13.05.2013

Bremen-Frankfurt in der Spielanalyse

Drei Phasen zum Klassenerhalt

Werder Bremen gelingt mit einem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt der Klassenerhalt. Erst drückte Werder, dann wankte Werder und zum Schluss verwaltete der Schaaf-Klub das Ende der Seuchensaison. Die Spielanalyse.

Text:
Tobias Escher
Bild:
Imago

Endspielatmosphäre in Bremen: Im ausverkauften Weserstadion wollte Werder nach einer Saison voller Pleiten, Pech & Pannen den Klassenerhalt sichern. Thomas Schaaf stellte seine Mannschaft in einem klassischen 4-2-3-1 auf, das defensiv zu einem 4-4-2 wurde. Eintracht-Coach Armin Veh schickte sein Team mit demselben System auf das Feld.

Die Sturm- und Drangphase

Die Bremer begannen das Spiel stürmisch. Philipp Bargfrede rückte aus dem Mittelfeld immer wieder nach vorne, um die gegnerischen Sechser unter Druck zu setzen. Die Stürmer konnten hierdurch aufrücken und die Innenverteidiger zu Pässen auf die Außenverteidiger zwingen. Dort warteten schon Özkan Yildirim und Kevin de Bruyne und attackierten diese.



Unter Druck wurden die Pässe der Außenverteidiger Sebastian Jung und Bastian Oczipka ungenau. In der Anfangsviertelstunde fanden nur zwei ihrer zehn Pässe einen Mitspieler. Damit ging Frankfurts Kalkül nicht auf, den an der gegnerischen Viererkette lauernden Inui hinter die Abwehr zu schicken. Zumeist kamen die langen Bälle nicht an, und wenn sie es doch taten, stand Inui im Abseits. Insgesamt viermal pfiff der Schiedsrichter eine Abseitsposition des Japaners ab. Dieses Kunststück schaffte an diesem Spieltag sonst nur der Freiburger Daniel Caligiuri.

Bremen dominierte mit diesem hohen Pressing das Spiel. Im eigenen Angriff versuchten sie, in die Räume zwischen den gegnerischen Viererketten zu kommen. Eintracht Frankfurt wirkte in dieser Phase desorientiert. Ein ums andere Mal verließen Spieler die eigene Ordnung, um Bremer Gegenspieler unter Druck zu setzen. Kevin de Bruyne war der Nutznießer dieser Unordnung. Er war äußerst umtriebig und suchte stets Lücken in der gegnerischen Formation. Der Führungstreffer war eine Kombination aus Bargfredes aggressivem Forechecking und de Bruynes Gespür für die Lücke. Der Belgier stand auf der linken Seite frei und verwertete eine Balleroberung von Bargfrede (22.).

Die Zurückzieh- und Angstphase

Nach der Führung zogen sich die Bremer zurück. Sie verzichteten gänzlich auf ihr aggressives Pressing und reihten sich stattdessen in einem passiven 4-4-2 auf. Hierbei übten sie im Mittelfeld keinen Druck auf den Gegner aus, sondern wichen an den eigenen Sechzehner zurück. Dort standen die beiden Viererketten leicht versetzt, sodass keine Lücken für Schnittstellenpässe entstanden.

Frankfurt konnte in dieser Phase den Ballbesitzwert hochschrauben. Sie ließen die Kugel ruhig laufen und warteten auf Lücken in der Bremer Formation. Geduldig verlagerten sie das Spiel von links nach rechts und wieder zurück. Oczipka und Jung schoben nun weiter nach vorne, auch Inui und Aigner hielten auf den Außenpositionen die Breite.

Passive Bremer

 
 
 
 
 
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