22.04.2013

Das nächste DFB-Juwel: Frankfurts 17-jähriger Spielmacher Marc Stendera

»Freistöße wie Granaten«

Er ist erst 17 Jahre alt, er schnippelt Freistöße, wie man es in Frankfurt seit Uwe Bein nicht mehr gesehen hat und er hat seine Mannschaft gegen Schalke 04 gleich mal zum Sieg geführt. Wer ist dieser Marc Stendera?

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Mitunter genügen wenige Tage, um vom Himmelsstürmer zum tragischen Held zu werden. Eine Lektion, die Marc Stendera 2012 mit »Rotz und Wasser« bezahlte. Im vergangenen Sommer war der gebürtige Kasselaner aus dem Eintracht-Internat ganz plötzlich zum Shootingstar der deutschen U-17-Nationalmannschaft befördert worden. Der Zug zur U-17-EM in Slowenien schien bereits abgefahren, die Mannschaft spielte seit fast zwei Jahren zusammen und war, auch ohne Marc Stendera, Favorit auf den Titel. Mit der Empfehlung von 17 Toren in 22 B-Jugend-Bundesligaspielen kam Stendera im letzten Test vor der EM doch noch zu seinem Nationalmannschafts-Debüt – und löste mit einem astreinen Doppelpack sein persönliches EM-Ticket.

Die anschließende Europameisterschaft wurde zur großen und tragischen Bühne für den offensiven Mittelfeldspieler. Im ersten Gruppenspiel gegen Georgien kam er von der Bank und belebte das Spiel deutlich, in der zweiten Partie tütete er den Gruppensieg mit dem Siegtor gegen Island gleich selber ein. Im Halbfinale bereitete er das Siegtor gegen Polen vor. »Ich bin schon überrascht, wie gut das läuft«, gab der Youngster zu Protokoll. Lob für die gezeigten Leistungen gab es von höchster Stelle. Trainer Stefan Böger zeigte sich beeindruckt »von seinem Fleiß gegen den Ball«, Matthias Sammer, damals noch DFB-Sportdirektor, blies ins gleiche Horn und nannte Stenderas Leistung »ungewöhnlich für einen Individualisten«.

Im Finale gegen die Niederlande kam Stendera wieder von der Bank, bereitete den Führungstreffer der überlegenen deutschen Mannschaft durch Leon Goretzka vor und war doch hilflos, als die Holländer in der  zweiten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich schossen. Im anschließenden Elfmeterschießen vergab Stendera den entscheidenden Elfer und war auf einmal der tragische Held. Von Null auf Hundert und zurück – und das alles in zwei Wochen.

 
 
 
 
 
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