Der SV Wehen mausert sich

Die gar nicht mal so Schlechten

Fünf Siege in acht Spielen, der Sprung auf einen Aufstiegsplatz, aber für die Konkurrenz anscheinend immer noch der Underdog: Den Profis von Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden ist das egal. Sie schlagen aus ihrer Außenseiterrolle weiter Kapital. Imago „Viele scheinen immer noch nicht zu begreifen, dass wir gar nicht so schlecht sind“, vermutet Wehens Mittelfeldspieler Maximilian Nicu und zuckt mit den Schultern: „Sie unterschätzen uns einfach.“ Erst am vergangenen Sonntag hatte der torgefährliche Nicu (5 Saisontreffer) wieder diese „Art von Ignoranz“ ausgemacht, mit der diesmal die Spieler des 1. FC Köln den Taunussteinern begegneten. 2: 0 führte das Team von Christoph Daum nach 20 Minuten, ließ danach die Zügel schleifen und verlor noch 3:4.

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„Das sind alles Zähler gegen den Abstieg“


„Vielleicht dachten die Kölner, wir können mit unseren Chancen nicht umgehen“, meinte Nicu nach dem verrückten Spiel. Dabei sind die Hessen mit 19 Toren die derzeit treffsicherste Zweitliga-Mannschaft. Stürmer Ronny König („Das war die Quittung für das Auftreten des FC“) belehrte den vermeintlichen Favoriten vom Rhein dann auch eines besseren. Der 24-Jährige, von den eigenen Fans mittlerweile als Fußball-König gefeiert, sorgte mit einem Hattrick binnen acht Minuten für die Wende. Durch den dritten Sieg in Serie gelang der derzeitigen Überraschungsmannschaft der Liga sogar der Sprung auf Platz drei - der Rückstand auf Tabellenprimus SC Freiburg beträgt gerade einmal einen Punkt. Für Wehens Trainer Christian Hock ist das allerdings nur eine Momentaufnahme, als Spitzenmannschaft sieht er sein Team nicht.

„Wir haben jetzt 16 Punkte. Das sind alles Zähler gegen den Abstieg“, betonte Hock und will sein Ziel Klassenerhalt aus gutem Grund nicht nach oben korrigieren. „Wir haben die Erfolge mit Spielern errungen, die in der vergangenen Saison noch Ersatzspieler in Zweitligateams waren oder in der Regionalliga gespielt haben.“

Deshalb schließt Hock Leistungsschwankungen und schwächere Resultate nicht aus. Selbstvertrauen gibt allerdings die Tatsache, dass der mit einem Etat von rund 6,5 Millionen Euro ausgestattete Aufsteiger nach knapp einem Viertel der Saison bereits fast die Hälfte der anvisierten 40 Punkte auf dem Konto hat. Der jüngste Erfolg war aber auch gleichzeitig ein Abschied der besonderen Art. Da die eigene 12.920 Zuschauer fassende Fußball-Arena in Wiesbaden erst in diesen Tagen fertig gestellt wird, musste die Hock-Elf ihre bisherigen vier Heimspiele in der WM-Arena in Frankfurt austragen.

Die Bilanz im Asyl: Drei Siege und ein Unentschieden. „Wir haben uns ganz wohlgefühlt“, meinte König. Trotzdem fiebern Profis wie Fans dem ersten Punktspiel im neuen Stadion am 21. Oktober gegen den FSV Mainz 05 entgegen. „Wir könnten wahrscheinlich 30.000 Karten für dieses Spiel verkaufen. Der Run ist unglaublich“, beschreibt der Wehener Fanbeauftragte Günther Schäfer die Euphorie. Die neue Arena wird bereits am 11. Oktober mit einem Spiel gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund (20.15 Uhr) eingeweiht.


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