Das WM-Endspiel in der Analyse

Jogi Löws Meisterstück

Deutschlands WM-Erfolg ist auch ein Erfolg der richtigen Strategie. Deutschland war das flexibelste Team bei diesem WM-Turnier und fanden fast immer die richtige Antwort auf den Gegner – so auch im Finale. Die 11FREUNDE-Taktikanalyse zum vierten deutschen Titel.

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Spieglein, Spieglein an der Wand, sag' mir, was ist die beste Taktik für dieses Land? In den vergangenen Wochen gab es in Deutschland heftige Diskussionen, ob der Ballbesitzfußball tot sei und ob Deutschland nicht besser auf Konter setzen sollte. Die deutsche Mannschaft bewies bei dieser WM, dass man mit Ballbesitz-Fußball durchaus Erfolg haben kann – wenn man ihn mit schnellen Angriffen und einem flexiblen Pressing würzt.

Argentinien will kontern

So war es gegen Brasilien vor allem das furiose Vertikalspiel, das Deutschland zum 7:1-Sieg trug. Gegen das wilde brasilianische Pressing setzten die Deutschen auf Konter. Im Finale gegen Argentinien mussten sie hingegen eine ganz andere Strategie fahren. Die Argentinier bauten zwei enge Viererketten auf und überließ Deutschland den Ballbesitz. Das deutsche Team hatte am Ende 63 Prozent Ballbesitz.

Löws Elf nahm die Aufgabe aber an und zeigte ein solides Ballbesitzspiel. Selten streuten sie spektakuläre Aktionen ein, sie bewahrten jedoch die Ruhe selbst unter hohem Druck im Mittelfeld. Somit ließen sie Argentinien wenig Möglichkeiten, schnelle Konter zu fahren, auch weil Deutschlands Gegenpressing sehr gut funktionierte und mit viel Leidenschaft und Willen ausgeführt wurde.

Rechtslastiges Angriffsspiel

Deutschland baute das eigene Angriffsspiel primär über die rechte Seite auf. Schon die gesamte WM über kennzeichnete das deutsche Spiel eine gewisse Rechtslastigkeit, die durch Philipp Lahms neue Rolle als Rechtsverteidiger noch verstärkt wurde. Auch an diesem Abend liefen 40% der deutschen Angriffe über die rechte Seite. Deutschland spielte diese Angriffe jedoch nicht gut zu Ende, was allerdings auch an den starken argentinischen Innenverteidigern lag. Ezequiel Garay konnte elf geklärte Hereingaben vorweisen, Martin Demichelis immerhin sieben.


Doch auch Argentinien griff oft über die eigene rechte Seite an. Der Grund hierin lag in Lionel Messi: Er orientierte sich als Fokusspieler der Argentinier immer wieder auf die rechte Seite. Argentinien band ihn sehr direkt ein und spielte sogar oftmals lange Bälle auf ihn. Dies funktionierte überraschend gut, auch wenn argentinische Kontermöglichkeiten eher rar waren – zu selten kamen sie am deutschen Pressing vorbei.

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