Das neue 11FREUNDE-Titelthema
14.09.2010

Das neue 11FREUNDE-Titelthema

Das Netzer Experiment

Ab heute im Handel: Die neue Ausgabe von 11FREUNDE! Unser Titelthema hat es in sich – im Auftrag von 11FREUNDE haben Wissenschaftler aus Köln historische Spiele der deutschen Nationalelf analysiert. Die Ergebnisse sind verblüffend...

Text:
Christoph Biermann
Bild:
Fotomontage: 11FREUNDE
Der Weg zu den Geheimnissen des Fußballs führt durch das Hauptgebäude der Deutschen Sporthochschule Köln in den grünen Innenhof zu einem roten Backsteingebäude. Dort ist im ersten Stock die »Arbeitsstelle für Scoutingstudien« zu Hause, die einzige ihrer Art in Deutschland. Im schmucklosen Büro von Leiter Prof. Jürgen Buschmann deutet nichts darauf hin, dass hier Fußballspiele bis ins Letzte analysiert werden und ein höchst exklusiver Kundenkreis auf die Ergebnisse zugreift. Hinter Buschmann wacht eine Bronzebüste des Olympioniken Carl Diem, wenn DFB-Chefscout Urs Siegenthaler zu Gast ist oder Vertreter diverser Bundesligaklubs, die auf Spielanalysen der Kölner Fußballforscher zurückgreifen.



Als »Team Köln« versorgen Buschmann, sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Stephan Nopp und ihre studentischen Hilfskräfte das deutsche Nationalteam seit Herbst 2005 mit Informationen darüber, wie die Gegner spielen. Im Laufe der Jahre ist die Klientel größer geworden, und immer geht es darum, den verborgenen Bauplan des Spiels am Computer zu entschlüsseln, indem man alle Aktionen auf dem Spielfeld erfasst, sortiert und analysiert. Jeden Tag laufen in Köln Spiele durch den Computer, und doch waren Buschmann und Nopp zunächst einmal verblüfft über die Anfrage von 11 FREUNDE: Kann das Scouting-Institut historische Fußballspiele mit den technischen Mitteln von heute untersuchen, um sie miteinander vergleichbar zu machen?

Gurus und Ex-Gurus

So etwas hat es weltweit noch nicht gegeben, und es könnte eine aufgeregte Diskussion, die einst Rudi Völler in Gang gesetzt hat, endlich mal mit Fakten versorgen. Als der damalige Teamchef der Nationalmannschaft 2003 nach dem trüben Länderspiel in Island vor laufenden Kameras mit ARD-Moderator Waldemar Hartmann aneinandergeriet, bekam es nicht nur der Fernsehmann ab. Auch die vermeintlichen Säulenheiligen des deutschen Fußballs, die »Gurus und Ex-Gurus«, attackierte Völler. »Was hat denn der Günter früher für einen Scheiß gespielt? Standfußball war das doch«, giftete er in Richtung des ARD-Experten Günter Netzer.

Zum ersten Mal stellte damit eine Fußballlegende die übliche Geschichtsschreibung des Spiels in Frage. Zuvor verklärte diese den Fußball der Vergangenheit, sei es das Zeitalter von Fritz Walter in den Fünfzigern, die Siebziger mit Netzer und Beckenbauer oder die Neunziger mit Völler selbst. War doch alles nur ein lahmes Gekicke in Zeitlupe, behaupten seither die Modernisten, während die Traditionalisten den Fußball von heute in einer taktischen Zwangsjacke gefangen sehen, als schematische Angelegenheit, wo der Spaß längst abhandengekommen ist.

Die erste Generation der digitalen Fußballversteher

Selbstverständlich führen auch die Kölner Sportwissenschaftler die ewige Debatte, wann eigentlich der schönste Fußball gespielt worden ist, und nahmen den Auftrag von 11 FREUNDE gerne an. Der 61-jährige Buschmann ist mit dem deutschen Fußball in den goldenen Siebzigern groß geworden, mit Franz Beckenbauer, Günter Netzer und Wolfgang Overath. Schon früh hatte er versucht, ihm mit dem Zählen von Kopfbällen, Pässen und Torschüssen statistisch beizukommen. Allerdings war das früher eine mühselige Zählerei mit Strichlisten, und weil es Monate dauerte, bis Ergebnisse vorlagen, wurden sie in der Fußballpraxis kaum angewendet. Der 31 Jahre alte Nopp hingegen navigiert sich heute am Computer mit lässiger Selbstverständlichkeit durch die Unmengen von Daten, die der zeitgenössische Fußball produziert. Er gehört zur ersten Generation von Fußballverstehern, für die der digitale Zugriff aufs Spiel unabdingbar ist – und der Fußball von heute natürlich der beste...


Den kompletten Text zum großen 11FREUNDE-Experiment findet ihr in der aktuellen Ausgabe, die seit heute im Handel erhältlich ist. Für schlanke 4,50 Euro gibt es u.a. auch noch diese Themen: Michael Zorc im Interview des Monats, die Top Ten der kuriosesten Spielabbrüche, die Geschichte von Opa Nikolov und ein Interview mit einem der Anführer der Liverpooler Fanbewegung.
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