Claudio Pizarros Tagebuch

»Gute Nacht, Dein Pizza«

Er schätze die Bremer Gemütlichkeit, erzählte Claudio Pizarro unlängst den Journalisten. Keine Medienrhetorik, sondern eine persönliche Wahrheit aus tiefstem Herzen, wie sein Tagebuch offenbart. Wir haben darin geblättert. Claudio Pizarros TagebuchImago Donnerstag, 11. September

Liebes Tagebuch, heute habe ich bis 12:30 Uhr geschlafen, danach noch ein bisschen gedöst. In meinem Bett fühle ich mich, als wäre ich nie weg gewesen. Das »ARD-Buffet«, meine Lieblingssendung im deutschen Fernsehen, ist heute besonders spannend: Kastanienmännchen-Basteln für die gemütlichen Herbstabende. Ich frage nachher beim Training mal Mesut, ob er Lust hat, mir demnächst Modell zu stehen. Apropos Training: Wo ist eigentlich mein Joggingsanzug, liebes Tagebuch? Mist, der ist immer noch total schmutzig von gestern. Ach, weißt du was? Ich kaufe mir gleich einfach einen neuen bei »KIK«. Bremen ist eine echte Weltstadt! Ich fühl mich einfach pudelwohl hier.

[ad]

Freitag, 12. September


Liebes Tagebuch, die anderen waren gestern beim Training fiese zu mir, haben mich ausgelacht, wegen meinem neuen Jogginganzug. Dabei fand ich die Rosa-Türkis-Kombi ganz schön, ist doch fast wie Grün-Orange. Keiner wollte mit mir in einer Mannschaft sein. Wenigstens Mesut hält zu mir: Er hat mich schon mal mit Kastanien beworfen, für den gemütlichen Abend. Kalli Kamp hat auch zugesagt, er bringt die Zahnstocher mit. Warum er so komisch gegrinst hat, weiß ich nicht. Ach, das wird bestimmt schön. Ich fühl mich nach wie vor pudelwohl in Bremen!

Nachtrag: Jetzt ist es schon halb zehn Uhr abends. Mesut und Kalli sind nicht gekommen. Ob die mein Haus nicht gefunden haben? Die Salzstangen habe ich alle selbst aufgegessen. Morgen ist Bundesliga.


Samstag, 13. September

Liebes Tagebuch, heute musste ich schon gaaaaanz früh aufstehen. Spiel gegen Cottbus, Du weißt schon. Die Cottbusser sind gemein, hat er der Trainer gesagt, und wir mussten uns wirklich ganz dolle anstrengen. Am Ende stand es, glaub ich, 3:0 für uns. Ein Tor habe ich nicht gemacht, Sanogo schon, obwohl er in der Krise ist. Bin ich jetzt auch in der Krise, liebes Tagebuch? Ich geh erst mal ins Bettchen, da fühl ich mich sowieso am pudelwohlsten. Gute Nacht, Dein Pizza.


Sonntag, 14. September


Liebes Tagebuch, was gibt es Schöneres als zur »Sendung mit der Maus« aufzuwachen? Schlau, wie ich bin, hatte ich mir noch einen Vorrat Sonntagsbrötchen angelegt. Einfach aufbacken, verputzen – fertig! In der »Bild am Sonntag« habe ich für das Spiel gestern eine 3 bekommen. Vor Freude verfüttere ich das übrig gebliebene Brötchen an die Enten im Park, schön dick eingemummelt in meinen Lieblingsmantel (mit Fell). Dann geht auch schon wieder die Sonne unter, Zeit fürs Bettchen. Bis morgen!


Montag, 15. September

Liebes Tagebuch, wo ist eigentlich dieses Zyprien? Ich glaube, da müssen wir hinfliegen – Champions-League! Dieser gottverdammte Stress, ich will gar nicht weg aus meinem geliebten Bremen. Ob die da gemütliche Betten haben? Drück mir die Daumen, liebes Tagebuch!

Nachtrag: Beim Training habe ich erfahren, dass wir gar nicht in Zyprien spielen, sondern hier zu Hause in Bremen. Jetzt fühle ich mich wieder pudelwohl.


Dienstag, 16. September

Liebes Tagebuch, heute ist es mir sehr schwer gefallen, aus meiner Werder-Bettwäsche zu krabbeln. Draußen ist es schon arschkalt, ich hätte Lust, DVDs zu gucken. Rufe Torsten Frings an, der redet aber was von »keine Zeit« und »Champions-League«. Ach ja! Die Zyprier!  Alle sagen, dass wir die schlagen müssen. Aber woher wollen die das wissen, die sind doch total unbekannt! Naja, mal sehen. Vielleicht macht Sanogo ja wieder ein Tor, dann sind alle froh. Oder sollte ich mal? Wünsch mir Glück, liebes Tagebuch!

Nachtrag: Mein Gott, war das langweilig! 0:0 gegen die Zyprier. Ich hatte drei Chancen, hab aber die Hütte nicht getroffen. Habe ich wirklich eine Krise? Jetzt kann ich nicht einschlafen. Das ist mir noch nie passiert. Ich glaub, ich trink noch ne heiße Milch mit Honig, dann wird das schon klappen. Morgen fühl  ich mich bestimmt schon wieder pudelwohl. Nachtinacht, Dein Pizza.        

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!