Die 11 des Spieltags

»Also doch: Adler Thema bei Löw!«

Puh. Dieser 4. Spieltag hatte mal wieder so viel zu bieten wie Hot Shots 1&2 am Stück: Slapstick, eine ordentliche Palette Gags – und sagenhafte Szenen für die Ewigkeit. In den Hauptrollen unserer 11 des Spieltags: René Adler, Thomas Schaaf und André Schürrle.

René Adler

Vor der Saison wusste man nicht so recht, wie fit René Adler überhaupt noch ist. Spätestens nach dem Spiel gegen den BVB war allen klar: Der Mann hat nichts verlernt. Adler parierte fünf Großchancen formidabel. Ein klitzekleine Unsicherheit in der zweiten Halbzeit. Ansonsten tadellos. Es ist nur eine Frage von Tagen, bis diese Headline irgendwo im Boulevard-Dschungel wieder auftaucht: »Also doch! Adler wieder Thema bei Jogi!«



Marc-André ter Stegen

Der 20-Jährige Torwart von Borussia Mönchengladbach hat einmal mehr bewiesen, dass die Aufregung um sein Können gerechtfertigt ist. Wäre er nicht gewesen, die Gladbacher hätten im Derby gegen Bayer Leverkusen wohl tüchtig den Arsch versohlt bekommen. So aber durfte sich Trainer Lucien Favre immerhin über einen Punkt freuen. In dieser Saison werden eben wieder kleinere Brötchen gebacken bei der Borussia.



Thomas Schaaf

Werders Trainer kann so ein netter Mensch sein. Dann sitzt er bei Ina Müller mit dem frisch gewonnen DFB-Pokal in der Hand am Tresen in ihrer in Hamburg aufgenommenen Show und grummelt kumpelig, dass er den Cup nur mitgenommen habe »damit ihn Hamburg auch mal zu Gesicht bekommt«. Doch Schaaf kann auch anders. Dann fixiert er seinen Gegenüber mit so glutigen Augen, spannt die Kaumuskulatur so verbissen an, dass man Haus und Hof darauf verwetten möchte, dass Schaaf den armen Gegner innerhalb der nächsten drei Sekunden zu Klump haut. So geschehen am Sonntag beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart. Das Opfer: der vierte Offizielle. Bevor Schaaf zubeißen konnte, zog ihn allerdings sein treuer Assi Wolfgang Rolff aus der Gefahrenzone. Schade eigentlich, hätte ihm vielleicht die nächste Ina-Müller-Einladung gebracht.



Fabian Johnson

Amerikaner sollen ja besonders dafür bekannt sein, Fehler zu begehen und dann daraus lernen zu wollen. Sagt man sich jedenfalls auf der Straße. Fabian Johnson lernt sogar aus den Fehlern der Mitspieler. Delpierres Eigentor animierte den Defensivmann der TSG Hoffenheim zum Gegenstoß. Er überlief seinen Kollegen aus der US-Nationalmannschaft, Hannovers Steve Cherundolo, und traf schick zum Ausgleich. Fehler ausgebügelt und die Negativserie der Hoffenheimer beendet. Und irgendwo klatschte bestimmt Klinsmann Beifall. 



Heung-min Son

Zuletzt hatte man nicht selten das Gefühl, dass ein Windstoß ausreichte, um das Fliegengewicht Heung-min Son ins Wanken zu bringen. Gegen Borussia Dortmund gelang dem Südkoreaner vom HSV allerdings alles. Er schoss das erste Tor in bester Uwe-Seeler-Manier und das zweite in Form eines Jörg-Albertz-Gedächtnis-Hammers. Am Ende: Jubelnde Hamburger und eine Menge mieser Wortspiele. Hier drei: »Ein perfekter Sontag!«, »Heiter bis sonig!«, »Son Hammer!«.



Szabolcs Huszti

Es kommt selten vor, dass ein Spieler in der »kicker«-Rangliste den Notendurchschnitt 1,0 hat. Bei Szabolcs Huszti ist das aber momentan der Fall – auch weil er an diesem Spieltag gelb-rot-gesperrt war. Daher Alles richtig gemacht. Hannover verlor 1:3 in Hoffenheim. Oder wäre mit ihm alles anders gelaufen?



Rafael van der Vaart

Im Hype um Rafael van der Vaart wurden die Kritiker kaum gehört. Doch es gab sie. Und sie behaupteten, der Mann habe an Kondition eingebüßt und sei eher ein Big-Match-Player als ein Kämpfer. Seine ersten beiden Spiele haben die Kritiker widerlegt: Gegen Frankfurt spielte der Holländer akzeptable 90 Minuten, gegen Dortmund ging er nach 87 Minuten und zwei Torvorlagen vom Platz. Doch selbst danach war nicht Schluss. Nach dem Abpfiff rannte er mit vollem Tempo auf René Adler zu. Der Torwart schockiert: »Ich wusste nicht, dass er so schnell laufen kann.«



Thomas Müller

Manchmal versprangen Thomas Müller Bälle, »da hätten sie in der Kreisklasse noch geschimpft«. So jedenfalls urteilte der Bayern-Spieler selbstkritisch nach dem 2:0 auf Schalke. Er schoss dennoch ein Tor und bereitete das zweite vor. Auch weil die Mannschaft so freundlich war und ihm weiter Bälle zuspiele. Müller: »Da bedanke ich mich auch bei meinem Mitspielern!« 



Änis Ben-Hatira

Der Mann mit dem Namen, der für vorpubertäre Jugendliche ein Geschenk des Himmels ist, ist ja eigentlich Zweitligaspieler und deshalb nicht reif für unsere 11 des Spieltags. Aber: wenn sich jemand so in den Vordergrund spielt wie der gute Änis, dürfen wir ihn einfach nicht ignorieren. Nach einem Streit mit seiner Freundin, so berichteten diverse Medien, sei Ben-Hatira einfach wütend auf und davongebraust. So weit so unspektakulär. Weil der Hertha-Profi aber noch die Brieftasche der Dame im Auto hatte und diese wiederum voll Beziehungswut die Polizei alarmierte, wurde Ben-Hatira wegen Raubes hopsgenommen und für einige Stunden eingesperrt. Mittlerweile ist der Fußballer wieder auf freiem Fuß (Abbücker!), wie der Stand der Dinge in Sachen Beziehung ist, wissen wir leider nicht.



André Schürrle

Über 500 Meter kann Schürrle mit höchster Intensität von über 24 km/h laufen, was etwa der Maximalgeschwindigkeit einer schwarzen Mamba entspricht. Nur hat sich Schürrle am 4. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach nicht ganz so giftig gezeigt. Seine Vorstöße waren alles andere als gefährlich und beim Handelfmeter schickte er Gladbachs Keeper ter Stegen zwar erfolgreich in die linke Ecke, knallte den Ball allerdings an den rechten Pfosten. Künstlerpech. Dabei war er sich der Wahl der Ecke gemäß eigenen Angaben »sehr, sehr sicher«. Neun Kilo Muskelmasse hat der Offensivmann in Leverkusen in den vergangenen Monaten zugelegt, ein paar Kilo mehr Glück und Selbstvertrauen und alles ist wieder in Butter. Sagen wir.



Ivan Perisic

Trotz Niederlage gegen den Hamburger SV wird es Jürgen Klopp nicht bereut haben, Ivan Perisic in der Startelf auflaufen zu lassen. Der Kroate dankte es ihm nämlich gleich mit zwei Toren und damit dem ersten Doppelpack seiner Bundesligakarriere. Konnten sich die Dortmunder zwar nicht mehr viel von kaufen, hübsch anzusehen war vor allem aber der Heber zum ersten Tor allemal. 

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