Bundesliga immer kälter
19.01.2010

Bundesliga immer kälter

Pizza auf Eis

Mit einem sichtbar angeschlagenen Angreifer Claudio Pizarro verlor der SV Werder Bremen am Wochenende gegen Eintracht Frankfurt. Der Peruaner hatte sich im Training verletzt – auf eine höchst seltsame Weise, die uns alle angeht.

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Ob Werder Bremen auch mit einem gesunden Claudio Pizarro gegen Eintracht Frankfurt verloren hätte? Müßig, denn er war vom Vollbesitz seiner Kräfte weit entfernt. Und zwar weiter, als wir alle angenommen hatten.



Zunächst hieß es ja bloß, der Peruaner habe sich im Training am Knie verletzt. Das kann noch werden, dachte man. Doch dann enthüllte die »Sportschau« am frühen Samstag Abend die ganze absonderliche Wahrheit: Er habe sich beim Sturz, so hieß es, »auf eine Eisscholle« verletzt. 

Da guckt man erst mal vorsichtig aus dem Fenster: Ist es denn wirklich schon so kalt?

Seit Wochen machen die Meteorologen uns den Einbruch einer neuen Eiszeit weis, doch dass sich schon das Packeis über Norddeutschland schiebt, kommt doch recht plötzlich und unerwartet. Haben wir auch genug Hamster gekauft, Liebling?




Oder ist diese Eiszeit im Gegenteil schon wieder vorbei? Eisschollen, wie sie die ARD gesehen haben will, lösen sich schließlich durch Erwärmung aus vorher gefrorenen Eisflächen. Hat Thomas Schaafs heißer Atem sie aus der Weser gelötet? Besonders für Brückenpfeiler können die Dinger ja äußerst gefährlich werden! Also seien wir froh, dass wenigstens Naldo und Merte nichts passiert ist. 

Wo mag Pizarro mit der tückischen Eisscholle zusammengeprallt sein? Weilte er etwa zu Vertragsverhandlungen mit einem Oligarchen-Klub am Weißen Meer, und uns hat’s bloß mal wieder keiner gesagt? Hat Rune Bratseth, der Elch vom Polarkreis, seine Finger im Spiel? Wo waren Sie, Pizza? Und warum? 

Nicht nur, dass Werder Bremen ohne einen voll funktionstüchtigen Pizarro ziemlich aufgeschmissen ist. Man muss sich auch sorgen, dass er im ewigen Eis verloren geht. Dass ein unentrinnbarer Packeisgürtel den ganzen Verein ins Mittelmaß zieht.

Und dass das Erste Deutsche Fernsehen schon so besoffen ist von seinem eigenen Minustemperaturen-Mantra, dass es überall weiße Mäuse sieht. Eismäuse. Eisschollen. Eisbären! Die sollen ja besonders gefährlich sein. Also schnell ins Haus, Fenster zunageln, Konserven aufessen, Wetterbericht gucken, damit wir wissen, ob es morgen immer noch so »kalt« ist. 
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