15.08.2013

Der neue Chef des Farnborough FC

Lothar Matthäus ist zurück!

Der englische Sechstligist FC Farnborough hat einen Kader, nach dem sich jeder Trainer der Welt die Finger leckt: Lionel Messi, Zinedine Zidane, David Beckham – und Lothar Matthäus. Wie kam es dazu?

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Imago

Auf dem Trainingsgelände in Farnborough parkten nie die dicksten Schlitten. Die Spieler trugen nie die neuesten Designer-Frisuren und twitterten nie Oberkörperfotos von ihren Luxus-Yachten. Der Farnborough FC ist ein englischer Sechstligist, ohne Glamour, ohne Glanz, die Spieler wurden auf der Klub-Homepage früher mit Sätzen wie diesem vorgestellt: »Ich mag Poker und Steak.«
 
Zweimal war Farnborough Town FC groß in der Presse. Das eine Mal, im Januar 1992, erkämpfte sich der Klub ein 1:1 im FA Cup gegen West Ham United. Ansonsten? Farnborough gewann 1976 die London Spartan League und wurde 1982 Zweiter im London Senior Cup. Das war’s. 2006 löste sich der Klub auf und gründete sich unter dem Namen Farnborough FC neu in den Tiefen der Southern Leagues.

Im Mittelfeld: Messi neben Maradona
 
Doch seit einigen Tagen stehen die Zeichen auf Erfolg. Denn der Klub besitzt seit neuestem die beste Mannschaft der Welt. Im Kader stehen unter anderem: Franz Beckenbauer, Pelé, Diego Maradona, Lionel Messi, George Best, Johan Cruyff, Paul Gascoigne, David Beckham, John Terry – und Lothar Matthäus.
 
Die Sache begann im Frühjahr 2013, als es dem Klub finanziell ziemlich schlecht ging. In den Büchern klaffte eine Lücke von über zwei Millionen Pfund. Die Vereinsoberen machten sich auf die Suche nach Sponsoren und fanden eine Wett-Firma, die in der Vergangenheit schon öfter mit Guerilla-Aktionen aufgefallen war. Für das EM-Spiel Dänemark gegen Portugal hatte das Unternehmen etwa Nicklas Bendtner mit einer Firmen-Unterhose ausgestattet. Nach seinem zweiten Tor, ließ er die Sporthose runter und präsentierte das Logo des Unternehmens. Die Folge: Bendtner musste 100.000 Euro Strafe und die Firma war eine Woche dauerpräsent in den Medien.

Das fröhliche Umbenennen!
 
Nun also Farnborough, dieses 50.000-Einwohner-Nest 100 Kilometer südwestlich von London. Dort, wo alle zwei Jahre die Farnborough International Airshow stattfindet. Dort, wo der 1955 verunglückte Formel1-Pilot Don Beauman geboren wurde.
 
Dort ließ die Firma einen fünfstelligen Pfund-Betrag springen und pflasterte dafür ihren Namen überall hin: Auf Trikots, Schals und über den alten Stadionnamen. Und als man gerade beim Umbenennen war, dachte man sich: Wieso heißen die Spieler eigentlich immer noch so, wie sie immer hießen?

 
 
 
 
 
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