BVB gegen Bayern in der Spielanalyse

Taktische Geheimniskrämerei

Es sollte die Generalprobe für das Champions-League-Finale werden – und am Ende betraten nur Dortmunds und Bayerns Zweitbesetzungen die Bühne. Kann man trotzdem Schlüsse für das Champions-League Finale ziehen?

Das Topspiel am 32. Spieltag war nur auf dem Papier eins. In Wahrheit ging es im Spiel zwischen dem sicheren Meister Bayern München und dem sicheren Vizemeister Borussia Dortmund um weniger als gar nichts. Dementsprechend stellten die Trainer ihre Teams auf: Jürgen Klopp brachte im Vergleich zum Champions-League-Rückspiel unter der Woche fünf neue Spieler, Jupp Heynckes tauschte gar auf sieben Positionen. Beide Trainer schickten ihre Mannschaft in einem 4-2-3-1 auf das Feld, das defensiv zu einem 4-4-2 wurde.

Ilkay Gündogan als Zehner

Das Auffälligste an dieser Partie war, dass es nichts Auffälliges gab. Die Trainer hätten die Partie durchaus nutzen können, um taktische Experimente zu wagen – sooft gibt es schließlich nicht die Chance, drei Wochen vor dem großen Finale gegen denselben Gegner zu spielen. Doch beide Teams schickten nicht nur ihre zweite Garde auf das Feld, sie spielten auch noch ihr altbekanntes System.

Spannung versprach einzig die Rolle von Ilkay Gündogan als Zehner. Die Rolle dürfte ihm liegen: Neben Robert Lewandowski kann er im Pressing seine Zweikampfstärke einsetzen. Gleichzeitig ist er ein enorm ballsicherer Fixpunkt im offensiven Zentrum; einem Bereich, in dem ein Spieler sich oftmals zwei oder drei Gegenspielern entgegen sieht. Doch das Experiment musste früh abgebrochen werden, Gündogan ließ sich angeschlagen auswechseln (14.). Moritz Leitner übernahm seine Position.


Gustavo und Tymoshchuk enttäuschten

Bei den Bayern ließ das ungewohnte Mittelfeld-Duo aufhorchen. Luiz Gustavo und Anatoliy Tymoshchuk sind eher als defensive Bollwerke bekannt. In diesem Spiel hätten sie beweisen können, dass sie auch das Spiel machen können. Ihnen fiel jedoch nicht viel ein. Das Bayern-Spiel krankte vor allem daran, dass beide Spieler ihre Positionen recht defensiv interpretierten.

Selbst bei eigenem Ballbesitz waren sie praktisch immer hinter dem Ball. Die Münchener mussten oft die eigenen Angriffe abbrechen und nach hinten spielen – ein Zug, den man eher aus van-Gaal-Zeiten kennt und der in dieser Saison abgestellt schien. So konnte sich keiner der beiden für höhere Aufgaben empfehlen.

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