Der FC Bayern München in der Einzelkritik

Führungsspieler-Debatte offiziell beendet!

Braucht der deutsche Fußball noch Leader? Sollte Bedarf bestehen, der FC Bayern hat mindestens elf solcher Führungsspieler im Angebot. Der FC Bayern München in der Einzelkritik.

Manuel Neuer
Der lange Mann mit dem Viertklässler-Gesicht sah schon einmal nach Finale aus: Trikot, Hose, Stutzen, ja selbst die Radlerhose ganz gülden. Manuel Neuer hatte genügend Zeit, sein Outfit zu bewundern, in 90 Minuten kam der FC Barcelona (noch einmal: der FC Barcelona) nicht einmal wirklich gefährlich vor sein Tor. Sämtliche Kullerbälle, die auch wir nach Schnaps Nummer sieben gehalten hätten, mal ausgenommen.

Philipp Lahm
Kurz hatte man ja Bedenken, ob sich der vorbelastete Philipp Lahm eine gelbe Karte und damit eine Sperre fürs große deutsche Finale einfangen würde. Aber nach etwa zwei Minuten waren diese Bedenken zerstreut. Da gabelte Lahm dem flinken Pedro den Ball so elegant vom Fuß, dass Freiherr von Knigge zuhause vor dem Fernseher wahrscheinlich vor Begeisterung das Monokel in die Sektflöte fallen ließ. Lahm tat einfach das, was man tun muss, wenn man keine Gelbe Karte riskieren will: Er gewann alle Zweikämpfe und spielte fehlerfrei. Klar, war ja auch nur das Halbfinale der Champions League.

Jerome Boateng
Dante, mit einer gelben Karte vorbelastet, spielte nicht, also spielte Jerome Boateng. Und, hat man einen deutlichen qualitativen Abfall der Bayern-Defensive gesehen? Nö. Der Nationalverteidiger spielte seinen Stiefel so entspannt und souverän runter, als sei das hier nicht der FC Barcelona, sondern die Betriebsmannschaft der katalanischen Verkehrsbetriebe.

Daniel van Buyten
Noch vor zwei Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen, die Mensch gewordene Litfaßsäule Daniel van Buyten in einem Halbfinale gegen den FC Barcelona aufzustellen. Aber Zeiten ändern dich nun mal. 2013 ist der Belgier van Buyten (offiziell 1,97 Meter groß und 95 Kilo schwer, inoffiziell 2,18 Meter groß und 120 Kilo schwer) beweglich genug, um selbst die Hasenhaken von Iniesta ohne einen komplizierten Wirbelsäulen-Bruch zu überstehen. Knallte am Ende mit dem eingewechselten Thiago Alcantara zusammen. Der stand tatsächlich wieder auf.

David Alaba
Gut, allzu kritische Menschen dürften bemerkt haben, dass der junge Österreicher ein paarmal ordentliche Lücken auf seiner linken Seite zu erkennen gab, aber wir, im Rausch des Sieges, erinnern uns eigentlich nur an Alabas wunderschönen Pass auf Arjen Robben, der sich mit dem 1:0 bedankte. Solche Pässe schlugen früher nur Zinedine Zidane, David Beckham und ab und an auch Bastian Schweinsteiger. Heute haut solche Dinger ein 20-jähriger Österreicher raus. Schöne neue Welt.

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