Das Ende des Schlauchschals (Bilderstrecke)

Modetrends in der Bundesliga

Eine Träne im Knopfloch! Die Fifa verbot am Wochenende das Tragen von »Snoods« bei Fußballspielen. Die Schlauchschals seien zu gefährlich. Wieder ein modischer Trend, der ein allzu schnelles Ende fand. Wir erinnern an andere. Das Ende des Schlauchschals (Bilderstrecke)

Vorvorgestern in Paris, vorgestern in New York, gestern in Berlin, heute in der Bundesliga. In Sachen Mode verhält sich der Fußball stets ein bisschen wie ein H&M-Spätherbstkatalog. Die aktuelle Frisur von Mario Gomez soll irgendwann vor fünf bis acht Jahren der heiße (wenngleich aufgewärmte, Vgl. Wham!) Scheiß gewesen sein. Aktuell trägt man wieder Zopf. Oder Glatze. Das verrät ein bekannter internationaler Coiffeur (Name der Redaktion bekannt).

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Und Schal? Schal war irgendwann vor acht Jahren angesagt, sagt ein bekannter internationaler Mode-Connaisseur (Name der Redaktion bekannt). Dabei handelt es sich bei den Halstaschen, die im Fußball vor etwa einem Jahr Einzug erhielten, genau genommen um Schlauchschals, einem Mischding aus Schal und Kapuze. Googelt man den englischen Fachbegriff »Snoods«, landet man auf einer Seite für »Windhundhalsbänder«.

Echte Männer tragen keine Schals

Und trotzdem: Diego, Nuri Sahin oder Rene Adler schwören auf dieses Ding und beteuern stets den wärmenden Effekt. Andere, Alex Ferguson etwa, verspotten die Träger auf die alte englische Art: »Real men don't wear things like that. Get 'em off.« Echte Männer? Also die tätowierten Kerle, die in Nordgrönland in Bermuda Shorts am Eis sitzen, Roth Händle ohne Filter rauchen und Strohrum zum Frühstück trinken?

Wie auch immer: Die Diskussion um die Schlauchschals und das nun konsequent durchgesetzte Verbot erinnert ein bisschen an das Gezetere, das vor einem Jahr wegen Arjen Robbens langen Unterhosen gemacht wurde. Diese waren grau, nannten sich im Boulevard »Liebestöter« und passten farblich nicht zur roten Hose. Die Mode-Päpste des Fußballs setzten der Diskussion allerdings ein jähes Ende. Auch hier gab es einen Verbot. Robben musste fortan mit einer langen Unterhose spielen, die farblich auf seine kurze Hose abgestimmt war. Nun also der langsame Tod des Schlauchschals. Langsam, weil das Verbot erst im Juli 2011 in Kraft treten wird. Juli – da war doch was?  Ah, Sommer. In Fifa-Kreisen unlängst als Schalhochsaison entlarvt.  

Früher waren Schienbeine noch aus Eisen

In Diskussionen um Moden im Fußballs – vornehmlich um solche, die vermeintlich einen Effekt hervorrufen, sich in Wahrheit aber als Accessoires entpuppen – werden Sätze allzu gerne mit dem Wort »Früher« begonnen. Zum Beispiel: Früher spielte Uli Borowka bei minus 18 Grad mit einem kurzärmeligen Trikot. Oder: Früher – da heulten Spieler nicht rum, wenn sie gefoult wurden, da gab es nämlich gar keine Kreuzbandrisse. Oder: Früher waren Schienbeine noch aus Stahl. Und sehr gerne: Früher trug niemand lange Unterhosen.

Mögen die ersten drei Reminiszenzen stimmen, kann der letzte Punkt schlichtweg unter dem Kampfbegriff Sozialromantik abgetan werden. Das beweist etwa ein Foto von Lothar Matthäus und Winfried Schäfer aus dem Jahr 1980, auf dem beide mit grauer Unterhose zur roten Spielkleidung zu sehen sind. Wer nun allerdings die Schmähkritik in Richtung »Echte Kerle« in Erwägung zieht, sollte wissen: Früher – da war Kälte richtig kalt!

Vergessene und aktuelle Trends seht ihr unserer Bildergalerie. Believe the Hype!

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