Der große Hinrundenrückblick: Bremen

Pizzabäcker Claudio

Mehr als je zuvor hängt das Spiel von Werder an Claudio Pizarro. Zwar konnte der spielstarke Stürmer die Niederlagenserie gegen die Bundesliga-Spitzenteams nicht verhindern, doch hat er einen entscheidenden Anteil daran, dass Werder auf einem guten fünften Platz überwintert. Der große Hinrundenrückblick: Bremen

Highlight der Hinrunde
Ein 5:3-Sieg gegen Freiburg ist genau die Art von Fußball, für die Werder seit Jahren geliebt wird. Offensiv ist Werder unwiderstehlich, defensiv offen wie ein Scheunentor. Dass Bremen solche Spiele gewohnt ist, weil sie seit Jahren vergeblich nach der richtigen Balance zwischen Angriff und Abwehr suchen, zeigt sich an der gänzlich gelassenen Reaktion nach Freiburgs Ausgleich zum 3:3 in der 84. Minute. Thomas Schaaf distanziert sich schon seit längerem nur halbherzig von dieser Spielweise: «Das Spektakel heute war sicher etwas Besonderes. Aber für mich könnte es ruhiger laufen.«

Tops und Flops
Mit Claudio Pizarro hat Werder einen Weltklassespieler in seinen Reihen. An 19 von 30 Saisontoren war der Peruaner beteiligt. Zwölf Tore erzielte er selbst, sieben bereitete er direkt vor. Pizarro ist jedoch nicht nur Torjäger und Vorbereiter, sondern auch Spielmacher und Identifikationsfigur seines Teams. Keine Frage, dass Bremen ihn auch über die Saison hinaus unbedingt halten will. Voraussetzung dafür ist wohl die Qualifikation fürs internationale Geschäft. Pizarro selbst kann sich sogar mehr vorstellen: »Wir können unter die ersten vier kommen. Und wenn sich die Möglichkeit bietet, wollen wir um Platz eins kämpfen.« Ein emotionaler Höhepunkt für die große Werder-Familie war die fast schon unerwartete Rückkehr von Naldo nach langer Verletzungspause. Dass er nichts verlernt hat, zeigt er seitdem jedes Wochenende.

Bremens Bilanz gegen die anderen Spitzenteams der Liga fällt, gelinde ausgedrückt, bescheiden aus. 0:5 in Schalke und Mönchengladbach, 1:4 bei Bayern München, 2:3 bei Hannover, 0:1 in Leverkusen und 0:2 im Heimspiel gegen Dortmund. Sechs Niederlagen in sechs Spielen, 3:20 Tore. Dass Werder trotzdem auf Platz fünf steht, ist demnach nur dem Fakt zu verdanken, dass sie sich gegen die »kleineren« Gegner kaum Ausrutscher leisten.

Ja, gut äh, ich sach mal: Medialer Höhepunkt
Im Zeitalter von Web 2.0 wird selbst eine missglückte Fahrstuhlfahrt zum Ereignis. Auf dem Weg zur Weihnachtsfeier im VIP-Bereich des Weserstadions blieben sieben Werder-Spieler für eine Stunde im Fahrstuhl stecken. Während sich der Rest der Mannschaft schon über zusätzliche Portionen von Entenbrüsten und Calvados-Äpfeln freute, machte Marco Marin eine Foto-Session, die er gleich darauf via Facebook verbreitete.
Werder Spieler im Fahrstuhl

Das Zitat der Hinrunde
Auf die Frage, ob Torjäger Claudio Pizarro ein Geschenk für seinen 150. Bundesliga-Treffer erhalten wird, antwortete Bremens alter und neuer Klub-Chef Klaus Allofs süffisant: »Wir haben ihm alle die Hände geschüttelt. Bremen ist doch ein sparsamer Verein.«

Wenn dieser Verein ein Job wäre, wäre er...
Pizzabäcker Claudio. Alles läuft rund, er lässt nichts anbrennen und uns gehen die unterirdischen Wortspiele aus.

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