Der Fußball, die Relegation und ich (1)

R(h)eines Abstiegsdrama

Was Fans von Kaiserslautern und Hoffenheim durchmachen müssen, haben Teile der 11FREUNDE-Redaktion bereits durch.

Nach dem Abitur versprengt sich ein Schuljahrgang in die verschiedensten Richtungen der Bundesrepublik. Das geschieht in jedem Sommer, wie der Flug der Wandervögel tritt es immer zur gleichen Zeit ein. Doch wie der Zufall es so wollte, fand ich mich mit zwei Freunden aus Kindertagen im rheinischen Düsseldorf wieder, um in fensterlosen Hörsälen zu büffeln, das Altbier am Rhein hinunterzukippen und das Studentenleben zu genießen.

Bereits nach einigen Wochen machten wir uns in alter Gewohnheit auf, um den lokalen Fußball zu begutachten und blieben an der Fortuna hängen, die glücklicherweise zu diesem Zeitpunkt attraktives Offensivspiel zeigte und dank eines risikofreudigen Norbert Meier auf dem Trainerstuhl so manche Partie in den Schlussminuten gewann. Dass mit dem Meppener Thomas Bröker gar ein bekanntes Gesicht aus unserer eigenen Stadt die Außenlinien beackerte, ließ uns schnell glauben, mit diesem Verein eine wunderbare Zweitehe führen zu können.

Denn mein Herz hatte ich bereits an die Hertha aus Berlin verschenkt. Sie war zwar eine alte Dame und zeigte sich in diesem Jahr nicht von ihrer sportlichsten Seite, aber wir hatten schon einige Täler unserer Beziehung durchschritten und würden auch diese Krise sicherlich meistern. Doch Markus Babbel, Michael Skibbe, René Tretschok und auch Altmeister Otto Rehhagel brachten meine Hertha im Saisonfinale nur auf die Intensivstation mit der Aufschrift »Relegation«. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Partner oder Affäre?

Hertha BSC traf auf Fortuna Düsseldorf. Und wie zwei Affären, die sich plötzlich begegnen, rissen sie an ihren Haaren und kratzten sich die Augen aus. Es ging um den Aufstieg beziehungsweise Klassenerhalt. Ein Scheideweg nach Dortmund oder Aue.

Da unsere Dreier-Clique für das Rückspiel am Rheinufer nur zwei Karten im freien Verkauf erhielt, stellte ich mich nach zähen Verhandlungen an der Konsole zur Verfügung. Statt mich über die Gelegenheit eines Aufstiegs zu freuen, ging ich ohne Schal und ohne Trikot zum Stadion und bog ab in Richtung des Auswärtsblocks, für den ich zuvor noch ein Ticket ergattern konnte. Unschlüssig für welche Seite ich ab der ersten Minute die Daumen drücken sollte. Etwa für meine ergraute Partnerin aus der Hauptstadt oder doch den langbeinigen Superfeger, der das Hinspiel bereits 2:1 gewonnen hatte.

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