Der Sonderheft-Teamcheck

Wer führt Gomez ins P1 ein?

Unser Sonderheft ist da! Ein brandheißes Dossier, um das uns jeder Geheimdienst der Welt beneidet. Wir beantworten darin alle (alle!) Fragen, die sich stellen. Hier vorab das Kapitel über den FC Bayern München. Der Sonderheft-TeamcheckImago
Heft #93 Sonderheft 2009/10
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93
Gestatten, FC Bayern!

»Selbstbewusst, arrogant, dominant, ehrlich, arbeitsam, innovativ, aber auch warm und familiär – ich erkenne meine Persönlichkeit in diesen Begriffen.« Mit diesen Worten skizzierte Louis van Gaal an seinem ersten Arbeitstag in München den Charakter seines neuen Arbeitgebers – und den eigenen gleich mit. Zumindest für den Verein soll diese Beschreibung in naher Zukunft wieder zutreffen, nachdem das eigene Selbstverständnis zum Ende der Ära Klinsmann in Trümmern lag. Mannschaft und Trainer schienen voneinander weiter entfernt zu sein als die Abwehr vom Mittelfeld, was in der vergangenen Saison einiges über die Missstände aussagte. Mit van Gaal wurde nun wunschgemäß ein Fußballlehrer verpflichtet und zudem, ebenfalls wie immer nach einer titellosen Saison, für sehr viel Festgeld der Kader verstärkt. Van Gaal und die Bayern, eine perfekte Symbiose? Momentan versprechen sie sich einmal mehr berauschenden Offensivfußball und reanimieren das bewährte Mir-san-mir-Gefühl. Ob all das auch so bleiben wird, ob die Spieler auch dann noch von van Gaals offener Art begeistert sind, wenn es sie selber auf die Ersatzbank verschlägt und ob der Niederländer nicht doch auch auf den altbekannten Ergebnisfußball umstellt, wenn es um den eigenen Job geht, wird sich erst im Saisonverlauf zeigen – wie immer bei den Bayern.

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Die erstaunliche Zahl

1000 Messungen pro Sekunde schafft das neue Trainingsanalyseprogramm der Bayern. Dazu gehören auch mehrere Kameras, die auf den Trainingsplätzen neu installiert wurden und die Laufwege der Spieler überwachen. Deswegen ist es eigentlich ein wenig schade, dass Podolski zurück nach Köln gegangen ist – der Spieler, dem bislang noch jeder Trainer bescheinigt hat, er müsse an seinen Laufwegen arbeiten. Verschwunden sind dafür die Buddha-Statuen, das DJ-Pult und die – wie man munkelt kaum genutzte – Spielerbibliothek.


Das prophezeit der Lokaljournalist

»Der FC Bayern wird auf jeden Fall Deutscher Meister. Zum einen, weil sich die Spieler nicht die Blöße geben wollen, zwei Jahre hintereinander den Titel zu verpassen, zum anderen, weil ich glaube, dass van Gaal die Mannschaft sehr stark verbessern wird, vor allem im taktischen Bereich. Man sah schon nach den ersten Trainingseinheiten, dass jetzt ein ganz anderes Konzept vorhanden ist, an das die Spieler glauben. Pedantisch lässt van Gaal jeden Tag kurze, schnelle Pässe trainieren und unterbricht oft. Die Spieler machen das alles ohne Murren mit, man sieht ihnen richtig an, dass sie lernen wollen und viel motivierter sind. Das hat auch damit zu tun, dass van Gaal und sein Team große Erfolge vorweisen können. Beim Stab des letzten Jahres gab es viele Leute, die keiner kannte und die noch nichts erreicht hatten. Spieler haben viel mehr Respekt vor jemandem, der schon die Champions League gewonnen hat.« Mario Volpe (tz)


So wollen sie spielen

Noch hat sich Louis van Gaal nicht festgelegt, mit welcher taktischen Ausrichtung er in die Saison starten will. Er ließ lediglich wissen, dass er das System wählen werde, das den individuellen Fähigkeiten seiner Spieler am besten gerecht wird. Grundsätzlich favorisiert er, wenig überraschend, das in den Niederlanden beliebte 4-3-3. Darin würde Ribéry, wenn er denn bleibt, den linken Außenstürmer geben. Fraglich ist allerdings, ob van Gaal Klose oder Olic zutraut, den Gegenpart auf der rechten Seite zu spielen. Wahrscheinlicher ist deswegen ein 4-4-2 mit Raute oder drei Mittelfeldspielern auf einer Linie vor dem neuen Sechser Timoschtschuk.

Das sagt Philipp Lahm

»Für mich war die Saisonpause dieses Jahr so lang wie noch nie. Wir hatten vier Wochen Urlaub, so dass ich mich zum Start der Saisonvorbereitung wieder richtig auf das Training gefreut habe. Durch den neuen Trainer hat sich hier einiges geändert, wir haben mehr Ordnung auf dem Platz und trainieren alles mit Ball, auch die Fitness. Das Ziel Nummer 1 ist, in allen Wettbewerben möglichst weit vorne zu landen.«


Wer führt Mario Gomez ins P1 ein?

So er denn beim FC Bayern bleibt, bietet sich dafür unbedingt Christian Lell an. Der kennt sich als Münchener aus wie kein Zweiter, weiß, was die Frauen hier so brauchen und hat nächste Saison aller Voraussicht nach nichts, aber auch gar nichts anderes zu tun.


Wird Uli Hoeneß in Zukunft auf  der Tribüne sitzen?

Zumindest hat er sich das fest vorgenommen. Unklar ist bis dato allerdings, wer sich freiwillig neben Hoeneß platzieren und bei jedem Tor würgen lässt. Der eigentlich dafür vorgesehene David Carradine fällt leider aus.


Braucht Hermann Gerland  bei Pressekonferenzen ein Mikro?

Eigentlich nicht. Der Co-Trainer ist meistens sehr sparsam mit seinen Aussagen, mehr als ein »ja« oder »nein« ist ihm selten zu entlocken. Hier könnte der Verein einen Teil seiner Ausgaben kompensieren.


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