Borussia Mönchengladbach So lief die Vorbereitung: Borussia Mönchengladbach macht neuerdings gerne auf Ligaprimus: Teure Neuzugänge zu Saisonbeginn (12 Millionen für Luuk de Jong), eigentlich aussortierte Bankdrücker mutieren über Nacht zu überlebensgroßen Nationalmannschaftsanwärtern (Mike Hanke) und in jedem Spiel fällt mindestens ein Traumtor (»Arangoooooal!«). Diesen gewachsenen Ansprüchen darf das Trainingslager natürlich in nichts nachstehen: Im Stile bajuwarischer Großmachtansprüche war Gladbach mal eben in »fancy« Dubai. Tourismus-Werbetext von Dubai: »Welcome to Superlativ City and Boomtown!« Genau der richtige Ort für eine Superlativ-Mannschaft wie Gladbach. Eine kleine Partie Tennis mit Roger Federer auf dem Wolkenkratzerdach durfte da nicht fehlen.
Der ist neu: Nur auf dem Transfermarkt blieb Gladbach eher bescheiden. Lediglich ein 22 Jahre alter No-Name-Kicker aus den Tiefen der Regionalliga West fand in der Winterpause seinen Weg zu den Fohlen. Sein Name: Sven Michel. Seine Empfehlungen: 14 Tore für die Sportfreunde Siegen. Immerhin. Nasenschwalbe Igor de Camargo (14 Spiele, zwei Tore) sollte vielleicht doch erwägen, vor dem Restwinter wie alle Zugvögel gen Süden zu fliegen. Ansonsten war wenig los auf dem Bökelberg: Harvard Nordveidt hat bis 2015 verlängert und Mike Hanke will verlängern. Tja, wenn das schon eine Nachricht ist.
So läuft die Rückrunde: 11FREUNDE liegen exklusiv die Flipchart-Unterlagen von Lucien Favres Plan für die Rückrunde vor. Das Geheimrezept des Schweizer Trainerfuchs: Freistöße rausholen, egal aus welcher Position. Der Schlüssel zu diesem taktischen Verwirrspiel: der linke Fuß eines Venezolaners. Dessen Besitzer, Juan Arango, soll in der Rückrunde jeden Freistoß auf das gegnerische Tor bolzen. Das Ergebnis der Taktik vom Reißbrett: Gladbach qualifiziert sich für die Europa League, Arango kommt auf 38 Saisontreffer und Igor de Camargo sagt seinen (Vogel-)Flug in südliche Gefilde kurzfristig ab, als er hört, dass seine Schlüsselqualifikation (Freistöße schinden) plötzlich wieder gefragt ist.
VfB Stuttgart So lief die Vorbereitung: Auch die Schwaben machten den beliebtesten türkischen Ort der Bundesliga, Belek, unsicher. Kapitän Serdar Tasci fungierte im Lager nicht nur als Seelentröster, sondern auch gleich als Übersetzer. Seit Ende des Lagers kämpft der Kapitän allerdings mit Achillessehnen-Problemen, sollte aber zum Rückrundenauftakt wieder einsatzbereit sein. Das Testspiel gegen den niederländischen Verein RKC Waalwijk endete mit einem Remis (1:1). Shinji Okazaki unterstrich wiederum seine Torqualität. Am meisten freuten sich die Spieler über die spaßigste regenerative Trainingseinheit des Winters: Wasserball. Aufgrund einer Windpocken-Erkrankung war Tim Hoogland nicht in die Türkei geflogen. Der Verteidiger war nach seiner Krankheit kaum wiederzuerkennen, denn Hoogland ließ sich einen Vollbart stehen – weil das Rasieren mit Windpocken unmöglich war. Aua.
Der ist neu: Hier gilt: Neu ist alt und alt ist neu. Gotoku Sakai hat verlängert und Benedikt Röcker aus der zweiten Mannschaft erhielt einen Lizenzspielervertrag. Zudem bleiben Georg Niedermeier, Christian Gentner, Tamas Hajnal, Andreas Menger und Christos Papadopoulos dem VfB erhalten. Auch Bruno Labbadia steht kurz vor einem neuen Kontrakt bis 2015. Nur ums Geld soll noch verhandelt werden. Derweil buhlt Manager Bobic um eine kolumbianische Torschlange. Was immer das auch ist.
So läuft die Rückrunde: Bruno Labbadia wird von seiner Mannschaft so enttäuscht sein, dass er in einer Pressekonferenz ausrastet: »Die waren schwach, wie eine Flasche leer!« Diese Äußerung wird dem Team neuen Ansporn geben und bis Ende Saison beisst sich Stuttgart in der oberen Tabellenhälfte fest.