03.07.2013

Das Comeback des SV Atlas Delmenhorst

Kreisklasse statt Regionalliga

Seite 2/3: Die Konkurrenz schläft - und wettert
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SV Atlas

Für die erste Partie des reloadeten SV Atlas pilgern 1200 Zuschauer in das saturierte Stadion an der Düsternortstraße. Es ist ein Freundschaftsspiel, wohlgemerkt, und zu Gast nur die Reserve des VfB Oldenburg. Aber die plötzliche Neugründung wird zum Erweckungskuss, der Delmenhorst aus seinem Fußballdornröschenschlaf reißt. Mit anderen Worten: Der SV Atlas schließt die Lücke, die er vor dreizehn Jahren selbst gerissen hat. Trainer Michael Müller jubelt nach dem 0:3 in die gierigen Diktiergeräte der Lokaljournalisten: »Wir sind wieder da!« Müller gehört zum Gründungszirkel, der das Comeback ein Jahr lang vorbereitet hat. Mit Teammanager Thomas Hebgen ist er befreundet, und für die Planungsphase, das erzählen beide unisono, galt nur: Bloß nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen.

Die Gründerväter, acht weitere Personen gehören dazu, begaben sich zuerst sich auf Sponsorensuche. Sie wollten nicht, wie weiland vor dem Bankrott, am Tropf eines einzigen Geldgebers hängen. »Im ersten Jahr ist der Sponsorenpool von 32 auf 43 gewachsen«, erläutert Hebgen, ein massiger Macher und Kümmerer, die Akquise. Er hofierte die Financiers, lud zum Spanferkelessen, stellte die Mannschaft vor. Aktionen, die ankamen und den SV Atlas lokal noch stärker verwurzeln. Alle Werber kommen aus Delmenhorst, der Unternehmer rannte beim ansässigen Mittelstand offene Türen ein. Türen, durch die auch die Konkurrenz während der Atlas-Abstinenz hätte gehen können. »Hat aber keiner gemacht.«

Hebgen ist der Verweis wichtig, denn die finanzielle Potenz wurde dem Neuling von den in der Kreisklassengemütlichkeit eingerichteten Nachbarn sofort geneidet. Man befürchtete einen Spielerexodus. Knut Hinrichs, Obmann beim TV Jahn, meinte gehört zu haben, der SV Atlas bezahle Kickern das Studium, wenn sie wechseln. Hebgen sagt dazu: »Kein Spieler bekommt für einen Wechsel Handgeld.« Wort steht gegen Wort. Die Atlas-Familie fühlt sich verleumdet, die Konkurrenz sich ausgekauft. Es ist ein schwelender Konflikt, manchmal entlädt er sich auf dem Rasen.

 
 
 
 
 
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