Blogschau: Kein Skibbe-Effekt in Berlin, verschnupfter Großkreutz

Die Leiden des Michael Funkel

Alles wäre besser, würden Schiedsrichter Spiele nach 20 Minuten abpfeifen, Reporter den Siegern angemessene Fragen stellen und wenn es wenigstens einen kleinen Effekt durch den Trainerwechsel in Berlin gegeben hätte. Die Alles-könnte-so-schön-sein-Blogschau. Blogschau: Kein Skibbe-Effekt in Berlin, verschnupfter Großkreutz

Text der Woche
Fußballexperten, Taktikanalysen, Statistiken. Auf allen Kanälen werden die Spiele der Bundesliga regelrecht seziert. Dabei finden sich die profundesten Spielanalysen doch wie eh und je am Kneipentresen. Ein Glück für uns, dass clubfans-unitded.de das Gespräch über die Niederlage des 1. FC Nürnberg gegen Borussia Dortmund an einem Nürnberger Bartresen literarisch verarbeitet hat. Mit dem Verlauf des Unterhaltung der drei Experten werden die Spielereignisse und deren Bewertungen nachgezeichnet.

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Nicht fehlen darf der Qouten-Mundartler, dessen Aussagen dem Ganzen jedoch seinen besonderen Charme verleihen: »Noochm aans null fir die Dordmunda, hädda aichndli aufheern kenna, da Glubb. Aichndli häddn di Schbiela zum Schieri geh solln und soong, kumm bfaif ob, des Schbill is gloffm, mier brenga doch eh nix mehr zamm. Bfaif ob, na kenna die Zuschaua haamgeh, nedd dass nuch am da Orm obfrierd…«

Spätestens aus der Erwiderung wird klar, was uns da im tiefsten Fränkisch mitgeteilt wurde: »Der Schiri hätte schon viel früher abpfeifen können. Nach zwanzig Minuten hätte er schon abpfeifen können. Als Pekhart den Elfmeter aus drei Meter Torentfernung versemmelte, war doch klar, wie die Sache endet. Da hätte man sich den Rest des Spiels schenken können.«

Bester Spruch
»Die Zeit des Tätschelns und Streichelns ist vorbei. Nach 20 Spielen ist der Zeitpunkt gekommen, die Dinge nicht mehr schön zu reden.«
(Eiszeit in Hoffenheim. Holger Stanislawski hat keine Lust mehr auf Streichelzoo.)

Fundstück

Lehrstück über die Bedeutung der ersten Frage eines Interviews. Ein Sky-Reporter macht sich unbeliebt bei Kevin Großkreutz. 

Kontroverse
Ob sich die Verantwortlichen von Hertha BSC einen großen Gefallen mit der Verpflichtung von Michael Skibbe getan haben? Nach drei Spielen ohne Punktgewinn steht der neue Hertha-Trainer – der in der Winterpause noch genötigt wurde, seine eigene Ablösesumme zu zahlen – mit dem Rücken zu Wand. Der Skibbe-Effekt in Berlin ist nicht etwa verpufft, es hat ihn nie gegeben.

Auch der Hertha BSC Blog muss konsterniert feststellen: »So spielt ein Absteiger.« Das Auftreten der Mannschaft erinnert an einen anderen Übungsleiter, mit der Verein damals den Weg in die zweite Liga antreten musste: Friedhelm Funkel. Und so ist auch der Blog dermaßen verwirrt, dass er dem heutigen Trainer von Alemania Aachen kurzerhand auch Michael als Vornamen gibt. Dabei spielte die Mannschaft gegen Hannover nicht besonders schlecht, es fehlte einfach das Glück: »Bitter. Unnötig. Funkelesk. Und in der aktuellen Situation verheerend für Stimmung und Selbstvertrauen.« Dennoch, zu viel jammern möchte man nicht, der Blick geht nach vorn: »Stattdessen kann man ohne Angst und mit viel Vorfreude ins Pokalspiel gegen Gladbach gehen. Fernab jeder Sorgen, die der Abstiegskampf so mit sich trägt.«

Blog-Tipp
Arthur Friedenreichs Blog widmet sich »den schönen Dingen des Lebens, also in erster Linie dem FC Bayern«. Dabei gelingt es dem Autor dem sonst so boulevardesken Treiben in München einen neuen, weil humoristischen Dreh zu geben. Ein Beispiel: Fiktive Ereignisse aus der Küche von Mario Gomez, die (glücklicherweise) so nie stattgefunden haben: »Mario steht in der Küche und füttert Herzblatt Silvia mit Paella. Auf der Couch sitzen Thomas, Basti und Philipp. Jeder der drei hat eine Tupperdose auf dem Schoß, aus der er gierig schaufelt«.

Am Ende ruft auch noch Nils Petersen an, der voller Angst nach der »spektakulären Neuverpflichtung im Offensivbereich« nachfragt. Demgegenüber stehen »klassische« Spieltagsanalysen oder die Vorschau auf das, was noch kommt: »Der FCB wurde noch nie Pokalsieger, wenn er davor gegen den VfB ausgeschieden ist«. Ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Lesevergnügen.

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