbeinig bettelte, bekam am Freitag schließlich Mainz’ Petar Sliskovic. In der Schlussphase des Spiels bruceleete Sliskovic um Haaresbreite an einem Brustkorbbruch des gegnerischen Keepers Raphael Schäfer vorbei, woraufhin Sliskovic selber großes Glück hatte und nur knapp nicht vom Schwarzen Loch des Schäferschen Hasses verschluckt wurde. Lieber ließ er sich vom Feld tragen, der Kroate zog sich in der Szene nämlich einen Innenbandriss zu. Ob vom Sprung oder von der Lautstärke des Schäferschen Einlaufs, wissen wir leider nicht.

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