Borussia Dortmund in der Vorbereitung

Der Druck ist höher

Halbzeit in der Vorbereitung von Borussia Dortmund – die Wundertüte von Jürgen Klopp hat das Zeug dazu eine der großen Überraschungen der kommenden Saison zu werden. Eine erste Bilanz nach sechs Wochen Training. Borussia Dortmund in der Vorbereitung Drei von sechs Wochen Vorbereitung sind rum. Nach dem härtesten Trainingslager unter der Regie von Jürgen Klopp werden sich die noch 31 Spieler im Kader von Borussia Dortmund ab Montag im Training noch mehr als bisher schon spieltaktischen Elementen widmen. Am Ball sein wird dann auch Lucas Barrios, der als letzter Borusse heute ins Training einsteigt. Eine Halbzeitbilanz.

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Das Personal

Das Gesicht der neuen wird dem der alten Startelf sehr ähneln. Stand heute hütet Weidenfeller das Tor, reihen sich von rechts Owomoyela, Subotic und Hummels in die Viererkette ein, spielt Sahin den offensiveren Part der »Doppel-Sechs« und Barrios zentral im Sturm.

Spannend werden die Duelle um die Planstelle links in der Abwehr, wo Dede mit viel Einsatzbereitschaft aufgeholt hat, wo aber bei Leistungsgleichstand das Pendel abermals zugunsten von Schmelzer ausschlagen dürfte, und um vier vakante Positionen im Mittelfeld. Vor allem hier hat Klopp im Vergleich zur Vorsaison optimierte Optionen. Auf den Platz neben Sahin bewerben sich Bender und Kehl, den Sportdirektor Michael Zorc nach langwierigen Verletzungen »als weiteren Neuzugang« sieht. Prognose: Sollte der Kapitän gesund bleiben, wird er beginnen. Um den Posten des Grenzgängers zwischen Mittelfeld und Angriff streiten Neuzugang Lewandowski und Hajnal und – später in der Saison – der nach einem Kreuzbandriss in der Reha befindliche Zidan.

Auf den bislang nicht gerade üppig besetzten Flügeln sorgt Zugang Kagawa für Schwung. Der Japaner konkurriert – vornehmlich auf links – mit Großkreutz, den Klopp aber in schöner Regelmäßigkeit auch rechts getestet hat. Dass wiederum sollte Blaszczykowski antreiben, fortan mehr aus seinen Möglichkeiten herauszuholen. Sein Spiel ist dem Trainer zu einfältig.
Und der hat mit Mario Götze noch ein Supertalent in der Hinterhand. Der 18-Jährige kann bis auf den defensiven Part der »Doppel-Sechs« alle Mittelfeldpositionen spielen. Und er wird spielen. Auch von Beginn an. Voraussetzung: Sein Körper, in der Vergangenheit allzu leichtfertig ausgebeutet, macht mit, wächst mit.

Das System


Jürgen Klopp favorisiert weiter die 4-2-3-1-Anordnung, die in der Vorsaison so gut funktioniert hat. Allerdings erinnert der Trainer selbst daran, dass er vor zwei Jahren genauso überzeugt vom 4-4-2 mit „flacher Vier“ und vor Jahresfrist vom 4-4-2 mit „Raute im Mittelfeld“ gewesen und mit dem jeweiligen System in die Saison gestartet ist – und es dann doch relativ schnell wieder abgewandelt hat.

Die Wahrheit ist: Die Übergänge von der einen zur anderen Spielform sind im modernen Fußball fließend, erstens. Und zweitens „geht es dabei nicht nur um meine Vorstellungen, sondern auch um die Angebote, die mir die Mannschaft macht“, sagt Klopp.

Fix indes ist, dass Lucas Barrios der Fixpunkt des Dortmunder Offensivspiels sein soll. Nach 19 Treffern in seiner Premierensaison sagt Klopp: »Wir können ihn stellen und dann schauen, wie wir die anderen Jungs dazustellen.«


Die Taktik

Tragende Säule bleibt das Spiel gegen den Ball. Hier will Klopp zuerst das anspruchsvolle Niveau der Vorsaison er-reichen, ehe er über eine wohl nur noch in Nuancen mögliche Optimierung nachdenkt. Auch dieses Bewusstmachen bereits vorhandener Stärken meinte der Trainer, als er beim Saisonauftakt eine »extreme Weiterentwicklung« einforderte. Steigerungspotenzial bietet das Spiel mit Ball. Klopp möchte die Ballbesitzzeiten er-höhen und so die dominanten Phasen im Spiel ausweiten.


Das Fazit

»Die Drucksituation«, sagt Klopp, »hat sich erhöht.« Der Trainer meint jene innerhalb der Mannschaft. Die Aussage trifft aber auch auf das zu, was von Außen an die immer noch junge Borussia (17 Spieler im Kader sind 22 Jahre oder jünger) herangetragen wird. Die Erwartungshaltung ist gestiegen. Das ist nach einer derart überzeugenden Saison legitim. Allein: Damit umzugehen, wird der eine oder andere erst noch lernen müssen.

Jürgen Klopp betont den positiven Aspekt der erweiterten Anforderung: »Wer angesichts unserer Dreifachbelastung nicht merkt, dass der Weg ins Team kürzer ist als sonst, der ist ein bisschen dämlich.«

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