Nie zuvor hatte der kleine Klub aus dem Großraum von Buenos Aires ein internationales Finale bestritten. Was der größte Tag der Vereinsgeschichte hätte werden sollen, geriet am Ende zum Albtraum. Dieser hatte jedoch nicht erst mit dem Eklat in der Halbzeitpause begonnen.
Bereits bei der Ankunft im Stadion Morumbí hatten Anhänger vom FC Sao Paulo den Mannschaftsbus von Tigre attackiert. Scheiben gingen zu Bruch. »Sie haben Steine und Bierflaschen auf uns geworfen«, berichtete Galmarini. Später sei man daran gehindert worden, zum Warmmachen auf den Rasen zu treten. »Seit unserer Ankunft in Brasilien haben sie uns schlecht behandelt«, sagte er konsterniert. Auch bei der Herausgabe des vorher zugesicherten Kontingents an Eintrittskarten für die Gästefans hatten sich die Verantwortlichen des FC Sao Paulo bis unmittelbar vor Spielbeginn quergestellt.
Ein doppelter Grund zum Feiern
Beim Sieger Sao Paulo wollten man sich hingegen die Feierlaune über den erstmaligen Gewinn der »Copa Sudamericana« durch die Zwischenfälle nicht trüben lassen. Im Gegenteil. Trainer Ney Franco schob den Gästen gar eine Teilschuld an den Vorkommnissen zu. »Die haben das selbst auf eine feige Art und Weise angezettelt. Sie sind schlecht erzogen«, sagte er. Sao Paulos Präsident Juvenal Juvencio wurde noch deutlicher. »Wir haben heute doppelten Grund zum Feiern: Die Flucht der Argentinier und unseren grandiosen Triumph.«
Unterdessen kündigte Tigre-Funktionär Sergio Massa Protest gegen die Wertung des Spiels an. Man habe eine Videoaufzeichnung von Schiedsrichter Osses, in der dieser sagt, er werde die Partie abbrechen, so Massa. »Später hat er das Finale dann für beendet erklärt. Eine Verrücktheit«, erboste er sich. Massa kündigte an, nun den argentinischen Fußballverband AFA einschalten zu wollen.