Greuther Fürth
So lief die Vorbereitung:
In den ersten Januarwochen keimten in Deutschland bei frühlingshaften Temperaturen schon die ersten Kleeblätter. Im türkischen Belek war es gleichzeitig bitterkalt und verregnet. Nicht einmal durch den Stadionsponsor umsonst zur Verfügung gestellte farbstoffreiche Fruchtgummis konnten bei der Frustbewältigung gegen die »sinnflutartigen Niederschläge« helfen. Büskens kommentierte das verregnete Trainingslager nach der Hinrunde mit nur einem Sieg folgendermaßen: »Wir haben eine sehr feinfühlige Mannschaft.« Die »Bild« war etwas deutlicher: »Schlechtestes Trainingslager seit Jahren!« Mindestens.
Der ist neu:
Für stattliche 1,3 Millionen Euro kam der Serbe Nikola Djurdjic zu Greuther Fürth, wo er einen Vertrag bis 2016 unterschrieb. Das Beste: Er kam vom norwegischen Klub »FK Haugesund«. Genau das kann das angeschlagene Greuther Fürth jetzt gut gebrauchen: eine ordentliche Tracht Prügel. Die Quote des serbischen Hau-Drauf-Stürmers stimmt schonmal: 2012 hat er in 41 Pflichtspielen 31 Treffer erzielt, Fürth gelang in der Hinrunde insgesamt elf Tore. Djurdjic eins, Fürth null.
So läuft die Rückrunde:
Erste Liga macht einfach zu wenig Spaß, deswegen besinnt sich der ehemalige Dauervierte der zweiten Liga auf seine Wurzeln und steigt sang- und klanglos ab. In der nächsten Saison kann man dann endlich wieder »Aufsteiger der Herzen« werden. »Schuster bleib bei deinem Leisten«, sagt sich auch Mike Büskens, der sich nach dem Auswärtsspiel bei Schalke 04 einfach an den Pfosten kettet und sagt: »Ich bleib jetzt hier.« Schalke und Fürth einigen sich auf einen Trainertausch. Co-Trainer bei Schalke wird Gerald Asamoah.
FC Augsburg
So lief die Vorbereitung:
Der FC Augsburg hatte für seinen Manager Jürgen Rollman ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk, denn Rollmann, gerade einmal seit zehn Wochen Manager von Augsburg, hatte eine fristlose Kündigung unter dem Tannenbaum liegen. Das Weihnachtsfest und eine launige Vorbereitung waren gerettet. Im Trainingslager von Belek gab es nach nur 12 Hinrundentreffern vermutlich jeden Tag von morgens bis abends Torschusstraining im Regen. Torhüter Simon Jentzsch kämpft zum Rückrundenauftakt höchstwahrscheinlich mit Brandblasen und wunden Händen.
Der ist neu:
Die namhafteste Neuverpflichtung ist eindeutig Stefan Reuter. Allerdings kommt der leider nicht als windschnittiger Außenverteidiger mit riesenhaften Oberschenkeln, sondern als Manager. Erster Arbeitsnachweis: Der südkoranische U23-Nationalspieler Dong-Won Ji, eine Leihgabe von AFC Sunderland. Zusammen mit Kumpel und Landsmann Ja-Cheol Koo soll Ji der Shinji Kagawa von Augsburg werden. Außerdem neu: Der Amerikaner Michael Parkhurst vom dänischen Champions-League-Teilnehmer FC Nordsjaelland. Komischerweise kannte der ehemalige »Rookie of the Year« der MLS Augsburg nicht und fragte vor seiner Verpflichtung seinen Nationalmannschaftstrainer Jürgen Klinsmann um Rat. Klinsi riet ihm zum Wechsel nach Deutschland mit den Worten: »Das ist die beste Liga der Welt.« Und Augsburg ist die beste Mannschaft Deutschlands.
So läuft die Rückrunde:
Vor Ablauf der Transferfrist sorgt Stefan Reuter noch für einen Kracher: Nach tagelangem Tauziehen präsentiert er einen neuen Außenverteidiger: sich selbst. Ein wahrer Glücksgriff, denn am letzten Spieltag rettet Spielermanager Reuter auf der Linie Augsburgs Klasse und erzielt per Befreiungsschlag dank günstiger Windverhältnisse ein Tor aus 110 Metern. Nach dem Spiel im Field-Interview sagt er noch: »Nächstes Jahr wollen wir mit Augsburg weiter oben angreifen, wir stehen kurz vor einer Verpflichtung von Júlio César.«
Wolfsburg: 15 Milliarden Euro Gehalt für Neuzugang
1899 Hoffenheim
So lief die Vorbereitung:
Zur Vorbereitung gab es im Hoffenheimer Trainingslager eine ordentliche Portion portugiesische Sonne in Portimao. Auf dem Speiseplan standen nach 11FREUNDE-Recherchen portionsweisen Porree mit Portwein. »Portokasse, dieser Pornoschuppen!«, portraitierte Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp mit dickem Portmonnaie den Aufenthalt und wirkte bei seinem großspurigen Auftritt wie ein Elefant im Porzellanladen. Un Porsche, por favor!
Der ist neu:
Der Peruaner Luis Advincula will der neue Farfan-Pizarro-Verschnitt der Bundesliga werden, zumindest sagte er das in seinem Antrittsinterview. Der winkelige Verteidiger ist beidfüßig und soll sämtliche Löcher der Hoffenheim-Abwehr stopfen, was angesichts der 41 Hinrundengegentreffer eine Aufgabe nach (Winkel-)Maß sein dürfte. Auf jeden Fall wird er sich an einen etwas rauheren Ton in der Hoffenheimer Hintermannschaft gewöhnen müssen. Torhüter Tim Wiese (in neun Spielen 27 Gegentore) wurde von den Bundesliga-Kollegen zum »Absteiger der Hinrunde« gewählt und sagte darauf oliverkahnesk: »Das interessiert mich einen Scheißdreck!« Die ersten deutschen Worte die der Perunaner lernen wird? Frisur, Sonnenbank, Tätowierung, Scheißdreck, Modellflugzeug.
So läuft die Rückrunde:
Der als Abstiegskämpfer und Malocher gekommene Neu-Trainer Marco Kurz macht kurzen Prozess: Tim Wiese bekommt zunächst eine Kurzhaarfrisur und muss seinen Langhaardackel loswerden, kurz darauf wird er als Casillas-Ersatz an Real Madrid verkauft. Kurz will den Klassenerhalt schaffen. Über kurz oder lang muss 1899 jedoch in die Relegation: Beim Relegationsspiel gegen Hertha BSC stürmen die berüchtigten Hoffenheim-Ultras das Feld: Nach dem Spielabbruch steigen die Sinsheimer am grünen Tisch in die zweite Liga ab. Kurzum: Hoffenheim denkt zu kurz für langfristige Erfolge.
VfL Wolfsburg:
So lief die Vorbereitung:
Die Winterpause verlief in Wolfsburg ungewohnt ruhig. Eigentlich war der Januar immer der Zeitraum im Jahr, in dem der Wolfsburger Bahnhof überquoll vor unbekannten osteuropäischen Talenten, überteuerten Südamerikanern und Spielerberatern auf der Suche nach einer schnellen Mark. Der 11FREUNDE-Liveticker formulierte so: »Was wohl Felix Magath jetzt macht?« Bloß der mistgabelschwingende Klaus Allofs rotierte wie ein Hubschrauberpropeller bei der Ausdünnung des Wolfsburg-Kaders. Ansonsten war die Wolfsburger Mannschaft im Trainingslager in Belek – wie überraschend.
Der ist neu:
Wirklich fix war bisher (Stand: 14.01.2013, 13:48 Uhr) entgegen guter Wolfsburger Gepflogenheiten im offenen Transferfenster nur ein Spielertransfer: BVB-Bankdrücker Ivan Perisic wechselte für schlappe 7,5 Millionen Euro in die bunte Autostadt. Seinen Einstand hat Perisic bereits im ersten Testspiel gefeiert, in dem er, wie bereits beim Dortmund-Debüt sogleich seinen ersten Treffer erzielte. Inzwischen folgte ein weiteres Tor im nächsten Testspiel. Damit wandelt der kroatische Nationalspieler offiziell auf den Spuren Boubacar Sanogos.
So läuft die Rückrunde:
In der Winterpause war Wolfsburg interessiert an: Marko Arnautovic, Kevin de Bruyne und Thomas Schaaf. Bereits Teil der Wofsburger Mannschaft sind: Diego, Naldo und Klaus Allofs. Folgerichtig könnte das nächste heiße Ding beim VfL Wolfsburg eigentlich nur eine Verpflichtung der Hansestadt Bremen mitsamt Weserstadion sein. Nach halbdichten Geheimverhandlungen zieht die überschuldete Stadt schließlich Ende Januar mitsamt ihrer Einwohner nach Niedersachsen um. Lediglich Willi Lemke hütet den Laden als regierender Bürgermeister in Bremerhaven. Verdienen soll die 1231-jährige Siedlung nach 11FREUNDE-Informationen rund 15 Milliarden Euro im Jahr, zudem erhält jeder Bürger ein Auto mit Heck-Spoiler. Dank dieses unverhofften Neuzugangs kann Wolfsburg mit viel frischem Wind einen Europa-League-Platz ergattern.