12.09.2013

Der lange Kampf des Stilian Petrow

When you walk through a storm

Im März 2012 stellten die Ärzte bei Aston Villas Kapitän Stilian Petrow eine Leukämie-Erkrankung fest. Seitdem kämpft er gegen den Krebs.

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When you walk through a storm

Am 23. März 2012 spielt Aston Villa gegen den FC Arsenal und verliert mit 0:3. Villas Kapitän Stilian Petrow hat nicht gut gespielt. Er ist 32 Jahre alt und hat mehr als 100 Länderspiele für sein Heimatland Bulgarien auf dem Buckel. Manche sagen, er sei nicht mehr der Alte. Nach der Pleite gegen Arsenal geht Petrow zum Arzt, er fühlt sich nicht gut. Eine Woche später ist nichts mehr, wie es mal war. Stilian Petrow, der kraftvolle Antreiber im Mittelfeld, ist tatsächlich nicht mehr der Alte. Petrow hat Leukämie.

Hold your head up high

Wie in einem dunklen Tunnel, ohne Licht, ohne Hoffnung. So beschrieb einst Geoff Thomas, neunfacher englischer Nationalspieler, sein Seelenleben nach der Diagnose. 2003 wurde auch bei Thomas Leukämie festgestellt, er gewann den Kampf gegen den Krebs. Er ist einer der Ersten aus dem großen Fußball-Zirkus, die Stilian Petrow Mut zu sprechen. Oder es zumindest versuchen. Denn auch Petrov steckt zunächst im Tunnel der Verzweiflung, der Angst, der Dunkelheit. Eben noch ein kerngesunder Berufsfußballer, jetzt ein todkranker Krebspatient.

Wellen der Sympathie und des Mitgefühls brechen über den Bulgaren herein. »Er wird das packen wie alle anderen Hürden, die er bereits in seinem Leben genommen hat«, sagt Neil Lennon, sein ehemaliger Mitspieler bei Celtic Glasgo. »Stilian hat das Herz eines Löwen.« Shay Given, Villas Torwart, twittert: »Lieber Gott. Lass Stilian wieder gesund werden.« Und Alex McLeish, Petrows Trainer, sagt am Tag nach der schockierenden Diagnose: »Lasst es uns doch aus dieser Perspektive betrachten: Heute ist der erste Tag seiner Genesung.« Stilian Petrow kann gar nicht anders: Er sieht wieder Licht am Ende des Tunnels.

And don’t be afraid of the dark

Petrow beginnt sofort eine Chemotherapie. Weil er jung und körperlich extrem belastbar ist, verschreiben ihm die Ärzte eine sehr hohe Dosis von dem Gift, das den Krebs aus dem Körper brennen soll. Je stärker die Chemotherapie desto größer die Chance, wieder gesund zu werden. »Nur Gott weiß, was der Junge im Moment durchmacht«, sagt McLeish in den ersten Wochen der Chemo, »aber er ist der Kapitän von Aston Villa, ein Anführer! Er wird diesen Kampf gewinnen«.

At the end of the storm
There’s a golden sky

Petrow fallen die Haare aus. Aber er versteckt sich nicht, sondern zeigt sich in der Öffentlichkeit. Erstmals spricht er wieder zu seinen Fans: »Ich habe eine wunderbare Frau und zwei fantastische Kinder an meiner Seite. Ohne sie wüsste ich nicht, wie ich das alles überstehen würde.«

 
 
 
 
 
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