Bochum besiegt Schalke 2:2
23.01.2010

Bochum besiegt Schalke 2:2

Herrlich!

Bochum hat in einer furiosen Schlussphase und nach einem 0:2-Rückstand dem Schalke mit dem 2:2 noch zwei Punkte abgeköpft. Mit der letzten Aktion des Spiels köpfte Sestak ein. Abstiegskampf von seiner schönsten Seite. 

Text:
Michael Eckardt
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Imago
Zwei Auswärtssiege in Folge und die offenbar ansteigende Form stimmten die Bochumer optimistisch, nicht auch im dritten Aufeinandertreffen mit Schalke 04 chancenlos zu sein. Zumal Felix Magath seine Mannschaft umbauen musste. Christoph Moritz ersetzte Peer Kluge, auch Vicente Sanchez schenkte Magath sein Vertrauen, während Heiko Herrlich die erfolgreiche Elf von Mönchengladbach aufbot.



»Wir wollen natürlich auch einmal unseren Fans zu Hause eine Leistung bieten, wie wir sie auswärts zeigen«, hatte Herrlich gesagt, und Kapitän Marcel Maltritz hatte davon gesprochen, dass jetzt jeder wisse, was zu tun ist und alle »nach hinten arbeiten«.

Ohne Glanz und Gloria

Doch die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz. Und dort zeichnete sich bereits früh ab, dass die Schalker, auch ohne Glanz und Gloria, erneut nicht zu bezwingen sein würden, weil die Bochumer sich selbst ein Bein stellten. Bochum verteilte Geschenke Bereits früh, in der fünften Minute, brachte sich der VfL in eine unangenehme Situation. Moritz und Farfan spielten mit Milos Maric und Christian Fuchs auf der rechten Katz und Maus, in der Mitte schaltete Sanchez schneller als die Bochumer Innenverteidigung und Torhüter Philipp Heerwagen, schon war es geschehen.

Den Gästen gelang es anschließend nahezu mühelos, ihren Strafraum abzuriegeln, zu schwach waren die Bochumer auf den Flügeln besetzt, wo Roman Prokoph und Zlatko Dedic viele technische Mängel offenbarten. Mit Stillstand wären die Offensivbemühungen der Hausherren wohl am besten umschrieben. Auf der Gegenseite ergaben sich allerdings immer wieder brenzlige Situationen. So als Maltritz der Ball im Duell mit Kevin Kuranyi an die Hand sprang, Schiedsrichter Stark aber weiterspielen ließ. Eine weiteres Geschenk des VfL ließ nicht lange auf sich warten. Mergim Mavraj verlor gegen Moritz den Ball und wartete dann vergeblich auf den Pfiff des Unparteiischen, erneut Farfan brachte das Spielgerät in die Mitte, wo Matias Concha einen Schritt zu spät kam, um Kuranyis zehnten Saisontreffer zu verhindern.

Angesichts der defensiven Stärke der Gelsenkirchener bestand zu diesem Zeitpunkt auf Seiten der Bochumer kaum noch Hoffnung auf den dritten Erfolg in Serie. Den beiden Treffern hatten die Gastgeber lediglich Prokophs Pfostenschuss aus spitzem Winkel entgegen zu setzen. Schalke verspielt in letzter Sekunde Tabellenführung Heiko Herrlich reagierte und brachte zur zweiten Halbzeit Slawo Freier und Mimoun Azaouagh für Dedic und Prokoph.

Es wurde nun etwas lebhafter in der Bochumer Offensiver, aber nicht ertragreicher. Vielmehr hatte Kuranyi nach einer knappen Stunde sogar das 3:0 auf dem Fuß, nachdem Mavraj sich einen Fehltritt geleistet hatte, der an Edus legendäres Luftloch im Spiel gegen Standard Lüttich erinnerte. Der Brasilianer gehörte übrigens diesmal nicht zur Startelf der Schalker. Weil der überraschte Kuranyi in dieser Situation an VfL-Torhüter Heerwagen scheiterte, blieb es beim 0:2.

Und dann wurde es sogar noch einmal spannend. Gerade erst hatte Manuel Neuer ein Eigentor von Bordon verhindert, da war er schließlich doch geschlagen. Nach einer Ecke von Milos Maric traf der eingewechselte Vahid Hashemian zum 1:2, plötzlich war die vorher so vermisste Derbystimmung da, die, zumindest auf Seite der Bochumer, in Jubel mündete. Mit der letzten Aktion des Spiels köpfte Stanislav Sestak, von Hashemian bedient, zu 2:2 ein. Der Bann war gebrochen, diesmal verließen die Schalker nicht als Sieger den Platz.    
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