Bobby Charlton über das Drama von München

„Meine Freunde waren tot“

Fast 50 Jahre nach dem Flugzeug-Absturz von München hat Bobby Charlton sein Schweigen gebrochen. "Ich fühle mich heute noch schuldig. Und ich denke jeden einzelnen Tag meines Lebens daran", sagte er der Tageszeitung The Times. Imago
Heft #75 02 / 2008
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Am 6. Februar 1958 war eine Maschine mit dem Team von Manchester United auf dem Rückflug von einem Europacupspiel bei Roter Stern Belgrad nach einer Zwischenlandung auf dem Flughafen München-Riem während eines Schneesturms verunglückt. Dabei starben 23 Menschen, darunter acht ManU-Spieler.

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Charlton war aus dem Flugzeug geschleudert worden. Ein Mitspieler fand ihn etwa eine Viertelstunde später bewusstlos und brachte ihn ins Krankenhaus. "Ich habe zuerst nach denen gefragt, die mir nahe standen: Tommy Taylor, David Pegg, Eddie Colman. Wir waren Freunde, und haben viel Zeit verbracht", berichtete Charlton. "Als mir ein Deutscher im Krankenhaus sagte, dass sie alle tot sind, konnte ich das überhaupt nicht verstehen. Wie konnte ich knapp 50 Meter entfernt von meinem Flugzeug noch angeschnallt in meinem Sitz landen mit nichts als einer Platzwunde an meinem Kopf, während alle meine Freunde tot waren?"

Der damals 20 Jahre alte Charlton kehrte drei Wochen nach dem Unglück auf den Fußballplatz zurück und legte eine große Karriere hin. Er wurde 1966 Weltmeister und Europas Fußballer des Jahres, gewann mit ManU 1968 den Europapokal der Landesmeister, ist bis heute Englands Rekordtorschütze und wurde 1994 zum Ritter geschlagen.


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