14.10.2013

Brasilien kann kommen: Welche Chancen haben die Qualifikanten?

Don't believe the hype

Insgesamt 14 der 32 Teilnehmer für die WM 2014 stehen bereits fest. Doch wie groß sind die Titelchancen der Quali-Streber? Das 11FREUNDE-Orakel nimmt Maß.

Text:
Benjamin Kuhlhoff
Bild:
imago

Argentinien
Messi, Di Maria, Lavezzi, Agüero, Higuain: Beim bloßen Anblick der Gaucho-Offensive läuft dem geneigten Fußballfan der Sabber aus den Mundwinkeln. Zurecht, denn mit 33 erzielten Toren ist Argentinien eine der treffsichersten Mannschaften der gesamten Quali. Entsprechend souverän setzte man sich auch in der Gruppe durch und ging nur einmal als Verlierer vom Platz. Das 0:1 gegen Venezuela am zweiten Quali-Spieltag war jedoch Weckruf genug. Wie so oft, hat die Medaille eben auch zwei Seiten. Denn so wunderbar die Offensive Argentiniens auch bestückt ist, um so mehr hakt es in den anderen Mannschaftsteilen. Vor allem die Defensive ist und bleibt ein Problem, keiner der Abwehrspieler spielt beständig auf allerhöchstem Niveau.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Es ist wie immer. Argentinien bombt sich durch die Vorrunde und kriegt dann in den K.O.-Spielen schnell die Grenzen aufgezeigt. Tendenz: Viertelfinal-Aus.

Australien
Groß war die Euphorie, nachdem sich die Socceroos wieder mal für ein WM-Turnier qualifiziert hatten. Doch bevor man Nationaltrainer Holger Osieck auf einer Sänfte durch Sidney tragen konnte, hagelte es zwei böse 0:6-Niederlagen in Testspielen gegen Brasilien und Frankreich. Auch wenn beide Teams momentan sicher nicht Australiens Kragenweite sind, zog der Verband die Notbremse und setzte Osieck vor die Tür. Bevor man sich jetzt also so richtig auf das Turnier in Brasilien freuen kann, braucht man erst einmal einen neuen Trainer.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Die mangelnde, sportliche Herausforderung in der Qualifikation wird für Australien erneut zur Last. Denn beim Duell mit *räusper* echten Mannschaften kriegen die Australier immer Probleme. Tendenz: Vorrunden-Aus.
 
Belgien
Was Belgien so sympathisch macht: Timmy Simons, Marc Wilmots, die Haare von Marouane Fellaini, der monstertruckhafte Spielstil von Romelu Lukaku. Was Belgien leider schon wieder unsympathisch macht: Dass jeder Fußballhipster von Berlin-Neukölln bis München-Schwabing hinter vorgehaltener Hand von Belgien als Geheimfavorit raunt. Aber dafür kann die Mannschaft ja nichts. Die qualifizierte sich souverän für das Weltturnier und geht nun mit der Bürde eben jener Geheimfavoriten ins Rennen. Dass die Belgier das erste Mal seit 2002 wieder bei einem Turnier dabei sind, wird den Druck auf die Mannschaft der Zukunft sicher nicht verringern.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Don't believe the hype. Belgiens Mannschaft ist fantastisch, aufregend, blutjung, sie weckt Hoffnungen auf eine goldene Zukunft. Doch dieses Turnier kommt für die goldene Generation noch zu früh. Tendenz: Achtelfinal-Aus.

Brasilien
Neymar, Neymar, Neymar. Neymar. Neymar. Neymar, Neymar, Neymar, Neymar. Neymar, Neymar, Neymar. Neymar. Neymar. Neymar, Neymar, Neymar, Neymar. Da bei der Berichterstattung über Brasiliens Nationalelf ohnehin immer nur ein Namen fällt, wollen wir nicht groß drumherum reden. Das Abschneiden der Brasilianer hängt vom Zustand ihres Supermegamonsterhalligalliüberstars ab. Wenn er gut spielt, spielt die Mannschaft gut. Wenn er schlecht spielt, spielt die Mannschaft wie 2006. Oder 2010. Es wäre ein Horror.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Es ist nicht alles Neymar was glänzt. Sollte die Selecao auch während der Heim-WM auf einer Welle der Euphorie surfen wie zuletzt beim Confed-Cup, dann ist tatsächlich alles möglich. Aufgrund der oftmals massiven Fixierung auf den jungen Superstar mit dem Hahnenkamm, kann es aber auch sehr, sehr krampfig werden. Tendenz: Halbfinale und auf Wiedersehen.

Costa Rica
Beinahe hätte uns Costa Ricas Torjäger Paulo Wanchope anno 2006 das Eröffnungsspiel des Sommermärchens versaut, dann kam nicht mehr viel. Deswegen ist es ein wenig überraschend, dass sich die Mittelamerikaner für das Turnier in Brasilien qualifiziert hat. Letztlich entschied ein knapper 1:0-Sieg über den direkten Verfolger Honduras über das Ticket an den Zuckerhut. Star der Mannschaft ist unbestritten: niemand bzw. Alvaro Saborio, der in der Quali stolze sieben Mal treffen konnte. Immerhin.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Das wird nichts. Für Costa Rica ist schon die bloße Qualifikation ein Grund zum Feiern. Das Turnier wird für die Mittelamerikaner sicher nicht allzu lange dauern. Tendenz: Vorrunden-Aus.

 
 
 
 
 
123
Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden