Der BVB im Überbietungswettbewerb des Sensationellen

Fußballhysterie- superirrsinn

Irgendwann gingen den Leuten die Superlative aus. »Creme de la Creme der Weltklasse« nannte Neven Subotic die Leistung von Robert Lewandowski. Christoph Biermann, unser Mann im Westfalenstadion, suchte ebenfalls ein Wort. Er fand: Fußballhysteriesuperirrsinn.

At the end of the day, es ging langsam schon auf Mitternacht zu, Jürgen Klopp had to talk in English. Die Dolmetscherin an seiner Seite hatte nämlich höflich mit den Achseln gezuckt, sie war nur für die Übersetzungen zwischen Spanisch und Deutsch zuständig, but now the English wanted to know about Klopp's four goals at Erfurt. Von diesen vier Toren hatte der Trainer von Borussia Dortmund zuvor kurz erzählt. In seiner Zeit als Spieler bei Mainz 05 hatte er sie erzielt, »und in meiner Geschichte ist das ganz weit vorne, bei Lewi wird das nicht anders sein.«

»Vorsicht, one was not so bad!«

Ein genialer Klopp war das mal wieder, diesen intergalaktischen Superauftritt von Robert Lewandowski, der als erster Spieler in der Geschichte der Champions League vier Tore in einem Halbfinale des Wettbewerbs und als Erster in der Champions League vier Tore gegen Real Madrid geschossen hatte, mit dem Verweis auf einen Zweitligakick in Erfurt wieder zu erden. And when the English nahelegten, that Lewandowskis goals doch vielleicht von besserer Qualität gewesen waren, sagte Klopp: »Vorsicht, one was not so bad.«

So gingen alle lachend nach Hause und mussten dazu durchs Vereinsmuseum der Borussia, wo wahrscheinlich demnächst ein Eckchen freigeräumt wird, um an dieses unglaublichen 4:1-Sieg gegen Real Madrid zu erinnern. Man war ja hinterher ganz beseelt davon, das gesehen haben zu dürfen und selbst vom Zuschauen erschöpft, weil in einer Intensität gespielt wurde, dass man sich zwischendurch ein Sauerstoffgerät auf der Tribüne gewünscht hätte. Zumal das Publikum, dem man mangelnden Enthusiasmus sowieso nicht vorwerfen darf, diesmal noch mehr mitging. Ausnahmsweise hatte es sich auch nicht wie populistischer Quatsch angehört, als Klopp festgestellt hatte: »Ohne diese Atmosphäre wäre dieses Spiel nicht möglich gewesen.«

Wenige Minuten vor dem Spiel war auf der Videoleinwand noch einmal sein Statement aus der Pressekonferenz des vorangegangenen Tages gezeigt worden, in dem er die Zuschauer aufforderte ihren Frust und Ärger über den Wechsel von Mario Götze zu ignorieren und alles zu geben für einen Sieg über Real. Woran sich das Publikum hielt, aber noch mehr Robert Lewandowski, was in diesen Tagen sich selbst verzehrenden Fußballhysteriesuperirrsinnns  dann wirklich eine Spitzenpointe war. Denn bekanntlich gibt der Pole in der schwarz-gelben Pfadfindertruppe, die durch den Wechsel von Götze allerdings eine Menge Pfadfinderhaftigkeit verloren hat, schlicht und einfach den Legionär.

Schon seit einer gefühlten Ewigkeit lässt er seine Berater einen neuen Klub suchen, der ihn megamäßig mit Geld vollschütten soll. So klar, so einfach, wozu auch die Irrsinnsmeldung während (!) des Spiels passte, der spanische Berater von Jupp Heynckes (was es alles gibt!) hätte gesagt, dass Lewandowski für die nächste Saison einen Vertrag beim FC Bayern unterschrieben hätte.

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