Das Topspiel in Spanien: Atletico-Barca in der Analyse

Duell der Champions-League-Favoriten

Im Spitzenspiel der spanischen Liga vertreten der FC Barcelona und Atletico Madrid zwar zwei gänzlich unterschiedliche Spielphilosophien, beide wissen jedoch zu überzeugen. Nicht erst seit dieser Partie gelten beide Teams für viele Experten als Mitfavoriten auf den Champions-League-Titel. 

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Pep Guardiola weiß immer zu überraschen. Als ihn Reporter am Wochenende fragten, welches Team ihn in dieser Champions-League-Saison bisher am meisten überzeugte, dachte er nicht etwa an seine Rekord-Bayern oder an seinen Ex-Klub aus Barcelona. Stattdessen fiel seine Wahl auf Atletico Madrid, ein Team, das vor der Saison kaum jemand auf dem Schirm hatte. Dass Guardiola Atletico nicht ohne Grund so hoch einschätzt, bewies die Mannschaft am Wochenende im Spitzenspiel der spanischen Liga. Da erkämpfte sich Atletico gegen den Favoriten FC Barcelona ein 0:0 und zeigte, dass in Spanien derzeit ein dritte Macht heranwächst.

Taktische Disziplin

Die größte Stärke der Madrilenen ist ihre Disziplin im Spiel gegen den Ball. Coach Diego Simeone lässt sein Team in einem engen 4-4-2 verteidigen. Aus taktischer Sicht erfindet Simeone mit diesem System die Viererkette keinesfalls neu. Sein Team verschiebt schnell zum Ball, hält geduldig die Linien und rückt geschlossen vor, wenn sie den Gegner in dessen Hälfte unter Druck setzen wollen.

Aber Atletico besticht vor allem mit der Konsequenz, mit der sie die taktische Marschroute durchziehen: Atletico zwingt dem Gegner ein körperbetontes Spiel auf, kein anderes Team in den europäischen Top-Ligen provoziert mehr direkte Duelle. Gerade im Zentrum lassen sie dem Gegner kaum Platz, was vor allem der starken Defensivarbeit von Atleticos Stürmern geschuldet ist. Durchstarter Diego Costa und Haudegen David Villa sind sich nicht zu schade, auch weit in der eigenen Hälfte auszuhelfen.



Gegen Barcelona dominierte Atleticos Defensive lange Zeit das Spiel. In der Anfangsviertelstunde pressten sie forsch nach vorne und zwangen Barca zu überraschend vielen langen Bällen. Als sie sich nach rund 20 Minuten etwas weiter zurückzogen, bissen sich Iniesta & Co. die Zähne an der Defensive aus. Im Zentrum hatte Atletico dank Diego Costa und Villa stets eine Überzahl, so dass Barcelona diese Zone kaum bespielen konnte.

Barcelona braucht Messi

Barcelona war der Respekt vor dem Gegner anzumerken. Ihr Spiel lief wesentlich geordneter ab, als man es von ihnen gewohnt ist. Dies lag sicherlich auch daran, dass die Superstars Lionel Messi und Neymar zunächst auf der Bank saßen. Cesc Fabregas brachte als falscher Zehner nicht die nötige Bewegung ins Spiel, um Atleticos Defensive durcheinanderzuwirbeln. Seine Positionswechsel mit den  Außenstürmern Pedro und Alexis Sanches waren zu durchschaubar.

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