Chronologie: Robin Dutt als Bayer-Trainer

Ein Jahr auf Bewährung

Kritik von den Fans und der Vereinsführung, Konflikte mit Führungsspielern: Ein Blick in das vergangene Jahr zeigt, dass Robin Dutts Engagement bei Bayer 04 von Anfang an von Misstönen begleitet wurde. Die Entwicklung gipfelte in der Entlassung am 1. April.

21. März 2011
Bayer Leverkusen gibt den Weggang von Trainer Jupp Heynckes nach München bekannt und verkündet gleichzeitig, dass Robin Dutt übernimmt. Dutt unterschreibt einen Vertrag bis 2013.

August 2011
Der Auftakt geht in die Hose, Bayer Leverkusen fliegt trotz eines 3:0-Vorsprungs beiDynamo Dresden noch aus dem DFB-Pokal. Für Aufsehen sorgt Trainer Robin Dutt mit seinem kategorischen Nein zu einem Duo aus Simon Rolfes und Michael Ballack. Nach dem Sieg gegen Bremen verweigert Dutt Aussagen zu diesem Thema. Beim 4:1-Sieg über den FC Augsburg spielen Rolfes und Ballack erstmals gemeinsam. 

27. September 2011
Nach Niederlagen gegen den FC Bayern und der schmerzhaften Pleite gegen den 1. FC Köln spricht Dutt erstmals öffentlich über die großen Fußstapfen seines Vorgängers Jupp Heynckes. »Jupp hat die Messlatte sowohl menschlich als auch sportlich verdammt hoch gelegt. Ich glaube sogar, dass es einfacher ist, auf einen Trainer wie Louis van Gaal zu folgen als auf Jupp Heynckes«, erklärt der Trainer im Sport1-»Doppelpass«.

18. Oktober 2011
Dutt steht weiter in der Kritik, auf Facebook formiert sich eine Gruppe mit dem Titel: »Völler für Bayer – Dutt raus«. Die ständigen Personal- und Taktikwechsel tragen zur Unzufriedenheit rund um Dutt bei. Beim Sieg in der Champions League über den FC Valencia jubeln die Spieler demonstrativ mit dem Trainer.

9. November 2011
Nachdem Simon Rolfes öffentlich die Spielweise von Bayer Leverkusen kritisierthat, zeigt Robin Dutt Verständnis. »Simon ist unser Kapitän und hat das Recht dazu«, sagt der Trainer. In vielen Medien wird wiederum über einen Riss zwischen Trainer und Mannschaft spekuliert.

6. Dezember 2011
Die Freude über den Einzug ins Achtelfinale der Champions League wird getrübt, da Bayer Leverkusen mit einer enttäuschenden Leistung in Genk und einem 1:1 die Tabellenführung leichtfertig verspielt. So trifft der deutsche Vizemeister im Achtelfinale auf keinen Geringeren als den FC Barcelona.

19. Dezember 2011
Nach der Niederlage zum Jahresabschluss gegen Nürnberg hört sich Rudi Völler im Interview mit dem »Express« wenig euphorisch an. »Robin muss wieder dahinkommen, wo er am Anfang seiner Zeit bei uns war: Er muss wieder von seiner Arbeit überzeugt sein. Er muss sein Ding durchziehennach dem Motto: Ich will hier was bewegen.« Bewegen muss sich daraufhin Hanno Balitsch, er soll sich einen neuen Verein suchen.

7. Januar 2012
Im Interview mit Sport1 stärkt Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser dem Trainer den Rücken. »Er ist sehr fleißig, sehr penibel. Ich bin sicher, dass wir zusammen Erfolge feiern werden.« Das Prädikat »fleißig« fällt bekanntermaßen in die gleiche Kategorie wie der Satz: »Er hat sich stets bemüht.« 

Der aussortierte Hanno Balitsch erhebt derweil Vorwürfe gegen die Vereinsführung und den Trainer: »Dutt ist aufgrund der schwachen Leistungen in die Kritik geraten und hat sich daher zum Reagieren gezwungen gesehen.« Über seinen Abschied bei Bayer soll Balitsch lediglich per Mail in Kenntnis gesetzt worden sein.

22. Januar 2012
Trotz des Sieges gegen Mainz 05 kehrt bei Bayer Leverkusen keine Ruhe ein. Dutt wird ausgepfiffen, als er die Galionsfigur Michael Ballack auswechselt. Sportchef Rudi Völler will Dutt den Rücken stärken, bewirkt mit seiner Aussage allerdings das Gegenteil: »Ich hätte Ballack schon zur Halbzeit ausgewechselt.«

Ballack verweigert bei seiner Auswechslung Dutt den Handschlag, wenig später wird er wiederum zum Bankdrücker. Bereits im August war es zu Unstimmigkeiten zwischen Dutt und Ballack gekommen. »Wer für einen Champions-League-Klub wie Bayer Leverkusen spielt, für den ist es eine Ehre, auf der Bank sitzen zu dürfen«, hatte Dutt im Hinblick auf den ehemaligen Nationalspieler damals gesagt und seine Aussagen wenig später als ungeschickt eingeordnet.

18. Februar 2012
Bayer Leverkusen feiert mit einem 4:1-Heimsieg den 300. Heimerfolg in der Vereinsgeschichte des Klubs. Für die Fans kein Grund, in Euphorie zu schwelgen. Während der Partie rufen sie nach dem verletzten Michael Ballack und singen: »Ohne Trainer wär'n wir auf Platz zwei.« Dutt zeigt sich unbeeindruckt: »Ich halte als Trainer gern den Kopf hin, wenn meine Mannschaft so auftritt.«

3. März 2012
Der 2:0-Sieg der Leverkusener über Bayern München wirkt wie ein Befreiungsschlag, Dutt jubelt mit ausgestreckten Armen. Nach der Partie sagt er: »Vielleicht hat es den Sieg gebraucht, um das zu erkennen, was ich schon seit Wochen predige.« 

7. März 2012

Der FC Barcelona demütigt die Leverkusener mit einem 7:1-Sieg im Rückspiel des Champions-Leauge-Achtelfinales. Die Spieler vergehen sich nach dem Spiel in demütigen Preisungen des Gegners. »Wir sind uns doch alle einig, dass Barcelona in einer eigenen Liga spielt«, sagt etwa Simon Rolfes. Ähnlich ehrfürchtig verdingten sich die Bayer-Spieler auch auf dem Rasen. 

31. März 2012
Robin Dutt gibt sich nach der Niederlage gegen seinen Ex-Verein SC Freiburg überaus selbstkritisch. »Ich werde mich deshalb mal wieder hinterfragen müssen, was da schief läuft.« 

1. April 2012
Robin Dutt wird bei Bayer Leverkusen entlassen. »Wir mussten einfach handeln und ein Zeichen setzen, um das Saisonziel internationaler Wettbewerb weiter mit frischem Wind zu verfolgen«, sagt Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. 

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