Deutschland gegen Frankreich in der Einzelkritik

Hummels in den Louvre!

Mats Hummels gehört in den Louvre, Mesut Özil auf die Couch von Kai Pflaume – die deutsche Mannschaft nach dem Viertelfinalesieg gegen Frankreich in der Einzelkritik.

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Manuel Neuer
Ach, Manuel. Dich hätten wir gerne früher dabei gehabt, als uns der fette Timo über den Schulhof jagte. Oder bei dem schlimmen Horrorfilm, von dem wir dann jahrelang Alpträume hatten. Bei jedem x-beliebigen Hausbrand, Super-Gau oder Sturmflut. Du würdest uns bestimmt beschützen, sicher aus der Sache rausbringen und uns zur Not aus der Gefahrenzone boxen. Auch nicht verkehrt: Mit Neuer im Tor kann man Weltmeister werden.

Mats Hummels
Stellt den Mann gegen den Undertaker in den Ring, wünscht ihm die Pest auf den Hals oder schickt ihn ins Laufduell mit Usain Bolt: Mats Hummels würde den Zweikampf vermutlich gewinnen. Im Viertelfinale versuchten sich so viele Franzosen am direkten Infight mit Hummels, dass wir uns nicht gewundert hätten, wenn der Dortmunder auch noch Louis de Funes, Charles de Gaulle und Brigitte Bardot abgegrätscht hätte. Und weil sich seine Mannschaft so schwer tat mit dem Tore schießen, übernahm der Innenverteidiger eben auch noch das. Sein Kopfball zum entscheidenden 1:0 war dabei fast noch schöner als jener im ersten Spiel gegen Portugal und gehört nach Meinung der 11FREUNDE-Redaktion in ein angesehenes Museum. Vielleicht zeigt der Louvre ja Interesse.

Jerome Boateng
Heute mal wieder in der Innenverteidigung und da macht der Münchener einfach seinen besten Job. Routiniert und stoisch wie ein Staubsaugervertreter auf seiner Runde durch die Nachbarschaft ging Boateng gegen Frankreich seinem Beruf nach, gewann die entscheidenden Zweikampf am Boden und in der Luft, setzte seine Vorderleute zügig ein und zeigte lediglich Schwächen, wenn ihn seine Gegenspieler bei Rettungsaktionen auf der Außenbahn attackierten. Staubsauger-Vertreter machen sich bei allzu viel Gegenwind aus dem Staub, Boateng bolzte die Bälle oldschool auf die Tribüne. Nicht schön, aber richtig.

Philipp Lahm
97 Prozent der deutschen Zuschauer, so ergab ein ARD-Umfrage vor dem Spiel, hatten sich Philipp Lahm back to the roots auf seiner rechten Außenbahn gewünscht. Die anderen drei Prozent sollen laut 11FREUNDE-Informationen von zufällig gefragten französischen Touristen stammen. Der Bundestrainer reagierte freundlicherweise und plötzlich wurde aus der rechten Problemseite ein scharfes doppelschneidiges Schwert: Gemeinsam mit Thomas Müller versaute Lahm den Franzosen das Viertelfinale gründlich. Fragt sich nur, ob das auch Löw so gesehen hat. 100 Prozent der Deutschen hoffen das.

Benedikt Höwedes
Beim Schalker Höwedes scheint es wie mit einem Rechtsausleger, der von einem klugen Boxlehrer zum Linksausleger umgeschult wird, dabei in den ersten Kämpfen noch auf die Fresse bekommt, langsam besser wird – und am Ende doch den Weltmeistergürtel in die Höhe reckt. Rocky-Musik inklusive. Der Innenverteidiger Höwedes ist doch tatsächlich auf dem besten Wege zum Außenverteidiger Höwedes zu werden. Gegen Frankreich wich Höwedes so manchem Leberhaken aus und gewann am Ende klar nach Punkten. In der Ringecke stand derweil Jogi Löw und rotzte zufrieden grunzend eine Ladung Kautabak in den schwarz-rot-goldenen Spuckeimer.

Sami Khedira
Nicht ganz so präsent wie nach seiner Einwechslung im Algerien-Spiel, was allerdings auch daran lag, dass der wiedergenesene Kreuzband-Patient diesmal von Anfang an spielte und offenbar am meisten mit der Hitze von Rio zu kämpfen hatte. Zeitweise wirkte Khediras Spiel schwerfällig und mühselig, allerdings ist der Madrilene auch ein anerkannter Meister um unsichtbaren Wirken. Auch gegen Frankreich stopfte der Mittelfeldmann mehr Löcher als eine Großmutter von zehn Enkelkindern, und gab seiner Mannschaft dabei eine Stabilität, die ihr in der ersten Halbzeit des Algerien-Spiels noch komplett abgegangen war.

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