Der Brasilianer Zé Roberto verlässt die Bundesliga

Das Zé-Klasse Modell

Seine Stationen: Leverkusen, München, Hamburg. Die meisten Einsätze eines Ausländers in der Bundesliga-Historie. Meister, Pokalsieger, Publikumsliebling. Zé Roberto verabschiedet sich nach dreizehn Jahren. Wir sagen: Tschüss! Der Brasilianer Zé Roberto verlässt die Bundesliga

Über Umwege landete José Roberto da Silva Júnior, kurz Zé Roberto, 1998 in der Bundesliga. Noch ein Jahr zuvor hatte er es bei den ganz großen des europäischen Fußballs versucht. Aber: Bei den Königlichen von Real Madrid fühlte sich der seinerzeit 23-Jährige irgendwie nicht wohl. Europa und Zé: Da schienen zwei Welten aufeinander zu prallen. In Windeseile ward er nicht mehr gesehen: Der Mittelfeldspieler flüchtete in seine Heimat zum CR Flamengo und wurde nach starken Auftritten mit einem Ticket für die WM in Frankreich 1998 belohnt.

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Reiner Calmund überredete den talentierten Linksfuß schließlich, sein Glück noch einmal auf europäischem Boden zu versuchen – in der Bundesliga. Ein Glücksgriff für beide Parteien: »Ich fühle mich im Leverkusener Trikot viel glücklicher als im legendären Weiß von Real Madrid. Weil ich hier mehr Zuneigung spüre«, so der Brasilianer im Mai 1999. Deutschland und Zé Roberto: Das passte von der ersten Minute an. Das liegt mittlerweile dreizehn Jahre zurück. Erhalten geblieben ist der Brasilianer dem deutschen Fußball bis zum heutigen Tag. Vor allem da sich Zé Roberto trotz kultureller Schocks auf Anhieb integrierte. Und läuferisch der ungemütlichen Kälte trotzte: »Bei Spielen im Herbst und Winter hätte ich mich manchmal am liebsten auswechseln lassen, so kalt war mir. Also habe ich angefangen zu rennen«. In Leverkusen bildete der Südamerikaner gemeinsam mit seinem Landsmann Emerson auf Anhieb ein kongeniales Duo. Unglücklicherweise durfte er im Trikot des Werk-Klubs nur zweite Plätze feiern: In den Jahren 1999, 2000 und 2002 hieß es jeweils »Vizekusen«.

Erfolgreich in München

Auf der Jagd nach Titeln zog es Zé Roberto in den bayrischen Wald: »Ich bin es satt, immer nur Zweiter zu werden. Zu kämpfen – und am Ende nur Zweiter zu sein«, begründete er seinen Wechsel zu Bayern München im Juli 2002. In Diensten des Rekordmeisters durfte der begabte Freistoßschütze zwischen 2002 und 2009 stolze viermal das »Double« aus Pokal und Meisterschaft bejubeln. Nur einmal – nach der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 – hatte sich der begnadete Techniker ein kurzes Intermezzo beim FC Santos gegönnt, vermisste aber bereits nach einer Spielzeit das bayrische Weißbier und die adretten Lederhosen.

Fit in Hamburg

Aus familiären Gründen strebte Zé Roberto beim Vertragspoker mit Uli Hoeneß 2009 eine zweijährige Verlängerung in München an. Da diese nicht bewilligt wurde, heuerte der Techniker beim Hamburger SV an. Ermüdungserscheinungen nach 15 Jahren Profifußball? Nicht zu spüren. Das Erfolgsgeheimnis des Dauerbrenners: »Ich trinke kein Alkohol, gehe um 23 Uhr ins Bett und nie zu Mc Donald´s«. Ans Aufhören denkt Zé Roberto, der am Samstag gegen Gladbach sein 336. BL–Spiel absolvierte, deswegen noch lange nicht: »Ich bin mir sicher: Bis Ende Mai habe ich einen neuen Klub. Wenn ich verletzungsfrei bleibe, möchte ich noch spielen bis ich 40 bin«, verriet der bald 37-Jährige im »Bild–Interview« vor seinem Abschied.

Dreizehnjahre Bundesliga mit Zé Roberto: Die besten Schnappschüsse seiner Karriere in der Bilderstrecke. Seht selbst...

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