Der Protestzug der MSV-Fans

»Von Generationen gelebt, von Egoisten zerstört«

Dem MSV Duisburg droht nach dem Lizenz-Entzug durch die DFL der Absturz. Bei einem Protestzug feierten rund 5000 Anhänger zwar mit lautstarken Sprechchören ihren Verein. Sie zeigten aber auch ihren Unmut über die aktuelle Entwicklung.

Rund 5000 MSV-Fans haben laut Polizei am Dienstagabend ein eindrucksvolles Zeichen für ihren Verein gesetzt. Um 19.02 Uhr machten sich die Fußball-Anhänger des 1902 gegründeten Klubs, dem nach dem Lizenzentzug der Gang in die vierte Liga droht, bei einem Protestzug mit Pauken und Trompeten vom Ostausgang des Hauptbahnhofs auf in Richtung Arena.

Mit lautstarken Sprechchören feierten sie immer wieder ihren Verein, zeigten mit Plakaten wie »Von Generationen gelebt, von Egoisten zerstört« aber auch ihren Unmut über die aktuelle Entwicklung.

Sprechchöre für Sören Link

Neben MSV-Legende Joachim Hopp und Comedian Markus Krebs mischte sich auch Oberbürgermeister Sören Link unter die Massen. Als die Demo nach rund anderthalb Stunden die Arena erreichte, schnappte sich der OB ein Mikro und sprach zu den Fans: »Meine Bitte ist, dass ihr jetzt nicht nach Schuldigen sucht. Lasst uns erst einmal die Entscheidung des Schiedsgerichts abwarten«, so Link, der deshalb an diesem Abend auch nicht über die vierte Liga, die Folgen und die Möglichkeiten der Stadt sprechen wollte.

Stattdessen lobte er die Organisatoren der Demo dafür, in so kurzer Zeit so viele Menschen mobilisiert zu haben. »Diese Stunde ist eine Chance für einen Neuanfang – für den MSV und für Duisburg«, rief Link den Anhängern zu, die ihn mit Sprechchören feierten: »Sören, du bist ein Duisburger!«

Andreas Kuklinski, der die Demo via Facebook organisierte, war von der Resonanz überwältigt und hatte Tränen der Rührung in den Augen. Er waren nicht die einzigen emotionalen Momente an diesem Abend.

»Ich hab versprochen, dass ich immer im Verein bleibe.«

Brigitte Klaus aus Großenbaum zum Beispiel war es auch ganz wichtig, beim Protestzug dabei zu sein. »Ich habe seit 35 Jahren eine Dauerkarte. Der MSV darf einfach nicht untergehen«, sagte die 74-Jährige und fügte nach einer kurzen Pause hinzu: »Mein Mann ist vor drei Jahren gestorben. Ich hab ihm versprochen, dass ich immer im Verein bleibe. Und das ändert sich auch jetzt nicht.«

Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Demo. Am Ende habe es eine Rangelei mit einer verletzten Person gegeben. Und ganz vereinzelt sei Pyrotechnik gezündet worden.

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