Carlos Tevez, aufgepasst!

Die härtesten Strafen der Geschichte

Weil er sich einfach nicht einwechseln lassen wollte, droht Carlos Tevez von Manchester City nun eine Rekordstrafe von 500.000 Pfund! Aber das ist ja noch gar nichts gegen: Unser Top Ten der Rekordstrafen! Carlos Tevez, aufgepasst!

17.200.000 Euro – Adrian Mutu

Der FC Chelsea ist ein Klub der Superlativen: Der größte Kader, die teuersten Spieler, der Boss in Besitz der offiziell größten und teuersten Yacht der Welt – klar, dass sich die Londoner auch im Streitfall Adrian Mutu nicht lumpen ließen: Weil der rumänische Stürmer 2004 des Kokainmissbrauchs überführt und anschließend sieben Monate gesperrt wurde, kündigten die »Blues« den Vertrag mit dem schniefenden Angreifer, nur um ihn anschließend wegen Vertragsbruch anzuzeigen. Die FIFA reagierte gönnerhaft und forderte von Mutu die bescheidene Summe von 17,2 Millionen Euro für sein Fehlverhalten. Seither kämpft Mutu gegen das Urteil an, bislang ohne Erfolg. Erst im Sommer 2010 wies das Schweizer Bundesgericht Mutus Einspruch gegen das Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS ab.

Die Skandalchronik des Adrian Mutu>>>

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30 Heimspiele + 240.000 Euro – Coritiba FC


Abstiege sind schon ein hartes Brot. Die Gewissheit den eigenen Klub in der Zukunft eine Liga tiefer kicken zu sehen, ruft bei Fußballfans die unterschiedlichsten Reaktionen hervor. Die einen heulen sich die Augen aus, andere verbrennen im Garten den Lieblingsschal. Die Zuschauer des brasilianischen Klubs Coritiba FC enterten nach einem 1:1 im Dezember 2009 gegen Fluminense kurzerhand den Rasen, um sich bei Schiedsrichtern, Gästespielern und Polizisten beim somit frisch besiegelten Abstieg zu beschweren. Weil sie das nicht in Form von Sitzkreisen und Diskussionsrunden, sondern mit Knüppeln, Sitzschalen und Fäusten taten, verurteilte das brasilianische Sportgericht Coritiba FC zu 30 Heimspielen auf fremden Geläuf und 240.000 Euronen Geldstrafe.


Vier Rote Karten – Ricky Broadley


Kann nicht jeder: Gleich vier Rote Karten in einem Spiel zu bekommen. Der Name dieses Anti-Helden: Ricky Broadley. Der Waliser trat in einem Pokalspiel Anfang Februar 2010 zwischen Rhosgadfan und Penrhyndeudraeth zunächst einem Gegenspieler ins Gesicht (Rote Karte Nummer 1), beschimpfte nach dem daraufhin folgenden Platzverweis den Schiri übel (Rote Karte Nummer 2), schnappte sich dann einen Wassereimer und übergoss den Unparteiischen mit dem kühlen Nasse (Rote Karte Nummer 3) und hatte sich auch nach der Dusche noch nicht beruhigt. Im Vereinsheim entschied sich Broadley für eine weitere Schimpfkanonade in Richtung des Schiedsrichters – Rote Karte Nummer 4. »Was für ein Idiot!«, textete die walisische »Daily Post«. Kann man so sagen.

Die härtesten Spieler aller Zeiten>>>


1.300.000 Mark –  Dobrudzha Dobrich

Der bulgarische Fußball-Verband verdonnerte den Erstligaklub Dobrudzha Dobrich im September 1997 zu einer Geldstrafe von umgerechnet 1,3 Millionen Mark. Außerdem durfte der Klub bis zum Ende des Jahres keine Spiele mehr im eigenen Stadion austragen. Die Mannschaft hatte während eines Meisterschaftsspiels gegen Lokomotive Sofia in der 62. Minute auf Anweisung des Klubpräsidenten Stefan Kolew den Platz verlassen. Nach dem 2:0 für Sofia und einer Roten Karte für Dobrudzha-Kapitän Mitsanski hatten aufgebrachte Fans Feuerwerkskörper auf das Spielfeld und nach Spielende auch auf Offizielle geworfen. Kolew musste zusätzlich 1,2 Millionen Mark Strafe zahlen. Ein ziemlich teurer Wutausbruch also.


249.000 Euro – José Mourinho

Da sitzt man unschuldig und einsam im Café und muss anschließend eine Viertelmillionen Dollar zahlen. Das kann nur »The Special One« passieren. Der hatte sich, natürlich rein zufällig, mit Arsenal-Verteidiger Ashley Cole zum Brühgetränk verabredet, um sich neben gemeinsamen Hobbys, Frauengeschichten und Backrezepten auch über das Interesse für einen Wechsel zum FC Chelsea auszutauschen. Der englische Verband zeigte sich über dieses Treffen not amused, da solche Verhandlungsgespräche nur mit Zustimmung des Arbeitgebers stattfinden dürfen. Arsenal wusste von nichts, Mourinho musste zahlen und auch Cole wurde die Portokasse gestutzt (149.000 Euro). Am Ende ging »Cashley« Cole dann wirklich zum FC Chelsea.



50.000 bis 100.000 Euro – Paolo Guerrero

Der Peruaner vom HSV erfüllte sich vor gut einem Jahr den Traum eines jeden Fußball-Profis: Pöbelnden Fans mal so richtig die Fresse polieren. Statt nun mit einem beherzten Sprung auf die Tribüne zu fliegen (siehe auch: Eric Cantona), schnappte sich Guerrero nach einer Partie gegen Hannover 96 eine gelbe Trinkflasche und feuerte sie einem stänkernden Stiernacken zwischen die Augen. Der nahm den Angriff gelassen hin und hatte ein ganz besonderes Souvenir für den heimischen Wohnzimmerschrank. Die Geschichte wäre damit vorbei gewesen, wenn Guerreros technisch einwandfreier Wurf nicht anschließend tagelang in allen erdenklichen Geschwindigkeiten durch die Medien geruckelt wäre. Der HSV reagierte empört – und verdonnerte seinen Stürmer zu einer Rekordstrafe, die dann nie richtig öffentlich gemacht wurde. Schätzungen ergaben: 50.000 bis 100.000 flossen an eine soziale Einrichtung.

Die große Überfahrt – Paolo Geuerro und die Flugangst>>>



6 Monate und 10 TageKarsten Schulz

Laut Bild war Karsten Schulz einst der »größte Fußballrüpel Hamburgs«. Der Mann vom Landesligisten Curslack/Neuengamme galt in den heimischen vier Wänden zwar als Vorzeigemann (O-Ton: »Er putzt Staub und hilft seiner Frau Elfi beim Abwasch, doch wenn er einen Ball sieht, wird er ein anderer Mensch.«) Im Spiel gegen Altona 93 (Saison 1974/75) platzte Schulz zum wiederholten Mal der Kragen, er rempelte den Schiri an und verpasste dem Linienrichter einen Tritt in den Allerwertesten. Nach dem Platzverweis folgte der zweite Akt: Schulz beschimpfte die Schiedsrichter so dreckig, dass dieser nach Eigenaussage »Hemmungen hatte, alles wörtlich in den Spielbericht aufzunehmen. Der Verband sperrte den Wiederholungstäter für ein halbes Jahr. Sein lapidarer Kommentar: »Das liegt mir eben im Blut. Ich sage mir immer, heute passiert nichts. Und dann passiert es doch.« Schulz Spitzname war übrigens »Muschi«. Kein Witz.


18.000 Mark – Paul Breitner

Was war denn da los? Paul Breitner, eher bekannt als überzeugter Pazifist, wollte am 11. Juli 1971 in aller Ruhe nach Madrid reisen. Am Gepäckschalter fiel ihm dann siedend heiß ein, dass er da noch etwas in der Tasche hatte und legte es auf den Tresen: eine geladene 6,35 Kaliber-Pistole mit 17 Schuss Munition. Dumm nur, dass Breitner zu diesem Zeitpunkt keinen Waffenschein besaß. Das verdutzte Personal rief sofort die Polizei, ein Gericht ließ keine Gnade walten. Die geforderte Summe von 36.000 Mark konnte Star-Verteidiger Bossi im Berufungsverfahren noch drücken. Angeblich verdiente Breitner beim FC Bayern nicht genug, um die Summe aufzubringen. Hüstel.


13.000 US-Dollar – Somalia

Einfach keinen Bock auf die Arbeit zu haben, ist weiter nicht verwerflich. Wenn man sich beim Blau machen, allerdings so dödelig anstellt wie der Brasilianer Somalia, bedarf das schon einer empfindlichen Strafe. Der Mittelfeldmann (Spitzname »Showmalia«) war nicht zum morgendlichen Training bei Botafogo erschienen, sondern tauchte Stunden später auf einer Polizeiwache auf. Dort erzählte er den Beamten, er sei Opfer einer zweistündigen Entführung gewesen. Die eifrigen Beamten untersuchten die Videobänder der Überwachungskamera von Somalias Wohnung. Das Ergebnis: Somalia war nachts zuvor um 4.00 Uhr deutlich angeschickert in die Federn gefallen. Wohlwissend, dass er es nicht zum morgendlichen Training schaffen würde, überlegte er sich wohl mit Katerstimmung den listigen Plan – während seine Kollegen beim Training schwitzen. Entführt wurde Somalia zu diesem Zeitpunkt wohl nur ins Land der alkoholgeschwängerten Träume. Sein Verein fand das nur halblustig und verdonnerte ihn zu 13.000 Dollar Strafe.


150 Euro – Radefelder SV


Das hätte übel enden können: Weil der Leipziger Bezirksklassist Radefelder SV in der Saison 2009/10 einen Kicker eingesetzt hatte, dessen Spielerdokumente abgelaufen waren (Schockschwerenot!) verurteilte man den Verein zu einem Punktabzug von sage und schreibe 36 Punkten. Ein anderer Richter zeigte schließlich Gnade und verwandelte den Punktetod zu einer Geldstrafe von 150 Euro. Gut für den Radefelder SV, der den zunächst drohenden Abstieg am Ende der Spielzeit locker-leicht zu verhindern wusste – mit 34 Punkten.

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