Das Drama Dresden-Bielefeld aus der Sicht eines Arminen

Scheiß Teufel

Wenn der Club a Depp is, is Arminia Bielefeld der Oberdepp. Eigentlich. Dann kam das entscheidende Spiel gegen Dynamo Dresden. Bielefeld-Fan Jens Kirschneck ist geradeso um eine Herzattacke herumgekommen und hat danach diesen Text geschrieben.

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Wenn man als Fan von Arminia Bielefeld eines gelernt hat, dann dies: Am Ende zeigt uns das Leben die lange Nase. Nun tragen wir an diesem Schicksal nicht exklusiv, Anhänger etwa des 1. FC Nürnberg wissen, wovon die Rede ist. Aber wenn der Club a Depp is, wie eine verbitterte Redensart meint, dann is Arminia Bielefeld mindestens a Oberdepp.

Die abgelaufene Saison lieferte dafür wieder mal erstklassiges Anschauungsmaterial. Nach schweren Jahren war Arminia Bielefeld im letzten Sommer zumindest wieder in die Zweite Bundesliga aufgestiegen, mit einem limitierten, aber willigen Team und einem sympathischen Kauz auf der Trainerbank, der sich vor lauter Begeisterung nach dem Aufstieg erst mal ein lastwagengroßes Arminia-Tattoo in die Brust stechen ließ.

Ein weniger sympathischer Trainer, der auch noch Sicherheitsfußball spielen ließ

Doch je kürzer die Tage wurden, desto dunkler wurden die Zeiten. Unser Klub verlor ein Spiel nach dem anderen, die Vereinsführung entließ den sympathischen Trainer und verpflichtete einen weniger sympathischen, der auch nicht mehr Punkte holte als der sympathische. Da der weniger sympathische zudem ein Sicherheitsfetischist ist, endeten drei Heimspiele nacheinander 0:0. Wir ertrugen es klaglos, solange das zarte Pflänzchen Hoffnung gedieh, in dessen Muttererde geschrieben stand: Ihr müsst am letzten Spieltag in Dresden gewinnen, dann könnt ihr dem Teufel noch von der Schippe springen.

Nun aber meldete sich unsere Lebenserfahrung höhnisch zu Wort: Wann bitte ist Arminia Bielefeld je am letzten Spieltag dem Teufel noch von der Schippe gesprungen? Wenn sich diesem Verein die Gelegenheit zum Abstieg bittet, dann sagt er gewöhnlich: Wo ist der Teufel? Wo seine Schippe? Und wann darf ich Platz nehmen?

Kein Wunder, dass wir mit einem klammen Gefühl vor dem Fernseher saßen, als unser Klub am Sonntag in Dresden antrat. Wir fühlten uns wie ein Rentner, der seit 40 Jahren die gleichen Lottozahlen abgibt und noch nie was gewonnen hat. Unsere Spieler freilich schienen davon unberührt. Ihr Auftritt war nicht verzagt, sondern selbstbewusst. Sie erspielten sich eine Reihe von Torchancen.

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