Der HSV und seine Pokalpleiten

Eppingen, Geislingen, Hoyzer

Die Pokalgeschichte des HSV ist voll von Pleiten, Pech und Pannen. Weniger die drei Triumphe 1963, 1976 und 1987 sind in der Erinnerung bei den Hanseaten, als vielmehr die bittersten Niederlagen der Pokalgeschichte. Der HSV und seine Pokalpleiten

Vor dem Erstrundenspiel gegen Fortuna Düsseldorf geht beim HSV die Angst um: Wird sich die Pleitengeschichte fortsetzen? In Düsseldorf jedenfalls plant man eine infame Taktik, um den Bundesliga-Dinosaurier zu Fall zu bringen. Hunderte Papierkugeln sollen aufs Spielfeld geworfen und so - wie weiland gegen Werder – die siegbringende Ecke provoziert werden. 

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Zuletzt stand der HSV 1997 in der Vorschlussrunde des Pokalwettbewerbs. Es gab eine bittere 1:2-Niederlage beim VfB Stuttgart, der anschließend den Pott gegen Energie Cottbus gewann. Seit 1987 konnte der Bundesliga-Dino keinerlei Titel mehr erringen, ein Stachel, der tief sitzt. Der spätere Sportchef Dietmar Beiersdorfer erzielte damals beim 3:1 gegen die Stuttgarter Kickers den Treffer zum 1:1-Ausgleich und erinnert sich: »Natürlich ist so ein Pokalsieg im Olympiastadion etwas ganz Besonderes.«

In der letzten Saison Jahr hatten die Hamburger immerhin bis in das Viertelfinale hinein das notwendige Losglück, das ihnen in den Jahren zuvor oft versagt geblieben ist. 2008 scheiterten sie im Viertelfinale in Wolfsburg nach einem Elfmetergeschenk für die Gastgeber. 2006 unterlag man beim Drittligisten Stuttgarter Kickers in der ersten Runde, 2005 war nach einer 0:1-Niederlage nach Verlängerung im Achtelfinale bei Bayern München Endstation.

Und im Jahr davor trieb Robert Hoyzer sein Unwesen. Der bestechliche Schiedsrichter sorgte mit einem Platzverweis und zwei Elfmetern ganz wesentlich für die Erstrunden-Niederlage 2004 mit 2:4 beim SC Paderborn. Der HSV bekam zwar später vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Entschädigung in Millionenhöhe, die sportliche Chance war aber wieder einmal verloren, der Rauswurf von Trainer Klaus Toppmöller eingeleitet – und es gab die Blamage, erneut gegen einen unterklassigen Verein gescheitert zu sein.

»Wir fahren zum Schützenfest«

Denn an diese besondere HSV-Geschichte erinnert sich bundesweit fast jeder Fußballfan – zumindest die älteren. Eppingen! Der nordbadische Ort wurde bundesweit zum Synonym für Zwergenaufstände. Der große HSV wurde mit Schadenfreude überschüttet, neutrale Fußballfreunde bejubelten das damals noch unmöglich Scheinende. Die Hanseaten leisteten sich in der zweiten Runde 1974 gegen den Drittligisten VfB Eppingen eine 1:2-Niederlage. Die Worte »Wir fahren zum Schützenfest« sollen im Mannschaftsbus gefallen sein, gefeiert aber hat nur der 25 Jahre alte Student Gerd Störzer, der beide Tore erzielte. Millionen sahen die Blamage in der Sportschau, auch deshalb hat sie ihren gesten Platz in der Pokalgeschichte (auf dem Foto zu sehen: Eppingens Keeper mit den »Goldhänden«, Volker Gebhard).

Genau zehn Jahre später wiederholte sich die Pleite. Am 1. September trat der deutsche Vizemeister mit seinen Topstars Kaltz, Magath, von Heesen und Rolff beim SC Geislingen in der Schwäbischen Alb an. Diesmal verloren die Hamburger mit 0:2. Trainer Ernst Happel suspendierte anschließend Wolfram Wuttke und schickte selbst Manfred Kaltz für zwei Wochen in Zwangsurlaub.

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