A blast from the past

Zu Besuch beim FC Blackpool

Der FC Blackpool war 39 Jahre lang weg vom Fenster. Nun ist er wieder da und ärgert die Großen der glamourösen Premier League. Ohne Stars. Ohne Schulden. Wir sind an die Irische See gereist, um das Phänomen zu ergründen. A blast from the past
Heft#111 02/2011
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Blackpool. Schwarzbecken. Dunkel, zäh und pathetisch schwappt das Wasser der Irischen See an den Strand, als wäre etwas in ihm untergegangen. »Deine Spuren im Sand, die ich gestern noch fand, hat die Flut mitgenommen«. Dieses Schnülzchen von Howard Carpendale erklingt einem hier mit einer Wucht im Kopf, als wäre es eine Hymne von Johnny Cash. Das eine oder andere Wrack mag dort unten am Grund der Ewigkeit entgegen rotten, ein toter Schweinswal vielleicht – und ganz bestimmt die Erinnerung an früher.

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Früher! Als Blackpool noch das Ferienparadies Englands war und der FC mit Stanley Matthews den besten Fußballer der Welt in seinen Reihen hatte. »Früher!«, sagt Arnold Kyle, der sich mit so was auskennt. Er ist 86. »Früher waren wir stolz, Blackpooler zu sein.«

Der alte Arnold sitzt in der Fischhalle in der Abingdon Street, so reglos, dass er auch ein Denkmal sein könnte, ein Denkmal seiner eigenen Erinnerungen. An den Tag vor 57 Jahren, als Stan Matthews den Klub zum FA-Cup führte und Arnold daheim sein Ohr ans Röhrenradio presste. An Tommy Hutchinson und Gordon Milne. An Alan Ball, den letzten großen Blackpooler, Weltmeister von 1966. Aber auch an den Niedergang des Vereins und der ganzen Stadt.

Heute ist die Fischhalle, in der auch Matthews einst seinen Barsch erstand, eine runtergekommene Resterampe. Ein billiges Gewusel aus Tamagotchis, Billigbatterien und Scherzkaffeetassen. Arnold Kyle grunzt. Schläft er ein? Noch nicht. »Wenigstens ist der Klub wieder da, wo er hingehört.« 

Ja: 39 Jahre nach seinem Abstieg ist der FC Blackpool wieder zurück in der Premier League – und hat in der laufenden Saison zweimal den großen FC Liverpool besiegt. Ohne Stars. Ohne Schulden. Wie ein Geist aus der Vergangenheit, eine Provokation für die Fußballmoderne. 

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