Der Pokalsieger FC Bayern in der Einzelkritik

AAAADRIAAANN!!!

Thomas Müller inspiriert Sylvester Stallone, Arjen Robben entscheidet inzwischen Endspiele wie andere die nächste Zigarettenpause und: Hat mal jemand ein Hamsterrad für Mario Götze? Der Pokalieger 2014 in der Einzelkritik.

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Manuel Neuer
Neuer kommt uns manchmal so vor wie ein gelangweilter Bademeister, dem seit Monaten nicht mal ein Kleinkind ins Becken gepinkelt hat. Vor lauter Langeweile schubst er dann einen Fünfjährigen ins Wasser, nur um ihn dann mit einem galanten Hechtsprung vor dem Ertrinken zu retten. Auch Manuel Neuer hatte in dieser Saison (und in diesem Finale) so wenig zu tun, dass er ab und an eben selbst für Aufregung sorgen musste. Der Bayern-Schlussmann musste dafür keine kleinen Kinder schubsen, sondern nur den Ball halbhoch ins Mittelfeld flexen – irgendein Gegenspieler würde da schon an den Ball kommen. Und während das Stadion raunte ob des angeblichen Missgeschicks des Welttorhüters, meinten wir in Neuers Gesicht ein vorfreudiges Grinsen zu erkennen. Vielleicht waren wir da aber auch schon zu betrunken.

Jerome Boateng
Mit diesem Jerome Boateng ist es ja so: Mal bewegt er sich so tölpelhaft über den Rasen wie der Autor dieser Zeilen beim Abschlussball der »Tanzschule Krüger« 1998, oder – was in dieser Saison erfreulich häufig zu sehen war – so schlangengleich wie Michael Jackson bei den Dreharbeiten zum »Thriller«-Video. Das 1:0 seiner Bayern verdankte der Meister eben jener beizeiten aufblitzenden Boatengschen Körperbeherrschung: Gegen Kevin Großkreutz erfand er kurz mal das Hacken-Tackling und schleuderte danach so rasiermesserscharf eine Flanke in den Strafraum, dass irgendwo in Großbritannien Dwight Yorke und Andy Cole zeitgleich zum Kopfball hochsteigen mussten, um danach David Beckham eine verliebte »Weiß du noch damals?«-SMS zu schicken.

Javier Martinez
Aus gut unterrichteten Quellen hat 11FREUNDE erfahren, dass es sich bei Javier Martinez um ein richtiges Biest handelt. Auf dem Platz, weil er auch gestern bei seinen Zweikampfduellen eine Erfolgsquote vorweisen konnte wie Bud Spencer bei einer handelsüblichen Kneipen-Rauferei. Abseits des Rasens, weil der Mann offenbar weiß, wie man Feste feste feiert. Liebe Berliner Nachtschwärmer: Wenn Ihnen also jemand heute zwischen 1 und 6 Uhr in der Früh den Club Mate/Wodka aus dem Jutebeutel gegrätscht haben sollte, Sie wissen jetzt, wo sie sich zu beschweren haben.

Dante
Tja, lieber Dante, wo warst du eigentlich im Sommer 1966, als wir Deutschen dich so gut hätten gebrauchen können? Ach, noch gar nicht geboren? Jetzt komm uns nicht mit billigen Ausreden. Weltmeister wären wir geworden, weil du den Ball von Geoff Hurst so akrobatisch aus dem Tor gekloppt hättest, dass Schieds- und Linienrichter, von derartiger Defensivkunst kurzzeitig geblendet, gar nicht in der Lage gewesen wären, auf Tor zu entscheiden. So wie gestern, geschehen mit Schiri Florian Meyer und Kollegen. Aber, gut, Dante, wir haben dir dann gestern schnell verziehen, als du Bierhoff und Bommes im Sportschau Club mit breitem Grinsen die Bierdusche für Pep Guardiola analysiertest: »Ich wollte dem Trainer deutsche Tradition näher bringen!« Darauf einen Tofik Bachramov!

Pierre Emile Højbjerg
Gut, wir geben es zu. Ein ganz klein wenig hatten wir gestern gehofft, dass es Pierre Emile Højbjerg verkackt. Nicht, weil wir grausame Neider sind (das auch), sondern weil wir unbedingt vermeiden wollten, uns in Zukunft mit der Suche nach dem Buchstaben ø auf der Tastatur abzumühen. Pech für uns, Bayerns 18-jähriger Frischling aus Dänemark machte ein supergeiles Spiel. So supergeil, dass Friedrich Liechtenstein beinahe in einer Badewanne voller Milch ersoff. Der junge Mann (Højbjerg, nicht Liechtenstein) verausgabte sich so aufopferungsvoll, dass er bei seiner Auswechslung in der 102. Minute plötzlich älter aussah als sein Trainer. Goldig: Wie PEH (wie wir ihn nur noch nennen) nach dem Spiel sein Teenager-Grinsen in jede Kamera hielt und wir darauf warteten, dass dem Jüngling jeden Moment eine wild gewordene dänische Mama mit selbst gehäckeltem DFB-Pokal um den Hals fallen würde.

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