Das Finale in der Spielanalyse

Das Meisterstück

Der FC Bayern München ist Champions-League-Sieger! Und das vor allem deshalb, weil Trainer-Fuchs Jupp Heynckes in der Halbzeitpause die richtigen Impulse setzte. Das Finale in der Spielanalyse

Aller guten Dinge sind drei: Nach den verlorenen Champions-League-Finals 2010 und 2012 gewinnt der FC Bayern anno 2013 tatsächlich die henkeligste Trophäe im europäischen Klubfußball. Dabei gewann der amtierende Deutsche Meister eine wirklich hochklassige Finalpartie gegen den erklärten Lieblingsfeind Borussia Dortmund. Letztendlich konnte sich Bayerns dominanten Ballbesitzfußball gegen Dortmunds schnelles Konterspiel durchsetzen – auch wenn es zu Beginn des Spiels gänzlich anders aussah.

Dortmund drängt Bayern zurück

Dortmund begann das Spiel druckvoll, Trainer Klopp wählte als Druckmittel gegen die bajuwarische Dominanz ein passives Angriffspressing: Mit ihrem 4-4-2 postierten sich die Schwarz-Gelben äußerst hoch, Marco Reus und Robert Lewandowski attackierten dabei die Innenverteidiger Dante und Jerome Boateng jedoch nicht direkt. Stattdessen schlossen sie immer wieder die direkten Passwege ins Zentrum. Sobald die Bayern dann den Umweg über die Außenverteidiger wagten, suchte Dortmund den Zugriff.



Und so bekamen die Bayern in der ersten halben Stunde herbe Probleme mit ihrem ansonsten so sicheren Aufbauspiel. Die Defensivreihe kam nicht wie gewohnt an Dortmunds gestaffeltem Zentrum vorbei. Zudem übte Dortmund deutlich mehr Druck auf Boateng aus als auf dessen Nebenmann Dante aus – normalerweise sind die Bayern es genau andersrum gewöhnt. Dortmund schloss damit die rechte Seite um den spielstarken Philipp Lahm nahezu vollständig vom Spielaufbau aus. So mussten sich die Bayern ungewöhnlich oft mit langen Bälle aushelfen, um so das enge Mittelfeld der Borussia zu umspielen. Das Problem: Der BVB gewann jedoch die meisten zweiten Bälle, sodass die Münchener über hohe Anspieler kaum Gefahr entfachen konnten.

So hatte Klopps Elf zunächst die besseren Chancen. Nach Ballgewinnen spielten die Dortmunder direkten, risikoreichen Fußball und suchten immer wieder den direkten Pass zu Ilkay Gündogan, der wiederum den Ball ohne Umschweife ins offensive Mittelfeld weiterspielte. Mit diesem direkten Spiel wollte der BVB verhindern, dass Bayern Zugriff im Gegenpressing erhält – ehe sich die Rot-Weißen bedrohlich zusammenziehen konnten, war der Ball oft schon am anderen Ende des Feldes.

Dieses bewusst risikoreiche Spiel führte auf Seiten der Borussia jedoch zu einigen Fehlpässen. Auch die Bayern spielten ungenauer als gewohnt: Am Ende kamen nur 78 Prozent ihrer Pässe an – ihr Saisonschnitt liegt bei 87 Prozent. Die Dortmunder kamen nur auf 72 Prozent angekommene Pässe (Saisonschnitt 81 Prozent). Es war zu spüren, dass einer gegen das gegnerische Pressing den Ball in der eigenen Hälfte verlieren wollte. Im Zweifel kombinierten die Teams nicht hinten raus, sondern schlugen lange Bälle. So waren Mario Mandzukic und Robert Lewandowski am Ende die Spieler mit den meisten Zweikämpfen. Sie mussten immer wieder ins Kopfballduell um die hohen Bälle.

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