Deshalb ist die TSG in Liga 1

Sympathieträger der Bundesliga!

Frank Baade alias »Trainer Baade« hat das größte Geheimnis der Bundesliga gelüftet: Warum spielt die TSG Hoffenheim eigentlich in der Bundesliga. Weil der Klub der vielleicht größte Sympathieträger des Profifußballs ist, sagt unser Experte.


Die 11FREUNDE-Dienstagskolumne: Jede Woche machen sich  Lucas Vogelsang, Titus Chalk und Frank Baade im Wechsel Gedankenüber den Fußball, die Bundesliga und was sonst noch so passiert. Wenn unser heutiger Kolumnist Frank Baade nicht gerade für uns drei Kleinode zusammenstellt, schreibt er auf seiner Webseite über den Fußballgott und dessen irrationales Wirken in den Bundesligen und den großen Turnieren dieser Fußballwelt.


1.
Sympathieträger Hoffenheim

Lange hat man sich gefragt, was das soll mit diesem Hoffenheim, guckt kein Mensch, spielen nicht schön, was soll denn so eine zusätzliche graue Maus, wenn man auch den VfL Bochum haben könnte oder immer mal wieder so echte Farbtupfer wie die SpVgg Unterhaching oder den SSV Ulm. Als sie noch schön spielten und zur Herbstmeisterschaft jagten, stellte man sich diese Frage nicht, weil sie schön und für diesen Wimpernschlag der Bundesligageschichte extrem erfolgreich spielten. Seit jener Halbserie aber plätschert nur noch ideenloses, blutleeres, x-beliebiges Gekicke aus den Hoffenheimer Trikots.

Das kann der DFB doch nicht ernst meinen, sich eine solche graue Maus heranzuzüchten, wenn man schon Leverkusen und Wolfsburg hat, wenn dann tatsächlich bei der Paarung Wolfsburg gegen Hoffenheim eine im nicht messbaren Bereich liegende Zahl an Menschen die Einzeloption im Bezahlfernsehen wählt. Und die Menschen selbst nach Siegen nicht mal feiern.

Jetzt ist klar geworden, was die Funktion von Hoffenheim ist, und man muss zugeben: So schlecht ist die Idee nicht. Man hat Hoffenheim in die Liga geholt, weil sie ein echter Sympathieträger sind. Und zwar tragen sie durch ihre bloße Existenz die Sympathien zu den übrigen Klubs hin. Während man sich früher nie vorstellen konnte, jemals für Hertha BSC zu sein, wünscht man jetzt in jedem Spiel Hoffenheim eine Niederlage, egal, gegen wen. Selbst Leverkusen wirkt plötzlich richtig lebendig, und selbst Bremer und Hamburger sind sich einig, dass man gegen Hoffenheim stets gewinnen müsse — auch der jeweils andere.

Hat man sich dann einmal im Leben über einen Sieg eines Vereins gefreut, weiß man plötzlich, wie das ist, sich für Gladbach, für Nürnberg oder für Kaiserslautern zu freuen. Die Sympathien, kostenlos, unterbewusst, rundum geschickt von Hoffenheim überall hingetragen, wo sie antreten, wachsen und wenn die TSG dann in wenigen Saisons ihren Zweck erfüllt haben wird, wird sie sang- und klanglos von der Bundesligabühne verschwinden, während alle anderen Teams so schrecklich sympathisch wirken, dass jeglicher Tod und Hass aus der Bundesliga verschwunden sein wird.

2.
Die Erfinder der »Berlin, Berlin«-Schlachtrufes kommen aus Uerdingen!

Die Erfinder des 2xBerlin!-Wirfahrendajetztmalhin!-Schlachtrufs im Zuge von Veranstaltungen im DFB-Pokal sind die Fans von Bayer Uerdingen, heute KFC Uerdingen. Zumindest ist das so, wenn man RPO Glauben schenken darf, was oft schwerfällt. Hier allerdings nicht ganz so schwer, war das 1985er-Finale des DFB-Pokals doch das erste, das in Berlin stattfand.

Von manchen Bräuchen nimmt man an, dass sie schon immer zum Fußball gehörten. Dann ist es schwer vorstellbar, dass diese Dinge einmal anders waren. Zum Beispiel sich wegen der (selbst ernannten) Zugehörigkeit zu einem Fußballverein gegenseitig auf die Fresse zu hauen, und dabei so viel Spaß zu empfinden, dass man es freiwillig immer wieder macht. Oder aber eben im DFB-Pokal dieses Berlin-Fahren-usw. anzustimmen, was es erst seit dem 6. April 1985 gibt, als Bayer Uerdingen sein Halbfinale im DFB-Pokal in Saarbrücken gewann. Womit seine Fans sicher sein konnten, tatsächlich nach Berlin zu fahren, bzw. den für sie dazu nötigen Anlass zu besitzen.

»Den heute deutschlandweit bekannten Slogan „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ erfanden die Uerdinger Fans, nachdem ihre Mannschaft am Ostersamstag 1985 das Halbfinale mit 1:0 beim Zweitligisten 1.FC Saarbrücken gewonnen hatte.«

So wären die Urheber dieses Slogans schon mal geklärt. Fehlt nur noch die Antwort auf die Frage der Herkunft der »Melodie«.

3.
Ein verschobenes Spiel kommt selten allein

Da hatten die 66 Spieler und 6 Trainer wohl gedacht, in den Tiefen der Weimarer Kreisliga würde es niemandem auffallen, wenn sie sich gemeinsam zu einer klitzekleinen Manipulation verabreden. Und so mit den Geldern der Wettmafia den Mannschaftsausflug nach Malle finanzieren wollten.

Doch das Internet schläft nie und so dürfen sich die Ertappten nun eine gute Ausrede einfallen lassen, wie sie diese drei obskuren Ergebnisse am selben Spieltag rechtfertigen wollen.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!