Das Topspiel Gladbach - Dortmund in der Analyse

Allerfeinstes Fußball-Filet

Das Duell der beiden Borussias war nicht nur tabellarisch, sondern auch auf dem Platz ein waschechtes Spitzenspiel. Unser Taktikexperte Tobias Escher erklärt, wieso das Spiel Klopp gegen Favre ein strategisches Kräftemessen auf Augenhöhe war. Das Topspiel Gladbach - Dortmund in der AnalyseImago / spielverlagerung.de

Dante ist aus der Innenverteidigung der Akteur mit den meisten Pässen bei den Rheinländern, bundesligaweit hat er die fünfmeisten Pässe gespielt (nur vier Münchener liegen in dieser Statistik vor ihm). Von ihm gehen viele Angriffe aus. Ebenso wichtig ist Arango, welcher sich aus dem linken Mittelfeld oft nach hinten lässt, um aus der Tiefe das Spiel seiner Mannschaft zu gestalten.

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Eine Mannschaft, die gegen Gladbach bestehen möchte, muss insbesondere diese beiden Akteure im Auge behalten. Klopps Defensivstrategie setzte dementsprechend an dieser Stelle an: Durch ihr aggressives Pressing stellten die Borussen sicher, dass die Innenverteidiger nicht lange am Ball bleiben konnten. Zeitweise wirkte es gar so, als nähme Lewandowski den Brasilianer Dante in Manndeckung, dementsprechend wenig Pässe konnte dieser spielen: Mit nur 38 Pässen blieb er weit unter seinem Durchschnitt. Zudem achteten die Gäste darauf, dass die Passwege zu Arango geschlossen blieben. Somit zwangen sie die Gladbacher, im Spielaufbau den Rechtsverteidiger Jantschke zu suchen. Am Ende des Spiels hatte der U21-Nationalspieler folgerichtig die meisten Ballkontakte (zehn mehr als Arango und zwanzig mehr als Dante) und die höchste Anzahl an Pässen aller Spieler auf dem Platz, mit einer Passgenauigkeit von 73% gingen aber viele seiner Bälle zum Gegner. Der hohe Druck, den Großkreutz auf ihn ausübte, schien sich für den BVB bezahlt zu machen.

Die aggressive Herangehensweise der Dortmunder sorgte für einen rassigen Auftakt in die Partie. In vielen Situationen gelang es ihnen sehr gut, das Aufbauspiel ihrer Gegner mit ihrem Pressing zu lenken. In anderen konnten sich Arango und Dante wiederum kurzzeitig befreien, was zu einigen Kontern und gute Chancen für die Hausherren führte. Aber auch die Dortmunder spielten offensiv sehr direkt in die Spitze und konnten so einige Möglichkeiten herausspielen. Gegen im Zentrum sehr eng stehende Gladbacher schalteten sich die Außenverteidiger immer wieder ein. Mit der Breite, die Piszczek und Schmelzer durch ihre Vorstöße erzeugten, konnten sie das enge Defensivkonstrukt ihrer Gegner gut aufbrechen. Zudem versuchten Gündogan und Hummels aus der Zentrale immer wieder, die hoch stehende Viererkette mit Schnittstellenpässen zu entblößen, mit sieben Abseitsstellungen funktionierte die zweitbeste Abseitsfalle der Liga (nur Hannover stellte den Gegner öfter ins Abseits) jedoch nach Maß.



In einem hart umkämpften Match war es keine Überraschung, dass kleine Fehler den Ausschlag geben sollten: Beim 1:0 der Dortmunder war es ter Stegen, der nach einer Ecke zu lange zögerte und so eine Mitschuld am Kopfballtreffer von Lewandowski trug (40.). Nach der Pause machte es zunächst nicht den Anschein, als ob die Gastgeber das Blatt noch wenden könnten, aber als die Borussia sich nach 65 Minuten etwas weiter zurückzog, konnten diese den entscheidenden Angriff fahren. Der Spielzug, den Hanke zum 1:1 einnetzte, könnte aus dem Favre-Lehrbuch stammen: Vertikalpass Dante, Ablage Arango, Schnittstellenpass Bobadilla, Tor. Ein starker Angriff in Halbzeit zwei reichte, um das Spiel zu wenden. Diese Kaltschnäuzigkeit beweist, dass Mönchengladbach keineswegs aus Zufall mit um den Herbstmeistertitel kämpft.


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