16.01.2013

Der große 11FREUNDE-Rückrundencheck 3

Wie die Zugvögel

Am Freitag ist die Winterpause endlich vorbei. Vorfreudig präsentieren wir den großen 11FREUNDE-Rückrundencheck. Heute mit Hannover 96, dem Hamburger SV, dem VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach

Text:
11FREUNDE
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Imago

HSV
So lief die Vorbereitung:
Soweit ganz cremig, wären da nicht die Schlagzeilen um das Ehe-Aus des Erlösers Rafael van der Vaart gewesen. Doch im Trainingslager in Abu Dhabi konnte der frisch gebackene Junggeselle etwas Gras über die Sache wachsen lassen, erst als er sich auch noch verletzte, zog der Boulevard Psychologen zurate, um den Zusammenhang von Wehwechen im Körper und am Herzen zu erörtern. Soll heißen: Im ersten Teil des Jahres ging es beim HSV mal wieder nicht nur um Fußball. Der Rest der Mannschaft schien sich im Schlagschatten der großen Schlagzeilen allerdings ganz ordentlich auf die Rückrunde vorbereiten zu können. In vier Testspielen gab es drei Siege und ein Unentschieden – das dummerweise gegen den Ligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach (2:2). Jetzt hofft ganz Hamburg auf das Comeback Van der Vaarts. Zumindest in der Liebe scheint das bereits geklappt zu haben, heute verkündete seine Noch-Ehefrau Sylvie in der Regenbogenpresse: »Wir wollen es wieder miteinander versuchen.« Fußball ist eben ein Tagesgeschäft.

Der ist neu:
Die Ruhe. Ja, tatsächlich. Beim HSV scheint derzeit wirklich nichts Aufregendes im Kader zu passieren. Sieht man einmal vom Rafael van der Vaart ab, blieben alle braver als ein Knabenchor. Keine Prügeleien, keine heimlichen Saufgelage, keine öffentlichen Anfeindugen, keine unzufriedenen Spieler, nichts, nichts, nichts. Wird der HSV etwa langweilig? Wir hoffen nicht!

So läuft die Rückrunde:
In der Rückrunde zeigt der HSV, was das alte Sprichtwort von der »Ruhe vor dem Sturm« tatsächlich bedeutet. Als die Fans auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung doch noch den Aufsichtsrat übernehmen, stielen sie als erste Amtshandlung die millionenschwere Rückholaktion von zwei alten Helden ein: Tony Yeboah schlägt ein wie eine Bombe und trifft in den ersten sechs Spielen fabelhafte neun Mal, Spielmacher Thomas von Heesen bleibt allerdings alle in ihn gesetzten Hoffnungen schuldig und wird in die zweite Mannschaft abgeschoben. Rafael van der Vaart, der nach einer Verletzung am Lachmuskel erst einmal für von Heesen das Feld räumen musste, kehrt mit neun Kilo Übergewicht in die Mannschaft zurück. Sein Umzug in eine sechs Mann WG im Schanzenviertel wird darauf von der Vereinsführung öffentlich angeprangert. Van der Vaart ist empört und gibt seinen Wechsel zum FC Valencia bekannt. Als der HSV in die Abstiegsränge rutscht lässt sich Trainer Thorsten Fink beim Facharzt Dr. Mang ein neues Siegergen implantieren. Von da an geht es bergauf, der HSV beendet die Saison als 13. Glückwunsch!


Hannover 96
So lief die Vorbereitung:
Laut Cheftrainer Mirko Slomka »außerordentlich positiv«. So so. Wo Slomka während der 1:2-Niederlage gegen den übermächtigen FC Utrecht war, ist nicht überliefert. Im neuntägigen Trainigslager im portugiesischen Santo Antonio konnte allerdings auch ein Blitzturnier gewonnen werden, bei dem man Bayer Leverkusen und den SC Heerenveen besiegte. Ein absoluter Aufreger war sicherlich die Not-Operation von Christian Schulz. Der hatte über Bauchschmerzen geklagt, die sich als akute Blinddarmentzündung entpuppten. 96-Doc Axel Partenheimer reagierte geistesgegenwärtig und operierte Schulz noch währen des Mittagessens, nur mit Suppenlöffel, Steakmesser und Korkenzieher. Kleiner Scherz, ha ha. Aber Partenheimer packte Schulz ins Auto und brachte ihn ins 40 Kilometer entfernte Krankenhaus in Faro, wo Schulz tatsächlich operiert wurde. Abenteuerlich.

Der ist neu:
Pawel Wszolek. Halt, doch nicht. Oder doch? Nein. Wir wissen es nicht. Denn der polnische Mittelfeldmann von Polonia Warschau war sich mit den Roten aus Hannover eigentlich schon einig, kam dann allerdings nicht zum vereinbarten Medizincheck. Also krempelte Manager Jörg Schmadtke kurzentschlossen die Ärmel hoch, jettete nach Polen und kam mit einem unterschriebenen Vertrag wieder. Alles muss man selber machen. Genützt hat das aber auch nichts, denn auch den zweiten Medizincheck-Termin hat Wszoleck verstreichen lassen. Es scheint, als wolle er partout nicht zu 96 wechseln. Oder vielleicht doch? Schmadtke hat das ganze Theater jetzt beendet und dem Transfer den Riegel vorgeschoben. »Wir wollen den Spieler nicht mehr«, ließ er patzig verlauten. Wszoleck wird erleichtert sein.

So läuft die Rückrunde:
Ähnlich graumäusig wie die Hinrunde. Sergio Pinto da Silva hängt noch ein Arantes do Nascimento an seinen Namen, in der Hoffnung, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. Während Hannovers zahllose Stürmer sich gegenseitig auf den Füßen stehen, sorgt in der polnischen Extraklasa ein unbekannter Außenbahnspieler namens Wszoleck für Furore und knipst Außenseiter Polonia Warschau mit sensationellen 42 Rückrundentoren zur Meisterschaft.

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