25.05.2013

Borussia Dortmund in der finalen Einzelkritik

Vielleicht lag es an der Frisur

Mindestens eine Halbzeit lang war Borussia Dortmund die stärkere Mannschaft von Wembley. Warum es dann noch nicht reichte? Schwer zu sagen. Zumindest lest ihr hier die Einzelkritik.

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Roman Weidenfeller
Man nehme einen Turm in der Schlacht, einen Felsen in der Brandung, verkleide ihn mit Torwarttrikot, Schmalzfrisur und Sonnenbankgesicht – und Roman Weidenfeller ist gebaut. Im Finale bestätigte der BVB-Schlussmann seine außergewöhnliche Form in der Champions League und parierte zur Not auch mit dem Unterkiefer. Gegen die Tore von Mandzukic und Robben war er dann machtlos. Wie ein Felsen in der Brandung, der vom Tsunami überrascht wird.

Lukasz Piszczek
Eine Stunde lang war das, was der Pole mit seinem Landsmann Kuba auf der rechten Dortmunder Außenbahn leistete, war schlichtweg überragend. Kein anderes Duo hat in dieser Saison dem Doppel Alaba/Ribery so sehr den Schneid abgekauft, wie die beiden Polen. Und trotzdem spielte Piszczek in diesem Finale am Ende eine tragische Rolle: Beim entscheidenden Zweikampf gegen Arjen Robben grätschte der Rechtsverteidiger ins Leere.

Neven Subotic
Wenn in 100 Jahren unsere Nachfahren davon überzeugt werden müssen, warum man im Jahr 2013 auch als Innenverteidiger einen Heidenspaß haben konnte, werden sie vielleicht die Grätsche des Serben gegen Arjen Robben präsentieren. Das war fast so schön wie ein Volleyschuss in den Winkel, wie der Dortmunder den Pass von Thomas Müller im letzten Moment aus der Gefahrenzone grätschte. Half am Ende zwar auch nicht weiter, war aber das Tüpfelchen auf dem i einer ganz starken Vorstellung von Subotic.

Mats Hummels
»Ist Mats Hummels derzeit der beste Innenverteidiger der Welt?«, wurde »Sky«-Experte Christoph Metzelder (auch er ja ein gelernter Innenverteidiger) vor dem Spiel gefragt. »Ja«, antwortete Metzelder. »Nein«, glauben wir. Wer sich diesen Titel aufs Briefpapier schreiben möchte, hätte in diesem Finale der absolute Ruhepol seiner Mannschaft sein müssen. Das war Hummels nur teilweise. Zu viele verlorene Zweikämpfe, zu viele Fehlpässe, zu viel unergiebige Vorstöße – Mats Hummels wird in seiner Karriere bestimmt noch bessere Endspiele bestreiten.

Marcel Schmelzer
Ein eher unauffälliges Spiel von Marcel Schmelzer, der mit seinem Widerpart Arjen Robben deutlich mehr Probleme hatte, als Lukasz Piszczek auf der anderen Seite mit Franck Ribery. Immer wieder offenbarte der Linksverteidiger seine Schwächen im Stellungsspiel, immer wieder fragen wir uns allerdings, wie zum Teufel man auch 90 Minuten lang erfolgreich gegen einen Fußballer wie Arjen Robben verteidigen soll.

 
 
 
 
 
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