Chelsea-ManCity in der Spielanalyse

Zwei Teams, viele Probleme

Der Experte hadert, der Laie langweilt sich. Ein 0:0, das nicht durch defensive Glanzleistungen, sondern durch taktische Probleme in der Offensive gepaart mit mangelnder Risikobereitschaft zustande kam.

In Chelseas 4-2-3-1 liefen mit Oscar, Hazard und Mata drei spielmachende Spielertypen hinter der einzigen Spitze Torres auf. In der Regel spielen diese vier Spieler sehr eng beieinander und suchen die Halbräume, um den Gegner dort zu überladen. Wichtig für diese Spielweise ist, dass die Außenverteidiger enorm weit nachrücken, um Breite im letzten Drittel zu geben.

Dies geschah gestern aber viel zu selten, Cole und Azpilicueta hielten sich offensiv zurück. Folge war, dass City sehr weit in Richtung Ball verschieben konnte. Da auch Ramires das Offensivquartett nicht wie gewohnt mit seinen Läufen in die Tiefe unterstützte, griff Chelsea zumeist mit lediglich vier Spielern an, was von sieben bis neun City-Akteuren einfach verteidigt werden konnte.

Hatten die Gäste den Ball, zog sich Chelsea sehr weit in die eigene Hälfte zurück. Die Viererkette stand unweit des Strafraums, davor ließen sich Hazard und Mata auf Höhe der Sechser fallen und bildeten eine zweite Viererreihe. Oscar und Torres sollten an der Mittellinie die Passwege zu Citys Sechsern zustellen, um Yaya Toure nicht ins Spiel kommen zu lassen.

Fehlende Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff

Dieser blieb unüblicherweise nahezu ohne Einfluss auf die Partie. Normalerweise ist der Ivorer mit seiner Dynamik und Vertikalität ein Aktivposten im Spiel des amtierenden Meisters, heute trat er offensiv jedoch überhaupt nicht in Erscheinung: Nur ein einziges Mal ging er ins Dribbling, zudem schoss er nur einmal aufs Tor.

Die Probleme von Manchester in Ballbesitz waren mit denen Chelseas vergleichbar: Durch Toures Zurückhaltung fehlte die Unterstützung aus dem Zentrum, auch die Außenverteidiger machten nicht viel für die Offensive, wenn auch nicht ganz so wenig wie Cole und Azpilicueta auf der anderen Seite.

Citys Spielgestalter, David Silva, startete im 4-4-2 auf der rechten Seite und hatte eine sehr freie Rolle. Immer wieder suchte er den Weg raus aus dem engen Achterblock Chelseas und holte sich die Bälle in tiefen Positionen ab. Da ihn Zabaleta aber nicht hinterlief und Toure wie beschrieben keine Vertikalläufe anbot, fehlte City mindestens ein Spieler im letzten Drittel.

Edin Dzeko konnte zwar einige Anspiele von Silva technisch anspruchsvoll verarbeiten und den Ball halten, außer Aguero hatte er jedoch zwischen den Viererketten des Gastgebers keinen Kombinationspartner. Die Angriffe verpufften so recht schnell, sodass es kein Wunder war, dass Chelsea trotz einer sehr tiefen und passiven Spielweise zur Halbzeit fast genauso viel Ballbesitz hatte wie die Gäste aus Manchester (48 Prozent : 52 Prozent).

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