Braunschweig ist zurück in der Bundesliga

Oder Wolters nicht?

28 Jahre lang wurde etwas vermisst – jetzt ist Eintracht Braunschweig zurück in der Bundesliga. Ein Besuch beim großen Comeback gegen Werder Bremen.

Am Bierwagen steht ein alter Mann und bestellt Bier. »Wolters« heißt die Hausmarke in Braunschweig. Mit dem Namen konnte man früher immer so schöne Partygags machen. »Wolters? Oder Wolters nicht?« reihte sich ein in »Das kann ja wohl nicht Warstein!« und »Das kann ja Jever!« Die kennt der alte Eintracht-Braunschweig-Fan bestimmt auch, er hat ja schon viel gesehen. Denkt man sich, während man auf sein Wolters wartet. Dann erzählt der alte Mann plötzlich aus dem Nichts eine tolle Geschichte: »Endlich wieder Bundesliga, was, junger Mann?! Wissen Sie, wann ich das erste Mal hier war?« »Nö.« »1963. Das erste Heimspiel gegen Preußen Münster. Im ersten Bundesliga-Jahr!« »Und?« »1:0 gewonnen! Tor von Jürgen Moll!« Dann macht er sich mit seinem Bier aus dem Staub. Die zweite Halbzeit hat gerade wieder begonnen.

Freunde und Feinde vermisst man eben

»28 Jahre lang wurde etwas vermisst«, war gut eine Stunde zuvor auf dem riesigen Spruchband zu lesen, dass die Braunschweiger Fankurve vor dem Anpfiff gegen Werder Bremen entrollt hatte. Das traf den Nerv der rund 23.000 Zuschauer. Selbst den des Bremer Anhangs, der die Rückkehrer aus Braunschweig dann auch gleich mal herzlich beschimpfte. Freunde und Feinde vermisst man eben.

Das Spiel an sich war dann erstaunlich schlecht und nicht der Rede bzw. einer intensiven Beobachtung wert. Vielmehr lohnte sich der Blick auf die Tribünen. Die wunderschöne Stehplatzkurve mit den Tragpfeilern ist in der Tat eine neue Attraktion der Bundesliga. Die meisten Stadien sehen inzwischen gleich aus: Modern, architektonisch klug gebaut, stinklangweilig. Das »Eintracht-Stadion« hat einen simplen Namen, eine Laufbahn, Flutlichtmasten und ist nicht unbedingt das, was man modern nennt. Das macht es so sympathisch.

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