Deutschland gelingt perfekter Turnierstart gegen Portugal

Vier zum Jubiläum

Eins, zwei, drei, vier! Deutschland besiegt Portugal deutlich 4:0. Joachim Löw macht schon vor dem Spiel alles richtig. Nur die Verletzung von Mats Hummels trübt die Euphorie ein wenig.

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Gerade mal eine Minute war vorüber, als bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ziemlich alles falsch lief. Da fand sich Jerome Boateng plötzlich an der portugiesischen Torauslinie wieder und flankte den Ball an den langen Pfosten, wo sich der kurze Mario Götze zum Kopfballduell mit Portugals Abwehrkante Bruno Alves rüstete. So hatte Bundestrainer Joachim Löw sich das eigentlich nicht vorgestellt im 100. Endrundenspiel der Deutschen seit der ersten WM-Teilnahme 1934 in Italien. Die Außenverteidiger sollten sich auf die Defensive beschränken, Mario Götze durch den gegnerischen Strafraum kombinieren.

Doch der Bundestrainer wird gnädig über diese frühe Verirrung hinweggesehen haben – weil sein großer Plan vollumfänglich aufging. Deutschland startete mit einem überzeugenden 4:0 (3:0)-Sieg in die Weltmeisterschaft.

Nicht nur die Nationalmannschaft setzte damit genau das Ausrufezeichen, das sich der Bundestrainer erhofft hatte. Thomas Müller setzte ein zweites gleich daneben. Der Torschützenkönig der WM 2010 erzielte drei der vier Tore für sein Team. Besser hätte die WM in Brasilien nicht anfangen können, sieht man einmal von der Verletzung von Mats Hummels ab, der eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt werden musste. Auch vor vier Jahren waren die Deutschen mit einem 4:0 ins Turnier gestartet. Der damalige Gegner Australien verfügte aber nicht annähernd über die Klasse, die Löw bei den Portugiesen vermutet hatte.

Nicht Podolski oder Schürrle, sondern Götze spielt von Beginn an

Die Frage, ob Lukas Podolski oder André Schürrle den verletzten Marco Reus ersetzen sollte, hatte der Bundestrainer mit einem entschlossenen Mario Götze beantwortet. Löw brachte damit (mit lauter Innenverteidigern in der Viererkette) nicht nur das größtmögliche Bollwerk aufs Feld, sondern mit Toni Kroos, Mesut Özil und eben Götze auch das größtmögliche Kringelpotenzial. Seine Idee lautete: hinten sicher stehen – und vorne die Verhältnisse zum Sambatanzen zu bringen.

Das gelang seiner Mannschaft über weite Strecken blendend, obwohl sie zu Beginn des Spiels einen echten Schreckmoment zu überstehen hatte. Philipp Lahm verlor kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball, Cristiano Ronaldo kam zum Abschluss, scheiterte aber an Torhüter Manuel Neuer. Es sollte bis zu einem wuchtigen Freistoß in der Nachspielzeit, den Neuer ebenfalls parierte, das einzige Mal bleiben, dass der Weltfußballer offensiv auffiel. Auch im vierten Aufeinandertreffen seit der WM 2006 gelang Ronaldo kein Tor gegen die Deutschen.

Thomas Müller erzielte drei der vier deutschen Tore

Auf der anderen Seite ermöglichte Torhüter Rui Patricio den Deutschen mit einem verunglückten Befreiungsschlag die erste Chance. Der Ball landete genau im Fuß von Sami Khedira. Der Mittelfeldspieler schloss umgehend ab, verpasste das Tor aus 30 Metern jedoch um wenige Zentimeter.

Einen ersten Eindruck von den spielerischen Möglichkeiten der Deutschen bekamen die 51.081 Zuschauer in der Arena Fonte Nova von Salvador nach zehn Minuten zu sehen. Da ging es schnell und direkt nach vorne, und als der Ball im portugiesischen Strafraum angekommen war, langte Joao Pereira an Götzes Schulter – der serbische Schiedsrichter Milorad Mazic entschied auf Elfmeter. Thomas Müller verwandelte zum 1:0.

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