Bildergalerie: Fanproteste beim FC Bayern

Sie lieben ihn, sie lieben ihn nicht ...

Es rumort beim deutschen Rekordmeister. Die Proteste vom Samstag dokumentieren eine tiefe Kluft zwischen Kurve und Vorstand. Uli Hoeneß sieht sein Lebenswerk verkannt, die Fans fordern Mitsprache. Bildergalerie: Fanproteste beim FC Bayern

Was derzeit beim großen FC Bayern München passiert, kommt fast einer Kulturrevolution gleich. Das »Mia san Mia«, die das Selbstverständnis an der Säbener Straße beschreibende Phrase, meinte nicht nur eine immer etwas über den Dingen stehende Haltung – irgendwo zwischen Arroganz und tatsächlicher Überlegenheit pendelnd. Es beschrieb auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl, eine Abschottung nach außen. Auf den Rekordmeister konnte sich noch jeder Fan eines anderen Bundesligisten als Feindbild einigen, und so stand die bajuwarische Familie stets besonders eng zusammen, um sich dieser oft aus Neid gespeisten Attacken zu erwehren.

Damit scheint es, zumindest vorerst, vorbei. Im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach ging ein Teil der Allianz Arena auf die Barrikaden. Beim Neuer-Deal fühlt sich die Südkurve, dort, wo die äußerst aktiven Ultras der »Schickeria« stehen, über-, im Ringen um finanzielle Hilfen für die Löwen sogar hintergangen. Dieser Unmut äußerte sich gegen Gladbach auf drastischen Plakaten: »Neuer im Tor ist für uns wie Trainer Daum + Manager Lemke für dich« stand da, oder »Blaue Schweine schlachtet man und rettet sie nicht. Und du willst Metzger sein, Uli?« Ein verbaler Tiefschlag, der Bayerns Manager Christian Nerlinger nach Spielende in Rage brachte: »Eine Schande für den FC Bayern, wie sich Teile der Fans verhalten haben gegen einen Mann, der in den letzten 30 Jahren nichts anderes im Kopf und im Herzen gehabt hat als den FC Bayern

Das Stadion als letzte Protestplattform

Dabei hätten sie gar nicht allzu verwundert sein müssen, die Mächtigen, ob der offensiver denn je formulierten Anfeindungen gegen Uli Hoeneß. Seit dessen Ausraster 2007 hat die Fanszene einen neuen Aktivismus für sich entdeckt, der in der jüngsten Eskalation mündet. Und weil der Verein, wie von der »Schickeria« und anderen Gruppen moniert, einen direkten und basisdemokratischen Austausch hinter den Kulissen scheut, nutzt der Anhang nun die einzige Bühne, die ihm bleibt: das Stadion. Die Chronologie einer Entfremdung. In der 11FREUNDE-Bildergalerie.

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